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Neu-Ulm

16.01.2019

Neu-Ulmer Teppich kommt nach Afrika

Der Wandteppich hing bis vor wenigen Jahren in der Neu-Ulmer Petruskirche.
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Der Wandteppich hing bis vor wenigen Jahren in der Neu-Ulmer Petruskirche.
Bild: Inge Pflüger

Der umstrittene Wandschmuck, der aus der Petruskirche entfernt wurde, geht am Wochenende auf große Reise. Warum sich die Gemeinde in Nairobi darüber freut.

Lange lag jener Wandbehang der koreanischen Textilkünstlerin Hei Young Lee Ahn, der bis 2015 in der Altarnische der Petruskirche hing, gut eingepackt im evangelischen Dekanat Neu-Ulms. Am kommenden Sonntag um zehn Uhr soll er an Pfarrer Johannes Löffler übergeben werden und sich dann mit ihm auf große Reise nach Nairobi in Kenia machen. Die Petrus-Gemeinde hatte für den knapp sechs Meter langen und etwa einen Meter breiten Teppich mit dem Titel „Der Geist Gottes schwebt über den Wassern“ einen neuen Ort gesucht, an dem er zur Wirkung kommen soll. Der ist nun gefunden – in Afrika. Johannes Löffler, viele Jahre lang evangelischer Klinikseelsorger in Günzburg, ging 2014 mit seiner Frau nach Kenia. Als er vom in Neu-Ulm überflüssig gewordenen Teppich erfuhr, bewarb er sich bei der Petrusgemeinde um den Wandbehang.

Manche Gottesdienstbesucher vermissten den Wandteppich

An die freie weiße Wand des Chorraums der Petruskirche haben sich die Gottesdienstbesucher inzwischen gewöhnt. Dass der zu Beginn der Kirchenrenovierung 2015 abgenommene Wandteppich nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr an seinen Platz hinter dem Altar zurückkam, nahmen damals viele Mitglieder der Gemeinde positiv auf, während er von anderen Gottesdienstbesuchern vermisst worden war.

Der Wandteppich, der schon beim Ankauf 1994 umstritten gewesen war, soll künftig – und schon sehr bald – die Kirche der evangelischen Gemeinde in Nairobi zieren, die derzeit erweitert wird. Für die Gemeinde der Bischofskirche in der kenianischen Hauptstadt ist der Teppich eine Freude, zumal sie den Wandbehang kostenlos bekommt. „Generell sind solche Kunstgegenstände in hiesigen lutherischen Kirchen selten, was zum Großteil an den Anschaffungskosten liegt“, erklärt Löffler. „Der Wandbehang wäre hier mit Sicherheit eine große Ausnahme und kann andere Gemeinden ermutigen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten über die künstlerische Ausgestaltung ihrer Kirchen nachzudenken. Zumal es sich um die Kirche handelt, die am Bischofssitz liegt und der damit auch Vorbildfunktion zukommt.“

Die Gemeinde in Nairobi freut sich auf den Wandschmuck

Die Gemeinde in Nairobi, sagt Löffler, freue sich jedenfalls sehr auf den Wandschmuck, der in Neu-Ulm immer wieder polarisiert hatte und der letztlich weichen musste. Gründe dafür – so hatte Kirchenrat Helmut Braun erklärt, der Kunstbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern ist – gab es mehrere, sowohl künstlerischer als auch verfahrensrechtlicher und raumästhetischer Art. Im Design des Teppichs hatte die Künstlerin Hei Young Lee Ahn nicht nur christliche, sondern auch buddhistisches und schamanisches Gedankengut eingewoben.

Der frühere Neu-Ulmer Dekan Jürgen Mehl und Mitglieder der Gemeinde hatten den Wandteppich 1994 bei einer Textilkunst-Ausstellung in der Burgriedener Villa Rot entdeckt und – mit Gesamtkosten von 13000 Mark, aber ohne Genehmigung der Landeskirche – im Chorraum der Petruskirche montieren lassen.

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