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Finanzen

26.10.2017

Museumssanierung wird noch einmal teurer

Hierhin kommt ein Café: So sieht es derzeit am Museum aus.
Bild: Alexander Kaya

Der Umbau am Petrusplatz wird rund 20 Prozent mehr kosten als geplant. Das liegt auch an einer Toilette

Zuerst war von etwa 3,05 Millionen Euro die Rede. Dann von rund 3,4 Millionen. Nun wird der Umbau im Edwin-Scharff-Museum noch einmal teurer: Gestern hat der Neu-Ulmer Finanzausschuss weiteren knapp 299000 Euro für das Großprojekt zugestimmt. Damit kostet die Baumaßnahme etwa 3,7 Millionen Euro – 21 Prozent mehr als anfangs veranschlagt. Am Petrusplatz wurde die Technik erneuert, zusätzlich wird im Eingangsbereich ein Café geschaffen.

Stadtbaudirektor Markus Krämer war es in der Sitzung sichtlich unangenehm, die erneute Hiobsbotschaft zu überbringen. Schuld am neuen Kostenschub sind zunächst weitere Widrigkeiten bei den Arbeiten im Altbau. 200000 Euro von den Mehrkosten, die gestern im Ausschuss diskutiert wurden, kommen durch verschiedene solcher Posten zustande: etwa Defekte in der Haustechnik (etwa 44000 Euro), die zunächst nicht geplante Erneuerung von Böden (22000 Euro), die Verstärkung des Stromanschlusses (19000 Euro), zusätzliche Malerarbeiten (33000 Euro) und Extrakosten durch die Komplettauslagerung der Depots (28000 Euro).

Der größte Batzen jedoch betrifft das Café. Dieses soll nämlich, wie nun offiziell bekannt wurde, als inklusives Projekt betrieben werden. Das erfordert logischerweise eine barrierefreie Toilette. Eine solche ist im Haus zwar vorhanden, liegt jedoch im Untergeschoss und ist deswegen nur zu den Öffnungszeiten des Museums zugänglich. Weil innen kein Platz mehr vorhanden ist, soll nun eine Wand zum Innenhof durchgebrochen werden und das WC unter der vorhandenen Überdachung des angrenzenden Dekanats gebaut werden. Kostenpunkt: gut 100000 Euro. Das sei „verrückt viel“, gab der Stadtbaudirektor zu. Doch offenbar nicht zu ändern.

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Auch wenn am Ende der Antrag einstimmig beschlossen wurde: Begeistert waren die Stadträte nicht. Johannes Stingl (CSU) sprach von „Stirnrunzeln“, Rudolf Erne (SPD) von „Zähneknirschen“. Alfred Schömig (FDP) und Andreas Schuler (FWG) fragten, ob nicht bei Planung oder Projektsteuerung etwas schiefgelaufen sei. Krämer konnte diese Vorwürfe nicht ganz entkräften, hatte aber Erklärungen: So sei die für die Begleitung solcher Projekte geschaffene Architektenstelle im Rathaus monatelang nicht besetzt gewesen. Immerhin eine gute Nachricht hatte er: Die nun aufgeführten Maßnahmen wären nicht billiger geworden, wenn man sie früher im Budget eingepreist hätte. Immerhin ein Stadtrat, Stephan Salzmann (Pro Neu-Ulm), hatte „nichts zu be- und verurteilen“ – und verwies zum Vergleich auf die Kostenexplosion bei der Hamburger Elbphilharmonie. Dazu Oberbürgermeister Gerold Noerenberg trocken: „Ich befürchte, dass unsere Behindertentoilette nicht so viele Besucher haben wird.“

Wer Betreiber des Museumscafés wird, war in der Sitzung nicht zu erfahren. Das Café soll rund 30 Sitzplätze bieten, dazu eine Außenbestuhlung im Innenhof. Äußerlich erkennen lässt sich der Gastronomiebereich schon jetzt: Für ihn wurde das Museum in die Arkaden hinein erweitert. Auf den Scheiben prangt seit Kurzem in großen Buchstaben: „Sind bald wieder da.“ Die Wiedereröffnung ist für Februar 2018 geplant. (mgo) "Kommentar

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