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Neu-Ulm

08.10.2019

Neu-Ulm will künftig mehr feiern

Der Publikumshöhepunkt der Neu-Ulmer Jubiläumsfeierlichkeiten war der Festwochenende Anfang Juni
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Der Publikumshöhepunkt der Neu-Ulmer Jubiläumsfeierlichkeiten war der Festwochenende Anfang Juni
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Stadt hat sich ein halbes Jahr lang selber gefeiert und die Menschen ausgesprochen euphorisch gestimmt. Deshalb soll manches Ereignis fortgeführt werden.

Vielleicht könnte man es so sagen: Neu-Ulm hat in der Vergangenheit einfach zu wenig gefeiert. Jedenfalls findet Oberbürgermeister Gerold Noerenberg, er hätte in seiner Amtszeit, die nun seit Anfang 2004 währt, „mehr machen können“. Das merkte er selbstkritisch an, als er am Dienstag auf die Feierlichkeiten zu 150 Jahren Stadterhebung zurückblickte. Völlig überrascht hatte ihn, wie enthusiastisch die Menschen in dieser Zeit gewesen seien.

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Neu-Ulm will mehr feiern

Er habe persönlich noch nie so viele positive Rückmeldungen bekommen. Der sechs Monate währende Jubiläumsmarathon habe die Menschen in dieser Stadt, die ja in sehr unterschiedliche Teile zerfällt, näher zusammengebracht: „Das Identitätsstiftende, das hatte ich so nicht geglaubt“, sagte er. Deshalb sollte der künftige Stadtrat, der im März gewählt wird, den Mut haben, „noch mal so etwas zu machen“. Noerenberg selbst tritt bekanntlich nicht mehr an, deshalb wolle er nachfolgenden Politikern nichts raten – was er dann indirekt aber doch tat, indem er ein für seine Verhältnisse ausgesprochen euphorisches Fazit des Jubiläums zog. Cheforganisator Ralf Mager kündigte an, dass so manche Veranstaltung der vergangenen Monate keine einmalige Angelegenheit bleibt. Neu-Ulm wird also künftig mehr feiern.

Eine gigantische Trommel-Show mit 1500 Trommlern zum Abschluss des Neu-Ulmer Stadtjubiläums.
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Trommel-Show zum Jubiläumsfinale der Stadt Neu-Ulm
Bild: Alexander Kaya

Der Oberbürgermeister, der von sich selber sagt, er sei ein „vorsichtiger Mensch“ und neige nicht zum Enthusiasmus, zeigte sich am Dienstag beim Rückblick auf die Jubiläumszeit tatsächlich ausgesprochen froh gestimmt: „Ich haben nie geglaubt, dass die sechs Monate so viel Spaß machen.“ Diese Zeit habe die Stadt verändert, die Menschen näher zueinander gebracht und seiner Einschätzung nach das Selbstbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gestärkt. „Da wird was übrig bleiben“, glaubt er – unter anderem Stolz auf eine Stadt, „die gezeigt hat, dass sie einiges drauf hat“. Somit waren die gut 1,3 Millionen Euro, die Neu-Ulm für die Feiern ausgegeben hat, gut angelegtes Geld.

Neu-Ulm will künftig mehr feiern

Das Wetter begünstigt die Jubiläumsfeier in Neu-Ulm

Dafür bekamen die Menschen 85 höchst unterschiedliche Veranstaltungen geboten, die von der Zaubershow über das zweitägige Festwochenende, die „amerikanischen Tage“, das Bürgertheater bis zum „Wochenende der Trendsportarten“ reichte. Dabei gab es viele Gelegenheiten, selber mitzumachen, etwa beim Kurzfilmfestival, der Trommelshow zum Finale oder dem Bürgertheater zur Geschichte der Stadt. Vom Wetter meistens begünstigt, kamen ausgesprochen viele, um dabei zu sein. Mager schätzt die Gesamtzahl der Besucher auf 100.000 Menschen, wobei schon allein 30.000 beim Feierwochenende Anfang Juni ihren Spaß hatten.

Die Stadt war am Samstag  voll, denn auf den verschiedenen Bühnen wurde unglaublich viel Musik geboten, sei es auf der Bühne in der Donau beim Edwin-Scharff-Haus, vor dem Donau-Center und nicht zuletzt auf dem Petrusplatz.
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Die Neu-Ulmer Feiertage zum 150-jährigen Stadtjubiläum
Bild: Alexander Kaya

Vermutlich strömten auch viele von auswärts nach Neu-Ulm. Die Stadt hatte zusammen mit einer Werbeagentur einiges auf die Beine gestellt, um auf die Ereignisse gebührend aufmerksam zu machen. Das scheint sehr gut funktioniert zu haben. „Wir wollten Neu-Ulm in der Wahrnehmung neu positionieren“, sagte Mager, was nichts anders heißt als zu zeigen, dass nicht nur die große Schwester Ulm jede Menge spannende Ereignisse zu bieten hat. „Die Leute haben Neu-Ulm von einer ganz anderen Seite kennengelernt.“ Um all die Ereignisse zu stemmen, hatten sich seit Mitte 2016 rund 160 Frauen und Männer der Stadtverwaltung um die Organisation gekümmert, neben ihrer „normalen Arbeit“, wie Noerenberg lobte.

Autokino war der Renner bei der Jubiläumsfeier

Weil alles so gut gelaufen ist und den Menschen gefallen hat, soll einiges aus dem Programm weitergeführt werden. Etwa die Flussbühne in der Nähe des Krankenhauses, auf der beim Feierwochenende teilweise die Musik spielte. Dort könnte sich Mager regelmäßige Klassik- oder Weltmusikkonzerte vorstellen. Auch das Kurzfilmfestival, bei dessen Premiere nur Videos gezeigt wurden, die sich 150 Sekunden lang mit Neu-Ulm beschäftigten, könnte fortgesetzt werden. Als ausgesprochener Renner erwies sich das Autokino bei den „amerikanischen Tagen“. Für Karten standen die Interessenten schon morgens um 8 Uhr vor der Rathaustür. Auch ein Zauberkunstpreis könnte in Zusammenarbeit mit dem Neu-Ulmer Magier Florian Zimmer regelmäßig vergeben werden – natürlich in Verbindung mit einer entsprechenden Show. Und die Straßenkultur im Hochsommer soll dauerhaft von einem auf zwei Tage ausgedehnt werden. Mager formuliert es so: „Wir versuchen, die Dynamik zu halten.“

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