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Maria Vesperbild

30.12.2017

Nach 30 Jahren: Wechsel im Wallfahrtsort

Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp übernimmt in Regensburg die Leitung der fürstlichen Hofbiblothek. Unser Bild zeigt ihn mit einer Porträtdarstellung aus der Hand von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.
Bild: Peter Bauer

An Silvester wird Wallfahrtsdirektor Imkamp nach fast drei Jahrzehnten verabschiedet. Auch für seinen Nachfolger ist die Zahl 30 wichtig.

Es ist fast wie immer. Sonntag, Pilgeramt, 10.15Uhr. Doch für den Maria Vesperbilder Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp, 66, ist das jetzt anstehende Pilgeramt alles andere als gewöhnlich. Es ist seine Verabschiedung, nach fast 30 Jahren an der Spitze des bekannten mittelschwäbischen Wallfahrtsortes. Imkamp erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er seine Verabschiedung bewusst unspektakulär gestalten möchte: „Man soll sich nicht zu wichtig nehmen.“ Imkamp zieht zum Jahreswechsel ins Schloss der Familie von Thurn und Taxis nach Regensburg.

Dort wird er die Leitung der fürstlichen Hofbibliothek übernehmen. Außerdem möchte er häufiger länger am Stück in Rom sein und dort die Zeit für Forschungen nutzen. Sein Nachfolger ist der Kaufbeurer Dekan Erwin Reichart, 63, der bereits schon einige Male vor Ort in Maria Vesperbild war, um sich mit seiner neuen Aufgabe vertraut zu machen.

Auch der Neue kritisiert den „Modernismus“

Imkamp gilt seit Jahrzehnten als pointierter Kritiker des „Modernismus“ in der katholischen Kirche. Seine Positionen sorgen immer wieder für kontroverse Debatten. Reichart vertritt in Glaubensfragen in mancherlei Hinsicht eine ähnliche Linie wie Imkamp. „Die Profanisierung, die Verweltlichung, die Anpassung an den Zeitgeist, die Ehrfurchtlosigkeit treibt die Kirche in die Selbstzerstörung“, schreibt er im „Weihnachtsbrief“ der Pfarreiengemeinschaft Ronsberg-Ebersbach-Willofs. Reichart weiter: „Die Verweltlichung“ strahle aus „in alle Bereiche. Nichts ist mehr heilig: vom Sonntag angefangen bis hin zum menschlichen Leben überhaupt“, kritisiert er aktuelle Entwicklungen.

Weihnachten und die Zeit um das Fest – da ist in den Pfarreien einiges zu bewältigen. So sei der Wechsel nach Maria Vesperbild für ihn derzeit auch eine organisatorische Herausforderung, wie Erwin Reichart in einem Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. Der Dekan des Dekanats Kaufbeuren ist seit 1988 Pfarrer in Ebersbach. Die Pfarreiengemeinschaft leitet er seit dem Jahr 2000. Das sei eine lange Zeit gewesen, die für ihn prägend gewesen sei, sagt Reichart. Aber auf die neue Aufgabe in Maria Vesperbild empfinde er große Vorfreude.

Die Zahl 30 hat für Imkamp und Reichart eine wichtige Bedeutung

Reichart stammt aus einer Arbeiterfamilie, aufgewachsen ist er in Kleinweiler im Oberallgäu. Zunächst ließ er sich zum Betriebsschlosser ausbilden. Über den zweiten Bildungsweg holte er das Abitur nach und absolvierte ein Studium der Theologie und der Philosophie. Zum Priester wurde er im Jahr 1983 geweiht, er war Kaplan in Dillingen.

Die Zahl 30 ist sowohl für Imkamp als auch für Reichart von besonderer Bedeutung. Imkamp verlässt Maria Vesperbild nach fast 30 Jahren, Reichart tritt nach 30 Jahren eine neue Aufgabe an. Der scheidende Kaufbeurer Dekan ist auch als Buchautor aktiv: 2003 erschien im Augsburger St.-Ulrich-Verlag sein Buch „Die Taufe. Was Eltern und Paten über das erste Sakrament der Kirche wissen müssen.“

Prälat und Apostolischer Protonotar Imkamp wird an Silvester, Sonntag, 31. Dezember, nach dem Pilgeramt (Beginn 10.15 Uhr) bei einem Empfang der Kirchenverwaltung für geladene Gäste im Pilgerhaus verabschiedet. Am Abend um 19 Uhr predigt Imkamp nochmals, ebenso an Neujahr. Die Amtseinführung von Dekan Reichart mit Generalvikar Harald Heinrich findet am Sonntag, 7. Januar, um 10.15 Uhr in der Wallfahrtskirche statt.

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