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Neu-Ulm

13.03.2020

Neu-Ulmer Unfallstatistik: Mehr Unfälle, weniger Verletzte

Ablenkung ist in vielen Fällen die Ursache für Verkehrsunfälle. Das ist oft das Handy am Steuer – es gibt aber auch andere Ablenkungsquellen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die Polizeiinspektion Neu-Ulm verzeichnet für 2019 weniger Verletzte bei Unfällen. Dafür machen andere Entwicklungen Sorgen.

Einmal kurz das Handy entsperrt – und schon legt man bei einem Tempo von 50 Stundenkilometern 56 Meter im Blindflug zurück. Wenn man eine Telefonnummer wählt, sind es schon 196 Meter, bei einer kurzen Textnachricht über 250 Meter. 931 Verkehrsteilnehmer hat die Polizei im Bereich Neu-Ulm, Elchingen und Nersingen im vergangenen Jahr mit dem Handy am Steuer erwischt – fast 200 mehr als noch im Jahr zuvor. „Trotz Kontrollen und höheren Bußgeldern ist die Vernunft bei den Verkehrsteilnehmern noch nicht angekommen“, betonte Polizeihauptkommissar Werner Lipp bei der Vorstellung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik. Dienststellenleiterin Michaela Baschwitz fügt hinzu, dass man stattdessen die technischen Möglichkeiten der Fahrzeuge wie Bluetooth und Freisprecheinrichtungen nutzen sollte. „Durch das Telefongespräch ist man immer noch genug abgelenkt.“

Das Mobiltelefon sei aber gar nicht die einzige Ablenkungsquelle, die letztendlich zu einem Unfall führen kann. „Das ist auch einmal eine angeregte Unterhaltung, oder man ist mal in Gedanken“, sagt Baschwitz. Ablenkung spiele bei vielen Unfällen eine Rolle, beispielsweise bei Auffahrunfällen. Aber: Sie wird oft nicht angegeben. Es sagt fast niemand: „Da hab ich im Auto was gegessen.“

Polizeiinspektion Neu-Ulm stellt Verkehrsunfallstatistik für 2019 vor

Insgesamt hat die Polizeiinspektion Neu-Ulm 2019 im Bereich Neu-Ulm, Nersingen und Elchingen 2753 Verkehrsunfälle bearbeitet, das sind 3,6 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Nicht berücksichtigt werden in der Statistik Unfälle auf der A7, der A8, der B28 sowie der B30. Die meisten Unfälle – 2436 Stück – ereigneten sich naturgemäß auf Neu-Ulmer Stadtgebiet, deutlich weniger in den Gemeinden Elchingen (169) und Nersingen (148). Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen 15 und 18 Uhr sowie freitags.

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Polizeioberrätin Baschwitz spricht von „Licht und Schatten“: So hat es zwar im Vergleich zum Jahr 2018 im vergangenen Jahr weniger Unfälle mit Personenschaden gegeben – die Anzahl der Verletzten sank von 477 auf 425. Allerdings gab es mehr Schwerverletzte, die Zahl stieg von 41 auf 55. Auch zwei tödliche Verkehrsunfälle ereigneten sich. Im Juni wurde ein 20-Jähriger, der damals wohl auf dem Heimweg vom Burlafinger Dorffest war, auf der Kreisstraße NU8 bei Pfuhl von einem Auto angefahren, er erlag vor Ort seinen schweren Verletzungen. Bei der Obduktion wurde später festgestellt, dass der junge Mann zum Zeitpunkt des Unfalls auf der Straße lag, zudem hatte er Alkohol getrunken. Der zweite tödliche Unfall ist mittlerweile fast ein Jahr her: Im März stießen auf der Staatsstraße zwischen Holzschwang und Hittistetten ein Motorrad- und ein Radfahrer zusammen, als der Radfahrer die Staatsstraße überqueren wollte. Der Radfahrer starb ebenfalls noch an der Unfallstelle.

Umlaufsperren am Allgäuer Ring sieht die Polizei positiv

36 Menschen verursachten Unfälle unter Alkoholeinfluss. Unter Drogeneinfluss ereigneten sich zwei Unfälle. „Es gibt aber erheblich mehr Verkehrsteilnehmer, die wir vorher kontrolliert haben“, betont Baschwitz. So wurden 2019 288 Fahrer wegen Alkohol am Steuer, 129 wegen Fahren unter Betäubungsmitteln angezeigt. „Die Leute wissen gar nicht, was für eine Gefahr sie für sich und andere darstellen“, so die Dienststellenleiterin.

Fahrradfahrer waren insgesamt an 171 Unfällen beteiligt, wobei die Zahl der Radfahrer als Unfallverursacher mit 126 im Vergleich zum Vorjahr konstant blieb. Am Allgäuer Ring stieg die Unfallzahl von 59 auf 71. An neun davon waren Radfahrer beteiligt, so viele wie im Jahr 2018. Polizeihauptkommissar Lipp erklärt: „Die Umlaufsperren sehen wir eher positiv.“ Denn durch sie würden Radfahrer langsamer unterwegs sein – was bei einem eventuellen Unfall dann auch die Schäden mindere.

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