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Neu-Ulm

23.07.2019

Möbel Mahler ist Geschichte

Der große Schriftzug ist schon weg. Nach drei Monaten Umbau bei laufendem Betrieb öffnet am Donnerstag, 25. Juli, die Opti-Wohnwelt Mahler in Neu-Ulm offiziell ihre Tore.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Familie zieht sich völlig auf die Rolle des Vermieters zurück. Der größte Laden im Starkfeld ist nun Opti-Wohnwelt. Die Firma investierte zehn Millionen Euro.

Die großen Mahler-Buchstaben wurden schon vergangene Woche abmontiert. So ganz will der neue Betreiber des Möbelhauses aber nicht auf den bekannten Namen verzichten. „Möbel Mahler kennt halt jeder“, sagt Oliver Föst, der Geschäftsführer der Opti-Wohnwelt. Bei der ist heute "Große Neueröffnung".

Die Familie Mahler habe sich ganz auf die Rolle des Vermieters zurück gezogen, so Föst. Und das sei gut: „Wir haben grundlegend unterschiedliche Auffassungen, wie man ein Möbelhaus betreibt.“ Service- und Lieferprobleme, sollen der Vergangenheit angehören. „Wir wissen, dass Mahler einen schlechten Ruf hatte“, sagt Föst.

Beschwerden über lange Lieferzeiten und angeblich miesen Service bei Mahler füllen in den Sozialen Netzwerken ganze Seiten. Zehn Millionen Euro steckte die Opti-Wohnwelt nach eigenen Angaben in das Haus, in dem am Donnerstag, 25. Juli, die „große Neueröffnung“ gefeiert wird.

Möbel Mahler ist Geschichte

Das Mahler-Logistik-Zentrum sei eine Riesenlast

Die Opti-Wohnwelt belegt 46.000 Quadratmeter des insgesamt 110.000 Quadratmeter großen Komplexes. Damit ist das Möbelhaus wieder etwas größer geworden, als unter Mahler-Führung. Die vierte Etage werde wieder voll „bespielt“. Eine „Riesenlast“ bei Möbel-Mahler sei das 24.000 Quadratmeter große Neu-Ulmer Logistikzentrum gewesen, dessen Betrieb als Lager für ein einziges Möbelhaus viel zu hohe Kosten verursache. „Dass Vater Gerhard und Sohn Michael Mahler in ihrem letzten verbliebenen Möbelhaus in Neu-Ulm noch nie Geld verdient haben das darf als gesichert gelten“, teilte der „Möbel-Report“ der Hartmann Media nach der Vertragsunterzeichnung im April mit.

Lesen Sie auch: Opti-Wohnwelt übernimmt Möbel Mahler

Ein Blick auf die Rotunde in der neuen Opti-Wohnwelt in der Borsigstraße in Neu-Ulm.

Künftig werde die Opti-Wohnwelt von der Zentrale im unterfränkischen Niederlauer sowie aus Backnang beliefert. Insgesamt betreibt das Unternehmen 17 Standorte in Deutschland und gehört zum größten europäischen Möbeleinkaufsverband, der VME/Union.

Zweifel am Standort Neu-Ulm, der sich für die Familie Mahler als schwierig erwies, hat Föst nicht. Das Konzept eines Möbel- und Küchen-Shopppings–Centers sei sehr gut. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, so Föst. Der Mietvertrag lasse sich frühestens nach zwölf Jahren kündigen. 170 Mitarbeiter hat das Möbelhaus, 70 die Restaurants. Mindestens zehn Stellen seien noch offen. Nach Möglichkeit sollen die Beschäftigten des Logistikzentrums übernommen werden.

Jeder der 46.000 Quadratmeter sei in den vergangenen Monaten neu gestaltet worden. Das Möbelhaus unterteile sich in die Bereiche „Junges Wohnen“, einen SB-Markt sowie einem Bereich für höherpreisige Markenmöbel.

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Bestehen bleibt das Konzept einer „Weltstadt des Wohnens“ im Starkfeld, dessen nach wie vor Geschäftsführer Michael Mahler ist. Wie Mahler schon früher betonte, bleibe die Immobilie zu 100 Prozent im Besitz der Familie. Der Zerfall des Möbelanbieters begann vor vier Jahren: Im November 2015 gab die Unternehmensleitung bekannt, die beiden Filialen in Bopfingen und Wolfratshausen aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Zuvor waren Gespräche mit mehreren potenziellen Käufern gescheitert. Lediglich die Filiale Neu-Ulm blieb als Standort erhalten. Die „Möbel Mahler Opti-Wohnwelt GmbH“, deren Geschäftsführer Michael Föst und Oliver Föst sind, sei auch nicht der Rechtsnachfolger von Möbel Mahler. Das heißt: Für Forderungen jedweder Art von Mahler-Kunden sei juristisch das neue Geschäft nicht der zuständige Ansprechpartner. „Aber natürlich, versuchen wir allen Kunden zu helfen“, sagt Oliver Föst.

Dazu: Einzelhandel in der Region: Es gibt zu viel Konkurrenz

Möbel Mahler heißt jetzt Opti-Wohnwelt. Auf dem Foto (von links): Oliver Föst, Opti-Wohnwelt, Uwe Kern, Leiter des Möbelhauses und Bernd Neidhart, Wirtschaftsbeauftragter der Stadt Neu-Ulm.
Bild: Alexander Kaya

Ein außerordentlich liberaler Bebauungsplan, der für das frühere Mutschler-Areal gilt, macht möglich, dass Mahler in der Nähe zur Glacis-Galerie ein zweites Einkaufszentrum entwickelte. Denn es geht nicht nur ums Thema Wohnen an der Borsigstraße: Modepark Röther betreibt hier auf einer enormen Fläche von 8000 Quadratmetern eine Filiale. Und auch Discounter Kik, Schnäppchenmarkt Tedi, Outdoor-Laden McTrek, Radfachmarkt BOC sowie zwei Mobilfunkanbieter haben sich hier angesiedelt.

Im November vergangenen Jahres eröffnete zudem ein 3700-Quadratmeter-Edeka-Supermarkt. Dieser habe eine Schlüsselrolle inne, so Mahler. Denn jetzt lasse sich der wöchentliche Großeinkauf mit einem Bummel durch seine Einkaufswelt verbinden. Kern von „Deutschlands größtes Möbel- & Küchen-Shopping-Center“ bleiben jedoch 30 Möbelanbieter mit den beiden mutmaßlich zugkräftigsten Anbietern Home24 und Who‘s Perfect.

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