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Neu-Ulm

25.11.2016

Neu-Ulmer Festung mit teuren Schwachstellen

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2 Bilder
Auf den ersten Blick ist die Bundesfestung in einem guten Zustand, doch auf den zweiten offenbaren sich viele Schäden durch Baumwurzeln oder Efeu.
Bild: Ranft

Die denkmalgeschützen Anlagen weisen erhebliche Schäden auf. Neu-Ulms Stadträte machen sich Sorgen und wollen einen Rettungsplan erstellen.

Das kann nun aber richtig teuer werden: Bis Mitte kommenden Jahres soll die Verwaltung nach dem Beschluss des Hochbauausschusses den Bauzustand der denkmalgeschützten Festungsanlagen in Neu-Ulm ermitteln und gleichzeitig eine Kostenschätzung für notwendige Reparaturen vorlegen.

Ausgelöst hatte die Debatte um die Festungsanlagen innerhalb der Haushaltsberatungen ein Antrag der Freien Wähler, die sich wiederum auf einen Zustandsbericht des „Förderkreises Bundesfestung Ulm“ vom Oktober beriefen. Der hatte in einer zwölfseitigen, mit 39 Fotos unterlegten Bestandsaufnahme eine lange Reihe dringlich notwendiger Unterhaltungs-, Pflege- und Reparaturarbeiten aufgelistet. Die Freien Wähler machten sich die Ergebnisse der Untersuchung zu eigen und forderten, die „notwendigen Summen“ in den Haushalt aufzunehmen. Mit der Beseitigung störenden Buschwerks solle schon im kommenden Frühjahr begonnen werden.

Tatsächlich hatte der Förderkreis festgestellt, die historischen Bauwerke seien „dank des hervorragenden Baumaterials eigentlich in gutem Zustand“. Äußerlich seien dem Mauerwerk vor allem in den Glacisanlagen kaum Schäden anzusehen. Doch der Eindruck täusche über den tatsächlichen Zustand hinweg. Erst der Blick hinter die frei stehenden Mauern erweise die erheblichen Schäden, die der starke Baumbewuchs schon hervorgerufen habe. Auch der an den Backsteinmauern wuchernde Efeu stelle ein Problem dar. Schließlich sei auch der von einer Fliegerbombe im April 1945 verursachte Schaden am Dach der Caponniere 6 noch immer nicht behoben.

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Stadtbaudirektor Markus Krämer bestätigte den Befund. Zunächst seien im Haushalt – wie in den Vorjahren – 60 000 Euro für den laufenden Unterhalt der Anlagen eingestellt. Nachhaltigkeit lasse sich mit dieser Summe allerdings nicht erzielen. Der Bombenschaden und auch weitere größere Mängel benötigten ganz andere Beträge. Allerdings helfe da nicht zu sagen, „man muss mal was machen, man muss auch können“. Denn da sei ja auch noch die Caponniere 4 hinterm Bahnhof, in die es hineinregne. „Beide Projekte kosten dann aber richtig Geld“.

Mit Unmut reagierte CSU-Rätin Waltraud Oßwald auf die Verwaltungsvorlage, die sich nur auf den Antrag der Freien Wähler stütze. Dabei habe ihre Fraktion doch schon viel früher einen gleichartigen Antrag eingebracht. „Hier versuchen wohl einige, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, unser Antrag auf Kostenermittlung war früher da.“ Stadträtin Oßwald, die den Bericht der „Festungsfreunde eine hervorragende Arbeit“ nannte, schätzte den Finanzbedarf auf mehrere hunderttausend bis eine Million Euro. Deshalb sei eine Prioritätenliste der dringlichen Arbeiten aufzustellen. Bis zum Stadtjubiläum 2019 müsse noch einiges aufgearbeitet werden an den Festungsanlagen.

Ulrich Seitz (SPD) nannte es „erfreulich, dass sich hier eine so breite Basis für den Erhalt der historischen Bausubstanz findet“. Die FDP reichte noch einen Antrag zur Beschaffung von zwei zusätzlichen Sonnenschirmen für die Caponniere 4 nach, weil dort „die Besonnung der Besucher zu stark sein kann“. Einstimmig beauftrage der Ausschuss die Verwaltung, mit den für 2017 verfügbaren 60000 Euro die dringlichsten Maßnahmen durchzuführen. Zur Jahresmitte soll dann der „Zustandsbericht bezüglich der Festungsanlagen mit einer entsprechenden Kostenschätzung vorgelegt werden.

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