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25.03.2009

Mutter will Klarheit: Wie starb Sabrina wirklich?

Neu-Ulm Die Mutter der unter mysteriösen Umständen getöteten Aushilfsbedienung Sabrina aus Neu-Ulm will sich unter keinen Umständen damit abfinden, dass die Kriminalpolizei Neu-Ulm ihre Ermittlungen einstellt und den Fall zu den Akten legt. Sie kämpft weiter entschlossen dafür, dass die Polizei den Schuldigen am Tod ihrer Tochter findet und hat deshalb Einspruch erhoben gegen die Einstellung des Verfahrens.

Sabrina starb vor fast vier Jahren nach einem Sturz vom Balkon eines Mehrfamilienhauses in der Neu-Ulmer Innenstadt. Die Mutter glaubt, ihre damals 21 Jahre alte Tochter sei vom Balkon gestürzt worden, Polizei und Staatsanwaltschaft haben dafür jedoch keine ausreichenden Beweise gefunden.

"Aus jetziger Sicht besteht kein Anlass für weitere Ermittlungen, weil kein eindeutiger Sachverhalt beweisbar ist, der eindeutig auf ein Fremdverschulden schließen lässt", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Johannes Kreuzpointner gegenüber unserer Zeitung.

Verzweifelter Kampf und schwere Vorwürfe

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Doch die verzweifelte Mutter will sich nicht damit abfinden und erhebt schwere Vorwürfe. In ihren Augen ist Sabrina Opfer eines Verbrechens geworden. Die 21 Jahre alte Aushilfsbedienung war vor fast vier Jahren vom vierten Stock eines Mehrfamilienhauses in Neu-Ulm vom Balkon in die Tiefe gestürzt und dabei getötet worden.

Spuren oder Beweise, dass die junge Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, wurden nicht gefunden.

Nur mit einem Tanga bekleidet war die junge Frau am 12. April 2005 vom Balkon eines Hauses "Am Steg" - unweit des Neu-Ulmer Donauufers - in die Tiefe gestürzt, nachdem sie sich zuvor mit ihrem damals 28 Jahre alten Lebensgefährten gestritten hatte. Augenzeugen für das Geschehen gibt es nicht. Nachbarn hatten in der fraglichen Nacht gegen 2.45 Uhr nur die Hilferufe der jungen Frau gehört und die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden die Frau in einer Blutlache liegend. Ärztliche Hilfe kam zu spät: Sie muss auf der Stelle tot gewesen sein.

Klare Spuren eines Verbrechens fehlen

In der Nähe der Wohnung nahm die Polizei den Lebensgefährten fest. Der arbeitslose und polizeibekannte Mann stand unter Drogen- und Alkoholeinfluss. Nach Zeugenaussagen sollen sich die beiden vor dem tödlichen Sturz lautstark gestritten haben. Schnell aber musste die Kripo den 28-Jährigen wieder laufen lassen, da keine Anhaltspunkte dafür gefunden wurden, dass er die Frau von dem Balkon gestürzt haben könnte. Weder in der Wohnung noch auf dem Balkon noch an der Leiche der jungen Frau waren seinerzeit Spuren gefunden worden, die auf einen Kampf hingedeutet hätten.

Mehrfach schon wurde der Fall zu den Akten gelegt, aber immer wieder auf Drängen der Mutter von Sabrina H. wieder aufgerollt.

Gegen die neuerliche Einstellung hat die Mutter Beschwerde beim Oberlandesgericht eingeleitet. Das ist ihre letzte Hoffnung. Wenn diese Instanz in einem sogenannten Erzwingungsverfahren die Staatsanwaltschaft anweist, Anklage zu erheben, "dann wird dies auch selbstverständlich gemacht", sagte Kreuzpointner.

Aus derzeitiger Sicht sieht der Chefankläger am Landgericht Memmingen dafür keinen Grund, weil kein eindeutiger Sachverhalt beweisbar ist. Es gebe keinen ausreichenden Grund zur Annahme, dass der damals verdächtigte Lebensgefährte den Tod der jungen Frau verursacht hat.

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