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Soko Blume

16.12.2011

Mord in Laichingen: Verdächtige frei

51-Jährige aus Untersuchungshaft entlassen. Heiße Spur fehlt nach wie vor

Ulm/Laichingen Überraschende Wende im Fall des Mordes an einem Blumenhändler in Laichingen: Die 51-jährige Frau, die Mitte November unter dringendem Tatverdacht festgenommen wurde, befindet sich seit gestern auf freiem Fuß. Der Haftbefehl gegen sie wurde aufgehoben. Es bestehe zwar weiterhin ein Tatverdacht, so die Polizei. Dieser reiche aber nicht aus, um die Frau weiterhin in Untersuchungshaft zu belassen. „Die heiße Spur haben wir darüber hinaus nicht“, räumte gestern Polizeisprecher Wolfgang Jürgens ein.

Wie berichtet, wurde die Frau, die aus dem familiären Umfeld des Opfers stammt – sie soll mit dem Blumenhändler verschwägert gewesen sein, ohne dass die Polizei das Verhältnis näher benennt – am Abend des 11. November festgenommen. Sie war zuvor im Rahmen der Ermittlungen der Soko Blume aufgefallen, weil sie sich offenbar illegal in Deutschland aufgehalten hatte. Nachdem sie zunächst als Zeugin gegolten hatte, verdichteten sich im Laufe der weiteren Ermittlungen die Hinweise auf ihre mögliche Tatbeteiligung und ein Motiv im persönlichen Bereich. Aufgrund des dringenden Tatverdachts erließ der zuständige Haftrichter am Amtsgericht auf Antrag der Ulmer Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen die Frau.

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen wurde der dringende Tatverdacht inzwischen teilweise entkräftet. Gänzlich ausgeräumt sei der Verdacht freilich nicht, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Behörden ermitteln weiterhin gegen die Frau. Zu dem möglichen Motiv macht die Polizei keine Angaben. „Die Ermittlungen, die wir jetzt führen, dürfen nicht gefährdet werden“, begründete Wolfgang Jürgens die Vorgehensweise der Polizei.

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Mit der Ehefrau noch nicht gesprochen

Einen weiteren Hauptverdächtigen neben der 51-jährigen Frau gibt es derzeit laut Polizei nicht. Die Ermittlungen gestalten sich aufgrund der weitverzweigten Verwandtschaft des Blumenhändlers als sehr aufwendig. Zuletzt wurden mehrere Personen in Norddeutschland befragt. Noch nicht gesprochen hat die Ulmer Polizei mit der Ehefrau des Getöteten, die seit einiger Zeit mit dem gemeinsamen Sohn in der Türkei lebt. Ein Rechtshilfeersuchen in dieser Angelegenheit werde demnächst gestellt, so Jürgens. Vor der Vernehmung im Ausland liege allerdings ein „langer und zeitaufwendiger Weg“.

Die letzte Lebensgefährtin des Opfers, die mit dem Blumenhändler im Nersinger Ortsteil Leibi zusammenwohnte, sei für die Polizei eine „wichtige Gesprächspartnerin“.

Der 44-jährige türkische Blumenhändler war Anfang Oktober in Laichingen auf offener Straße in der Nähe seines Geschäftes erschossen worden. Die Ermittler haben bislang gut 400 Vernehmungen durchgeführt und 56 Hinweise verfolgt. Die Ermittlungen der eingesetzten Soko Blume dauern an.

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