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19.12.2020

Moderne Bestattung: So will die Stadt Senden die Friedhöfe umgestalten

Die Urnenwände auf dem Friedhof bei St. Jodok.
Bild: Angela Häusler

Plus Die Stadt Senden plant schon lange, modernere Möglichkeiten der Bestattung anzubieten. Ein Überblick, welche Formen derzeit möglich sind – und welche in Zukunft.

Die Friedhöfe in der Stadt Senden und den Ortsteilen sollen in den kommenden Jahren nach und nach neu konzipiert werden. Seit Februar 2017 verfolgt die Stadt dieses Ziel, um die Friedhöfe aufzuwerten und moderne Grabformen anzubieten. Das entspreche den veränderten Bedürfnissen der Bürger. Zudem soll der derzeit unterdurchschnittliche Kostendeckungsgrad erhöht werden.

Auf dem Waldfriedhof gibt es alle Grabarten

Vorschläge zur neuen Gestaltung wurden bereits bei einer Bürgerinfo vorgestellt. Und auch der Stadtrat hat einige Eckpunkte wie die Planung eines Kolumbariums in der Aussegnungshalle und einen neuen Urnengrabbereich am Waldfriedhof beschlossen. Auch die anderen Friedhöfe St. Jodok, Witzighausen und Wullenstetten sollen im Rahmen des Friedhofskonzepts teilweise verändert werden. Das ganze Konzept hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung genehmigt. Vor Ort stellte Verwaltungsmitarbeiterin Manuela Petters die derzeit bestehenden Grabformen vor. Einige von ihnen könnten in Zukunft nicht mehr so zur Verfügung stehen. Als Beispiel diente in der Sitzung der Waldfriedhof, denn dort gebe es alle derzeit angebotenen Grabarten. Eine Art, das Reihengrab, werde jedoch schon jetzt nicht mehr neu vergeben, das Nutzungsrecht laufe im Jahr 2033 ab. Es sind Erdbeisetzungen, die Grabstätten werden der Reihe nach belegt.

Die Pflege der Reihengräber übernimmt die Stadt Senden. Einzel-, Familien- und Kindergräber stehen für Erd- und Urnenbestattungen zur Verfügung. Es gibt auch einen Bereich für reine Urnengräber, in denen derjenige, der das Nutzungsrecht erworben hat, und dessen Angehörige in der Erde bestattet werden können. Auf dem Friedhof St. Jodok soll dafür zukünftig auch ein Teilbereich entstehen. Auf allen Friedhöfen gibt es Urnenwände. Dort werden die Urnen mit der Asche am Fuß der Urnenwand in der Erde beigesetzt.

Es gibt keinen Anspruch auf Beisetzung der Urne an einer bestimmten Stelle oder Urnenwand. Die Stadt bepflanzt und pflegt die Wand selbst, Hinterbliebene dürfen die Grabpflege also nicht übernehmen. Die Stadt bringt auch einheitliche Beschriftungen mit Daten der Verstorbenen an.

Die Urnenwände sollen bald anders aussehen

Die derzeitigen Urnenwände sollen nach dem Willen der Stadträte umgestaltet werden, wie genau, steht noch nicht fest. Derzeit gibt es noch naturnahe Urnengrabstätten, bei denen die Urnen im Umfeld eines Baumes in die Erde gesetzt werden. Auch hier bringt die Stadt einheitliche Beschriftungen an und pflegt den Bereich. Diese Form wird auf Sicht zurückgebaut, derzeit kann man sich jedoch noch so beerdigen lassen.

Das anonyme Urnengräberfeld mit Urnenbeisetzung auf der Wiese soll mit der neuen Satzung nicht mehr zur Verfügung stehen. Zu dem Bereich gehört derzeit ein Besinnungshof. Was daraus in Zukunft wird, ist noch unklar.

Auf dem Waldfriedhof besteht zudem seit 2012 die Möglichkeit, sich nach muslimischem Glauben beisetzen zu lassen. Die Wege und Grabstätten sind so angeordnet, dass die Verstorbenen mit Blickrichtung nach Mekka bestattet werden können. Auch ein Aufbahrungsstein ist vorhanden, in einem Sektionsraum besteht zudem die Möglichkeit einer rituellen Waschung. Das Gräberfeld findet jedoch keinen Anklang in der Bevölkerung: Bis heute gab es dort keine einzige Bestattung.

Yusuf Cinici (BiSS) regte an, die Möglichkeit bekannter zu machen, da seinen Erkundigungen nach niemand davon wisse. Dem hielt Primus Schmid ( CSU), selbst Bestattermeister, entgegen, dass das kaum möglich sei. „Das muslimische Gräberfeld wurde damals auf mehrfachen Wunsch einiger muslimischer Vereine gestaltet“, sagte er.

Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf (CSU) sicherte zu, in jedem Fall über die neuen Bestattungsmöglichkeiten zu informieren, sobald diese feststehen. In der neuen Satzung ist von Grabarten die Rede, die in Zukunft angeboten werden sollen.

Stadtrat muss noch entscheiden, welche Arten abgeschafft werden

Dazu gehört das Erdgemeinschaftsgrab oder auch Rasengrab für Erdbestattungen auf dem Waldfriedhof. Die Grabstätten werden der Reihe nach belegt und von der Stadt gepflegt. Sie bestehen nur aus einem Stein in der Wiese. Neu kommt auch ein Kolumbarium, das, wie berichtet, in der Aussegnungshalle auf dem Waldfriedhof entstehen soll. Die Urnen werden in einer Kammer beigesetzt. Urnenstelen sollen auf dem Waldfriedhof und auf dem Friedhof St. Jodok entstehen. Zudem sind Baum- und Wiesengrabstätten für zwei oder vier Urnen angedacht. Die Urnen werden dabei auf einer Wiese in einer Edelstahlröhre mit beschriftbarem Deckel in der Erde beigesetzt.

Die beschlossenen Planungen sollen Ende des Jahres eingehen, sodass mit einer Umsetzung ab dem Jahr 2021 begonnen werden kann, teilt die Verwaltung mit. Welche Grabarten am Ende beibehalten und welche abgeschafft werden, entscheidet der Stadtrat separat.

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