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Ulm

19.12.2017

Mord im Dichterviertel: 16-Jähriger gesteht

Am Landgericht Ulm läuft der Prozess gegen einen 16-Jährigen.
Bild: Alexander Kaya

Bei der Tat war er erst 15. Nun hat ein Teenager zugegeben, einen 64-Jährigen in der Ulmer Schillerstraße erstochen zu haben. Über sein Motiv sagte er jedoch wenig.

Der brutale Mord an einem 64-Jährigen in der Ulmer Schillerstraße hatte im Frühjahr die Region schockiert – erst recht, als ein Jugendlicher als Tatverdächtiger festgenommen wurde. Dieser hat gestern ein Geständnis abgelegt: Nach Justizangaben gab der inzwischen 16-Jährige vor dem Landgericht Ulm zu, am 23. Mai das Opfer in dessen Wohnung erstochen zu haben. Auf die Beweggründe hinter der Tat ging der Jugendliche der Pressemitteilung zufolge nur vage ein. Er habe jedoch angegeben, durch den Konsum von Alkohol und Marihuana stark beeinträchtigt gewesen zu sein.

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem 16-Jährigen vor, den 64-Jährigen aus Hass gegen Homosexuelle erstochen zu haben. Der Mann, der den Ausreißer am Ulmer Hauptbahnhof aufgelesen hatte, soll diesen zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. Laut Anklage holte der junge Mann daraufhin ein Messer aus der Küche und stach auf den 64-Jährigen ein, bis die Klinge abbrach. Dann holte er zwei weitere Messer und machte weiter. Nach dem Mord soll der Teenager Geld und eine Kamera gestohlen und in der Wohnung Feuer gelegt haben. Wenige Tage später wurde er verhaftet.

Bei der gestrigen Verhandlungen räumte der Angeklagte auch ein, in Beimerstetten (Alb-Donau-Kreis) eine mobile Toilette in Brand gesteckt und im Türbereich eines Hauses Papier entzündet zu haben.

Der Prozess vor dem Landgericht Ulm wird heute fortgesetzt. Dann sollen Zeugen und Sachverständige zu den Taten vernommen werden. Wegen der Minderjährigkeit des Angeklagten findet das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (az)

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