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Ulm

05.11.2019

Neubaustrecke nimmt Kurs auf Zielgerade

Durch diesen 400 Meter langen Bahntrog fahren die Züge ab 2022, wenn sie aus dem Albabstiegstunnel kommen. Im Tunnel sind die Gleise bereits verlegt, nun wird die Strecke ab 24. November an das Gleisnetz angeschlossen.
Foto: Alexander Kaya

Die Bauwerke auf der Neubaustrecke von Ulm über Wendlingen nach Stuttgart sind so gut wie fertig, nur die Technik fehlt noch. Wegen letzter Arbeiten machen die Fernzüge für drei Wochen einen Bogen um die Münsterstadt.

Zumindest eine der zahlreichen Großbaustellen am Ulmer Hauptbahnhof neigt sich dem Ende zu. Zumindest, was den Einsatz von schweren Maschinen angeht: Mit der Fertigstellung von zwei „Meilensteinen“, wie es Bahn-Projektleiter Stefan Kielbassa bei einer Baustellenbegehung ausdrückte, übernehmen nun bald Techniker statt Ingenieuren das Kommando. Das Kreuzungsbauwerk der Neubaustrecke mit der Filstalbahn ist im Rohbau fertiggestellt und die Weichen zum Anschluss der Gleise der Neubaustrecke sind eingebaut. Auch im 400 Meter langen Bahntrog, der vom Ulmer Hauptbahnhof zum ebenso fertiggestellten Albabstiegstunnel führt, liegen schon Gleise. Als letzte größere Arbeit sind noch die Gleise der Filstalbahn auf das Kreuzungsbauwerk zu legen. Dazu ist es notwendig, den Ulmer Hauptbahnhofs für den Fernverkehr von Ende November bis Mitte Dezember drei Wochen lang zu sperren. Von Sonntag, 24. November, bis Sonntag, 15. Dezember, machen Fernzüge um Ulm einen großen Bogen. Danach müssen sich die Reisenden bis zu geplanten Inbetriebnahme Ende 2022 umstellen: Die Fernzüge halten an den Bahnsteigen drei und vier, statt eins und zwei.

Besichtigung der Baustelle nördlich des Ulmer Hauptbahnhofes
19 Bilder
Deutsche Bahn Projekt Stuttgart - Ulm
Foto: Alexander Kaya

Täglich betreten 40.000 Reisende den Ulmer Hauptbahnhof. Konkret betroffen von der Sperrung des Bahnhofs für den Fernverkehr von Ende November bis Mitte Dezember sind allerdings weit weniger Menschen: Nach Angaben der Bahn gibt es im Fernverkehr in Ulm täglich jeweils rund 3.000 Ein- und Aussteiger im Schnitt pro Tag. Zeitkarteninhaber seien Ende Oktober über die Sperrung informiert worden. Abokunden, die hiervon betroffen sind, haben laut Bahn die Möglichkeit, ihre Zeitkarte während des betroffenen Zeitraumes zu hinterlegen. „Die ausgesetzten Tage werden vollständig erstattet“, sagt ein Bahnsprecher.

Projektleiter Kielbassa betonte am Dienstag, die Vorzüge der neuen Ulmer Gleisorganisation: Zwei Gleise in Ulm sind künftig allein dem Fernverkehr zugeteilt, zwei weitere dem Regionalverkehr. Und da diese sich nicht kreuzen, rechnet die Bahn mit viel weniger Störungen und somit pünktlicheren und schnellern Zügen. Auch das System der Abstellgleise wurde neu organisiert, sodass Störungspotenziale vermieden werden. Ein Modell, das aus Sicht von Ingenieur Kielbassa in Deutschland Schule machen sollte.

Doch bevor es soweit ist und die Fahrgäste auf einer betonierten „festen Fahrbahn“ mit 250 Sachen ruckelfrei gen Stuttgart brausen, müssen sich die Bahnfahrer in Geduld üben. Die Neubaustrecke soll Ende 2022 in Betrieb genommen werden. Zwischen Ulm und Wendlingen läuft zwar alles nach Plan. „Wir können uns im Moment nicht vorstellen, was noch schief gehen kann“, so Kielbassa. Doch bis die Landeshauptstadt Stuttgart von Ulm aus in 28 statt 54 Minuten zu erreichen ist, werden noch mindestens drei weitere Jahre vergehen. Im Gegensatz zu den Arbeiten rund um Ulm läuft es bei „Stuttgart 21“, dem Umbau des Kopfbahnhofs in einen Durchgangsbahnhof nicht ganz so reibungslos. Etwa in Sachen Brandschutz. Der sei beim Albabstiegstunnel kein Problem. Eine für Rettungsfahrzeuge eigens gebaute Zufahrt, ist ebenso fertig. Hier steht ein tunnelgängiges Rettungsfahrzeug auch während der Bauarbeiten immer bereit. Gebraucht wurde es zum Glück noch nie.

