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Ulm

29.05.2017

Mord in Schillerstraße: Polizei nimmt 15-Jährigen fest

In dieser ausgebrannten Wohnung wurde die Leiche gefunden. 
Bild: Thomas Heckmann

Der Jugendliche hat zugegeben, auf den 64-Jährigen eingestochen und danach den Brand gelegt zu haben. Sein Opfer war nach einem Brand tot in seiner Wohnung gefunden worden.

Im Fall des getöteten 64-Jährigen, dessen Leiche nach einem Wohnungsbrand in der Ulmer Schillerstraße gefunden worden war, hat die Polizei am Wochenende einen 15-Jährigen im Raum Ulm verhaftet. Das teilten die Staatsanwaltschaft Ulm und das Polizeipräsidium am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Gegen den Jugendlichen richtet sich demnach der dringende Tatverdacht, das 64-jährige Opfer in dessen Wohnung mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Wie erst jetzt bekannt wurde, erließ der zuständige Bereitschaftsrichter des Amtsgerichts Ulm auf Antrag der Staatsanwaltschaft bereits am Samstag Haftbefehl. Der 15-Jährige wurde in einer Justizvollzugseinrichtung untergebracht.

Wie berichtet, starb der 64-Jährige durch massive Gewalteinwirkung und den daraus resultierenden Blutverlust. Seine Leiche hatten Löschkräfte der Ulmer Feuerwehr nach einem Brand im Obergeschoss des Hauses am Ulmer Bahnhof am Dienstagabend gefunden.

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Die beiden dürften sich am Bahnhof kennengelernt haben

Der 15-jährige Tatverdächtige hat nach Polizeiangaben im Zuge der Vernehmungen bereits zugegeben, auf den Mann eingestochen und anschließend den Brand im Mehrfamilienhaus gelegt zu haben. Danach war er geflüchtet. Wie uns die Polizei mitteilte, waren die Fahnder dem Verdächtigen nach „zahlreichen“ Zeugenhinweisen und umfangreichen Recherchen auf die Spur gekommen. Die derzeitigen Erkenntnisse untermauerten zudem die bisherige Vermutung der Polizei, dass der Jugendliche keine Mittäter hatte.

Die Tatwaffe liegt der Polizei nach eigenen Angaben vor. Weitere Einzelheiten, beispielsweise ob das Messer aus der Wohnung des Opfers stammt, nennt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, ebenso wenig Details zum Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Die beiden dürften sich aber wohl am Ulmer Bahnhof kennengelernt haben, wie die Polizei am Montag auf Nachfrage sagte: Der 15-Jährige, der aus Baden-Württemberg stammt und keinen festen Wohnsitz hat, habe sich oft dort aufgehalten. Der 64-Jährige lebte in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, habe dort regelmäßig Gaststätten besucht.

Die Ermittlungen laufen weiter

Die Polizei ordnet dem 15-Jährigen weitere Straftaten zu: Demnach soll er unter anderem vor etwa einer Woche ein Wohnhaus in Beimerstetten (Alb-Donau-Kreis) in Brand gesetzt haben. Das Feuer soll er im Treppenhaus gelegt haben. Es war frühzeitig entdeckt worden, weshalb niemand verletzt wurde. Der Polizei zufolge habe der Brand allerdings das Potenzial gehabt, „gefährlich zu werden“. Zudem habe der Jugendliche – ebenfalls in Beimerstetten – eine Baustellentoilette angezündet.

Die Ermittlungen im Fall des getöteten 64-Jährigen laufen weiter: Weiterhin werden Spuren gesichert und ausgewertet, zudem Personen aus dem Umfeld des 15-Jährigen vernommen. aat

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