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Neu-Ulm

24.05.2019

Neue Blühwiesen auf Äckern sind so groß wie 28 Fußballfelder

Ein Projekt des Gerlenhofener Arbeitskreis Umweltschutz, der Stadt Neu-Ulm und acht Landwirten ermöglicht Lebensraum für Bienen und Insekten auf einer Ackerfläche, die insgesamt so groß ist wie etwa 28 Fußballfelder.
Bild: Alexander Kaya

Im Stadtgebiet gibt es neue Blumenwiesen auf Ackerflächen. Umweltschützer, die Stadt und acht Landwirte denken langfristig und hoffen auf Unterstützer.

Auf einem Teil des Ackers von Georg Traub summt und brummt es mehr als gewöhnlich. Denn dort ist ein Paradies für Bienen und Insekten entstanden. Der Bio-Bauer aus Gerlenhofen ist einer von acht Neu-Ulmer Landwirten, die an einem Projekt des Gerlenhofener Arbeitskreis Umweltschutz (GAU) und der Stadt Neu-Ulm teilnehmen. Knapp 17 Hektar Ackerland verwandelten sich im Stadtgebiet in diesem Jahr in Blühwiesen. Das ist eine Fläche, etwa so groß wie 24 Fußballfelder.

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Schon im vergangenen Jahr hatte der GAU gemeinsam mit zwei Landwirten drei Hektar Blühwiesen auf deren Ackerflächen angelegt und finanziert. Nun kam mit der Stadt Neu-Ulm ein imposanter Projektpartner hinzu. Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg: „Im Stadtgebiet gibt es seit diesem Jahr 17 Hektar ökologisch wertvolle und blumenreiche Blühwiesen mehr. Insgesamt blüht es nun auf 20 Hektar.“ Neun davon stellte die Stadt ihrerseits zur Verfügung. Die weiteren acht Hektar der neuen Blühwiesen sind auf Privatflächen von acht Neu-Ulmer Landwirten zu finden. Die hatten übrigens schon vor dem Volksbegehren zur Artenvielfalt für das Projekt zugesagt.

Bio-Bauer aus Gerlenhofen ist kein Freund des Volksbegehrens für Artenvielfalt

Als der GAU bei Georg Traub wegen einer Blühwiese anfragte, habe er nicht lange überlegen müssen: „Wir sind ein Biobetrieb und ich bin auch Imker. Es liegt mir am Herzen, etwas für die Bienen und Insekten zu tun.“ Der 56-Jährige ist aber kein Freund des Volksbegehrens: „Ich denke, das funktioniert auf freiwilliger Basis besser. Es macht keinen Sinn, so etwas per Gesetz aufzuzwingen.“

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Auf das Projekt sei er durch seinen Nachbarn aufmerksam geworden. Der habe schon im vergangenen Jahr zusammen mit dem GAU eine Blühwiese auf seinem Acker angelegt. Nun wurde die bereits bestehende Fläche des Nachbarn mit Traubs Ackerland zu einer großen Blühwiese erweitert. Rund 0,8 Hektar seiner Nutzfläche steuerte der Gerlenhofer Bio-Bauer zu der Aktion bei. „Es ist eine tolle Aktion und mir ist wichtig, dass die Leute sehen, dass die Landwirte etwas tun. Es geht nicht immer nur ums Geld.“

Die Blühwiesen-Aktion in Neu-Ulm wird auch vom Freistaat gefördert

Finanzielle Einbußen haben Traub und die sieben weiteren Landwirte, die städtische Flächen gepachtet und diese für die Blühwiesen zur Verfügung gestellt haben, nicht zu befürchten. Denn sie sind in den kommenden fünf Jahren von der Pacht befreit. So lange läuft die Aktion zunächst, so lange ist der neue Lebensraum für zahlreiche Bienen und Insekten mindestens gesichert. Das Projekt wird zudem vom Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm gefördert.

Die Kosten übernimmt zum einen die Stadt Neu-Ulm. Sie verzichtet auf die Pacht und somit auf Einnahmen in Höhe von knapp 10000 Euro. Weitere 11000 Euro aus dem Rathaus werden für das hochwertige Saatgut fällig. Zum anderen greift der GAU tief in die Tasche und investiert seinerseits rund 9000 Euro für Saatgut. Zudem übernehmen die Umweltschützer die Aussaat und die Pflege der Flächen im ersten Jahr. Auf Wunsch der Bauern könne die Pflegeleistung auch auf die Dauer der Aktion ausgedehnt werden, sagt Wolfgang Gaus, Geschäftsführer des GAU: „Ich finde es toll, dass wir es alle gemeinsam geschafft haben, weitere 17 Hektar Blühwiesen in Neu-Ulm neu zu schaffen. An dieser Aktion sieht man, was möglich ist, wenn alle Partner ein gemeinsames Ziel vor Augen haben und hierfür an einem Strang ziehen.“

Interessierte Landwirte und alle, die gerne Spenden möchten, können sich unter der Telefonnummer 07307/34166 oder per E-Mail an info@gau-neu-ulm.de mit Wolfgang Gaus vom GAU in Verbindung setzen.

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