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Tradition

18.02.2015

Narren geben Geizkragen keine Chance

Das Martinstor in Oberelchingen war gestern ganz in der Hand der Greane Krapfa, die dort einen Narrenzoll verlangten.
Bild: mde

Zum Ende der Faschingszeit wurde in Oberelchingen der Därleszoll eingetrieben. Danach begann das Jammern

Entenklemmer und Geltsgottknackler, die besondere Spezies der schwäbischen Geizkrägen, sollten am Tag vor Aschermittwoch das Oberelchinger „Därle“, das ehemalige Zollhaus im Martinstor, weit umfahren. Dort wird nämlich am Faschingsdienstag, so auch gestern, von den närrischen „Greane Krapfa“ der Därleszoll eingetrieben.

Wer sich weigert, „einen Heller oder einen Batzen“ zu entrichten, wird mit Konfetti getauft. Wer behauptet, er habe keinen Geldbeutel dabei, muss damit rechnen, bezüglich der Verweigerung des Narrenbrotes vor das Narrengericht gezerrt und zu einem Umtrunk im Hexenhaus verurteilt zu werden. Wer den Narrenzoll ohne Murren entrichtet, wird mit einem Schaumkuss belohnt. Die Zolleinnahmen werden von den Krapfen für das Ausschmücken des Dorfes mit der Lumpenschnur und für den nächsten Narrenbaum verwendet. Mit einem letzten Schnorrvesper bereiteten sich die Narren auf das Ende der Fasnacht und die Tage der Entsagung vor. „Des isch a Kreuz und a Leida, mit deara Entsagung isch’s a Kreuz und a Leida“, jammerten sie und stärkten sich mit einer Badewanne voller Wurstsalat. Die Zutaten hatten sie am Rußigen Freitag beim Narrenschnorren erheischt.

Ganz Elchingen war zur feucht-fröhlichen Narrenspeisung und zum Fasnachtbegraben ins „Därle“ eingeladen. Unter Jammern und Wehklagen trugen sie am Abend des Faschingsdienstags ihre Fasnacht zu Grabe. Die Fasnachtler legten ihre närrischen Insignien, das Zepter des Prinzen, die Krone der Prinzessin, die Maske der Därles Bärbla, den Glockenstrang der Bobbele und den Hut der Gardemädchen in eine Truhe und verwahrten diese im Brunnenloch beim Martinstor. Quadragesima, der Aschermittwoch, stand vor der Tür und läutet nicht nur für alle, die gerne „leiblich sündigen“, die Fastenzeit ein. Alle Unflätigen wurden aufgerufen, Buße zu tun, „den leeren Beutel zu waschen und keiner Jungfrau mehr ein Falsch zu tun“.

„Die Fasnacht ist tot, aber sie wird wieder auferstehen, ’s geht drgega“, trösteten sie sich gegenseitig. Bis zum nächsten 11.11. mussten sich die Narren nun von ihrer geliebten Fasnacht verabschieden. (mde)

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