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Nersingen

17.01.2019

Müll-Frevel: Landrat Thorsten Freudenberger muss zahlen

Unter diesem Müllberg ist auch Altpapier, das aus dem Hause von Landrat Freudenberger stammt.
Bild: Attrodt (Repro)

Plus Die Frau von Thorsten Freudenberger hat im Nersinger Ortsteil Oberfahlheim Altpapier neben dem Container abgeladen.

In wohl jeder Kommune und Stadt sind die öffentlichen Altglas- und vor allem Papiercontainer oft gnadenlos überfüllt. Ein Bild, das sich, wie berichtet, unter anderem in Senden, Neu-Ulm und Weißenhorn zeigt. Und manch einer, der seinen ganzen Müll nicht mehr unterbringt, nimmt den Rest ungerne wieder mit nach Hause – und stellt ihn stattdessen neben den Containern ab. Das hat jüngst auch die Frau von Landrat Thorsten Freudenberger getan.

Ein Nersinger Bürger hat sich jüngst in einem Brief an unsere Zeitung gewandt. Seit Jahren ärgere er sich über abgelegten Müll bei den Papier- und Altglascontainern an der Grundschule im Nersinger Ortsteil Oberfahlheim. Auch als er am 31. Dezember vergangenen Jahres dort war, bot sich ihm wieder ein solches Bild. Und: Unter den weggeworfenen Kartons und Zetteln war auch Müll, der offenkundig aus dem Hause von Landrat Thorsten Freudenberger stammt, der in der Gemeinde Nersingen wohnt. Entsprechende Dokumente, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind – darunter eine Rechnung von Freudenbergers Frau als Unternehmensberaterin – liegen unserer Redaktion vor.

Freudenbergers Frau hat sich schon beim Abfallwirtschaftsbetrieb gemeldet

Freudenberger erklärte gestern auf Nachfrage, dass seine Familie an jenem Tag in den Urlaub gefahren sei und seine Frau vorher den Papiermüll aus der Weihnachtszeit entsorgen wollte – die Container aber alle schon komplett voll waren. „Dann hat meine Frau einen Riesenfehler gemacht.“ Sie habe zwar einen Teil des Altpapiers so gut es ging noch hineingestopft, einen kleinen Rest der Kartonagen allerdings dann daneben abgestellt. „Es war falsch und es tut meiner Frau sehr leid.“

Der Gesamtmüll, der auf den uns zugeschickten Fotos zu sehen ist (siehe Bild), stamme jedoch keineswegs aus dem Hause des Landrats, betonte dieser – vor allem nicht diejenigen Dinge, die gar nicht ins Altpapier gehörten wie Kinderwagen oder Teppichreste. Es habe an jenem Tag auch bereits Müll bei den Containern an der Grundschule gestanden. „Das ist aber natürlich keine Entschuldigung“, so Freudenberger.

Seine Frau habe sich mittlerweile schon beim zuständigen Abfallwirtschaftsbetrieb gemeldet, das ist im Falle Nersingens der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Neu-Ulm (AWB). Man werde nun ein Ordnungsgeld, das für solche Verstöße laut Landrat auch zu recht erhoben werde, bezahlen. (aat)

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