Die Sperre im Detail

Die Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm wird zwischen Sonntag, 24. November, 23 Uhr, bis Sonntag, 15. Dezember, 4 Uhr, an den Ulmer Hauptbahnhof angeschlossen. Deshalb können Züge des Fernverkehrs Ulm nach Angaben der Deutschen Bahn nur sehr eingeschränkt anfahren. Die Züge werden zwischen Stuttgart, Augsburg und München ohne Halt in Ulm umgeleitet oder entfallen ganz. Der Regionalverkehr fährt den Hauptbahnhof Ulm an.ICE-Linien Die Züge der ICE-Linien 11 (Berlin-München) sowie 42 (Dortmund-München) werden umgeleitet. Der Halt in Ulm entfällt.

IC- und EC-Linien Weiter angeboten wird der IC 2097, der morgens von Ulm nach München und nachmittags als IC 2094 von München nach Ulm verkehrt. Zusätzlich fährt der IC 2530 von München nach Ulm. Das nächtliche Zugpaar ICE 618/619 hält in Ulm. Zusätzlich bestehen Verbindungen im Nahverkehr. Die Züge der IC-Linie 60 (Karlsruhe-München), der EC-Linie 62 (Frankfurt am Main-Klagenfurt/Graz) und der TGV-Linie 83 (Paris-München) entfallen zwischen Stuttgart und München. Das IC-Zugpaar Dortmund-Oberstdorf fährt nur bis Stuttgart. Fast alle anderen Fernverkehrsverbindungen zwischen Stuttgart und München entfallen – und mit ihnen die Halte in Ulm und Günzburg.

Regionalzüge

Die RE-Züge fahren am Stuttgarter Hauptbahnhof 20 Minuten früher ab, um Ulm pünktlich zu erreichen. Der Umweg braucht Zeit. Richtung Stuttgart fahren die RE-Züge in Ulm planmäßig ab und erreichen Stuttgart aufgrund der Umleitung rund 20 Minuten später. Die RB-Züge dieser Strecke verkehren zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Geislingen/Steige in beiden Richtungen planmäßig. Zwischen Ulm und Geislingen/Steige kommt es wegen der Umleitung zu veränderten An- und Abfahrtszeiten. Der RB 22398 fällt zwischen Ulm und Amstetten aus.

Auch interessant:

Dauerbaustelle am Hauptbahnhof: Zweieinhalb Jahre länger Stau in Ulm

Wo soll der ICE zwischen Augsburg und Ulm fahren?



Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

06.11.2019

http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/mediathek/detail/download/informationsveranstaltung-unterfahrung-michelsberg-pfa-24-albabstieg/mediaParameter/download/Medium/

Auf Seite 20 sind die neuen Gleise gut zu sehen (Skizze). Ist die Umverlegung auf Gleis 3+4 während Dezember 2019 und Dezember 2022 (Eröffnung NBS) zu verstehen?

Der Trog für das Gleis nach Friedrichshafen ist nur einspurig, also unwahrscheinlich, dass darüber die ICEs dann, von Stuttgart kommend und nach Stuttgart fahrend, fahren sollen...

Permalink
07.11.2019

http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/projekt/alb-ulm-nbs/ulm/ulm-hauptbahnhof/

>> Unter den bestehenden Strecken hindurch wird die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm in die beiden nördlichen Bahnsteiggleise 1 und 2 des Ulmer Hauptbahnhofs eingefädelt, der im Zuge des Projekts grundlegend umgebaut wird. <<

Der eingleisige Trog dürfte dem kreuzungsfreien Betrieb des IRE FN-UL-S via NBS dienen.

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06.11.2019

@AZ:

Seit ihr euch da wirklich sicher, dass 3+4 für den Fernverkehr gelten soll? Das würde bedeuten, dass die ICEs ein kleines Stück nur eine einspurige Strecke im Trog hätten, da man von Gleis 3+4 nicht in den Haupttrog fahren kann.

Gleis 2+3 würde noch gehen, aber ehrlich gesagt unschön. Da Umsteiger dann immer durch die Unterführung müssten.

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