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Neu-Ulm

04.12.2018

Nachbarschaftshilfe Neu-Ulm feiert Jubiläum

Die zahlreichen anwesenden Helfer erhielten bei der Feier vom Vorsitzenden des Vereins, (Dr.) Bernd Heise (ganz hinten Dritter von rechts), Blumen.
Bild: Stefan Kümmritz

Die Nachbarschaftshilfe Neu-Ulm feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Die Einsatzbereiche der Ehrenamtlichen sind vielfältig, eine Sache ist aber besonders wichtig.

Zehn Jahre sind noch keine Ewigkeit, was die Nachbarschaftshilfe Neu-Ulm (Nanu) seit ihrer Gründung im Sommer 2008 geleistet hat, ist aber schon etwas ganz Großes. Entsprechend wurde die ehrenamtliche Arbeit des Vereins bei der Jubiläumsfeier auch von prominenten Gastrednern gewürdigt. Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zum Beispiel erzählte: „Ich erinnere mich, als ich erstmals von Nanu hörte. Ich fragte mich damals: Nanu, was ist denn das?“ Sein Lob folgte sofort: „Ich erlebe sehr viel Ehrenamt, aber was Nanu macht, ist das reinste Ehrenamt, das man sich vorstellen kann.“ Wer mitarbeite, wisse anfangs gar nicht so recht, auf was er sich einlasse und welche Belastungen auf ihn zukomme. Das Wichtigste bei der Arbeit sei die Zuwendung. „Das Motto Ihres Vereins ist ,Mit Herz und Seele’ und das ist genau das, was man für die Arbeit am hilfebedürftigen Menschen mitbringen muss.“

Was Nanu in den vergangenen zehn Jahren – speziell für Menschen mit Demenz geleistet hat – ist beachtlich. Heidrun Dörnhofer, seit einem Jahr und acht Monaten als gelernte Krankenschwester und Krankenhausseelsorgerin anerkannte Fachkraft bei Nanu, zählte eine ganze Reihe von notwendigen Tätigkeiten auf, unter anderem: Spaziergänge mit Rollstuhlfahrern, putzen, im Garten arbeiten, einkaufen, Kontakte mit Angehörigen pflegen, sogar Fußball spielen, vor allem aber: einfach da sein, dem Hilfebedürftigen ein bisschen Zuwendung und Geborgenheit geben. „Dabei werden Muss-Bekanntschaften oft zu Freundschaften“, so Dörnhofer.

Nachbarschaftshilfe Neu-Ulm: Insgesamt wurden in diesem Jahr 82 Hilfsbedürftige unterstützt

Man kann die Leistungen auch in Zahlen ausdrücken, wie sie der Nanu-Vorsitzende Bernd Heise vortrug: Seit 2008 ist die jährliche Zahl der Betreuungsstunden durch die Nachbarschaftshilfe auf derzeit knapp 6000 angewachsen. Insgesamt verzeichnete der Verein seit 2008 insgesamt 149 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Diese haben 261 Menschen, darunter auch Alleinerziehende, betreut und zusätzlich regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen absolviert. In diesem Jahr waren in der Spitze 43 Leute für Nanu tätig, die sich um insgesamt 82 Hilfsbedürftige gekümmert haben.

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Landtagsabgeordnete Beate Merk sprach mit Hochachtung über die geleistete Arbeit: „Viele Menschen wollen sich heute nicht mehr verpflichten und sich längerfristig binden. Zehn Jahre Nanu sprechen eine andere Sprache.“ Die Arbeit der Helfer sei lebensnah und ohne Barrieren. „Was hier geleistet wird, ist sehr karitativ und kann in unserer Gesellschaft nicht hoch genug bewertet werden.“

In der Folge zeigte die Münchner Heilerziehungspflegerin und vielfache Fachbuchautorin Marion Jettenberger anhand eines Märchens von einem Fuchs, der älter werdend alles vergisst, sogar, dass er ein Fuchs ist, in ihrem Vortrag „Demenz erleben – verstehen – begleiten“ die Anzeichen dieser tückischen Krankheit, ihren Werdegang und die Folgen auch für die Umwelt sehr realitätsbezogen auf. Ein nachdenklicher Beitrag am Ende eines fröhlichen Abends.

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