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Ulm

12.04.2019

Neubau: SSV Ulm wappnet sich für die Zukunft

Das ist das neue Funktions- und Umkleidegebäude der SSV-Fußballer und des Muttervereins. In rund einem Jahr sind 15 Umkleidekabinen und Mehrzweckräume entstanden.

Plus Die SSV-Fußballer und der Mutterverein haben ihren Neubau in der Gänswiese eröffnet. Vor allem für die Kicker ist er mehr als nur Umkleidekabinen.

Die Zukunft des SSV Ulm 1846 liest sich auf dem Papier wie der Traum eines sehr ambitionierten Heimwerkers: 50 Tonnen Stahl, 1600 Tonnen Beton, 5500 Fliesen und noch mehr – all das zusammengepresst zum neuen Funktions- und Umkleidegebäude der Spatzen, das am Freitagnachmittag nach einem Jahr Bauzeit in der Gänswiese eröffnet wurde. Hauptmieter werden die Regionalliga-Fußballer des SSV sein, rund 25 Prozent sollen dem Mutterverein gehören, der ab sofort sieben seiner Abteilungen neue Umkleiden und Büroräume zur Verfügung stellen kann, darunter die Hockey- und Cricketabteilung. Daneben gibt es den symbolischen Wert für den Kern-SSV. Das Gebäude ist der erste Sport-Neubau des Vereins seit einem Jahrzehnt. Für die Fußballer bedeutet der Drei-Millionen-Bau aber ungleich mehr als nur ein paar Nasszellen.

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Auch interessant: Das steht bei den Ulmer Spatzen alles an.

Die Spatzen sind ambitioniert; nur im Strom der Ligakonkurrenten mitzuschwimmen, reicht ihnen nicht. Sie wollen ihren Profikader in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ausgliedern, langfristigen sportlichen Erfolg und auch beim Thema Nachwuchs mitmischen. Hier kommt der Neubau ins Spiel. Den Ulmern schwebt ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) vor, das vom Deutschen Fußballbund (DFB) zertifiziert wurde. Ein Zuckerschlecken ist das nicht, es gelten strenge Richtlinien.

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Der SSV Ulm 1846 eröffnet sein neues Umkleide- und Funktionsgebäude

55 vom DFB zertifizierte Leistungszentren gibt es in Deutschland, das mag auf den ersten Blick nach viel klingen. Allerdings sind die 36 Mannschaften aus der ersten und zweiten Bundesliga dazu verpflichtet, Leistungszentren zu betreiben. Zehn Vereine der 3. Liga haben ein NLZ, in allen fünf Regionalliga-Staffeln zusammen sind es neun. Für einen Verein wie Ulm, der vor ein paar Jahren noch in großen finanziellen Nöten steckte, wäre es bemerkenswert, zu diesem Kreis zu gehören. Daran, das Zertifikat zu bekommen, arbeitet der SSV gerade. Immerhin wurde der Antrag schon ins Anerkennungs-Verfahren des DFB aufgenommen. „Schön“ fände es Spatzen-Vorstandsmitglied Anton Gugelfuß, wenn alles zum Beginn der Saison 2021 fertig wäre.

Lesen Sie auch: Der SSV Ulm steht im Halbfinale des WFV-Pokals.

Für den SSV Ulm 1846 Fußball wäre eine Zusage des DFB ein wichtiges Signal für die Zukunft. Gerade für ein Regionalliga-Team, das nicht über große finanzielle Mittel verfügt, spielt die Nachwuchsarbeit eine wichtige Rolle, um so die eigene Mannschaft zu bestücken oder wenigstens durch den Verkauf großer Talente ein paar Euro zu verdienen. Das in Kombination mit der Professionalisierung, die dem Vernehmen nach im Sommer über die Bühne gehen wird, würde Ulm als Fußballstandort festigen. Und den Spatzen vielleicht ja den ersehnten Aufstieg bescheren. „Das Vorhaben hat Symbolcharakter“, sagte Matthias Schöck, der Präsident des württembergischen Fußballverbands, bei der Eröffnung. Er vertrat den ehemaligen DFB-Chef Reinhard Grindel, der ursprünglich zu der Veranstaltung kommen wollte.

In den Neubau der Spatzen soll das Nachwuchsleistungszentrum kommen

Platz und Ausstattung für ihre Pläne haben die Spatzen jetzt jedenfalls., beim Bau wurde auf die Vorgaben des DFB geachtet. Allein aus diesem Zweck entstand das Gebäude jedoch nicht. „Über die Jahre blieb viel auf der Strecke“, sagte Gugelfuß mit Blick auf die drei zurückliegenden Insolvenzen. „Schlichtweg notwendig“ sei der Neubau gewesen. Auf über 1300 Quadratmetern Nutzfläche finden sich in dem Gebäude des Architekturbüros Casa Nova neben den 15 Umkleidekabinen auch Räume für verschiedene Zwecke: Verwaltung, Regeneration, Physiotherapie, Athletik oder auch, um den Kindern und Jugendlichen bei den Hausaufgaben zu helfen. Das Leistungsprinzip steht über allem – selbst bei den Umkleiden. Die U16-, U17- und U19-Teams bekommen fest zugeordnete Kabinen, die unterschiedlich modern eingerichtet sind. Je höher die Altersklasse, desto komfortabler ist der Raum. Jugendspieler sollen so motiviert werden, aufzusteigen.

Die Fußballer können zudem ihre Geschäftsstelle aus dem Container am Donaustadion hin in den Neubau bewegen. Fußballdeutschland aus einem weißen Container aufzuwirbeln, passt nicht zum eigenen Anspruch. Anlaufstelle für Fans (Ticketverkäufe, Fanshop) bleibt der Kasten aber weiterhin. Von den 3,05 Millionen Euro, die der Neubau verschlungen hat, zahlt die Stadt Ulm durch die Sportförderrichtlinien den größten Teil, um die 1,9 Millionen Euro. 300000 Euro kommen vom Württembergischen Landessportbund, der Mutterverein zahlt 200000 Euro und die Fußballer dank eines Kredits 600000 Euro.

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22 Bilder
Eröffnung des SSV Ulm Funktionsgebäudes
Bild: Alexander Kaya
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