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Ulm

30.08.2017

Mord aus Homophobie? 16-Jähriger soll Mann getötet haben

In dieser ausgebrannten Wohnung wurde die Leiche gefunden. 
Bild: Heckmann

Ein Jugendlicher soll im Mai einen Mann in dessen Wohnung in Ulm erstochen und anschließend Feuer gelegt haben. Das mutmaßliche Motiv: Homophobie. Nun wurde Mord-Anklage erhoben.

Die Staatsanwaltschaft Ulm hat gegen einen 16-jährigen Jugendlichen Anklage wegen Mordes erhoben. Er soll im Mai dieses Jahres einen Mann in dessen Wohnung in der Nähe des Hauptbahnhofs erstochen und anschließend Feuer gelegt haben. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass er aus homophoben Motiven, also aus Hass auf Homosexuelle, handelte. Außerdem habe er sich am Eigentum des Opfers bereichern wollen.

Prozess in Ulm: Offenbar Mord aus Hass auf Homosexuelle

Zum Zeitpunkt der Tat war der Angeschuldigte erst 15 Jahre alt. Der Jugendliche, der nicht aus der Region stammt, war damals wohnsitzlos. Das spätere Opfer, einen 64 Jahre alten Mann, lernte er im Bahnhofsumfeld kennen. Er soll ihn um etwas zu trinken, zu rauchen und um einen Schlafplatz gebeten haben.

Schließlich ging er in die Wohnung des Mannes in einem Mehrfamilienhaus in der Schillerstraße mit. Dort soll ihn der 64-Jährige aufgefordert haben, ihm ins Schlafzimmer zu folgen, um miteinander Sex zu haben. Der Jugendliche holte statt dessen ein Messer aus der Küche und stach auf sein argloses Opfer ein, bis die Klinge abbrach.

Dann nahm er zwei weitere Messer und machte weiter, bis der 64-Jährige aufgrund seines hohen Blutverlustes starb. Danach soll sich der Angeschuldigte gewaschen, etwas Bargeld und eine Digitalkamera gestohlen und ein Feuer gelegt haben. Dazu zündete er ein Sofa und einen Stapel Kleidungsstücke des Opfers an und verließ das Haus.

Bei einem Wohnungsbrand im Ulmer Dichterviertel wurde im Mai eine tote Person gefunden.
Bild: Heckmann

Mordanklage: Psychiatrisches Gutachten über Jugendlichen bestellt

Die Polizei kam ihm wenige Tage später auf die Spur. Dabei halfen unter anderem Zeugenhinweise sowie die Aufnahmen einer Überwachungskamera am Bahnhofsteg. Seit seiner Festnahme Ende Mai sitzt der Jugendliche in Untersuchungshaft. Er ist weitgehend geständig.

Dass der Angeschuldigte die Tat wegen seiner generellen Abneigung und Verachtung von Homosexuellen begangen haben soll, wertet die Staatsanwaltschaft als niedrigen Beweggrund. Auch das Mordmerkmal der Heimtücke wird ihm zur Last gelegt. Ein Sachverständiger soll ein psychiatrisches Gutachten über ihn erstellen.

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