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Elchingen

15.05.2018

Neue Idee für Lärmschutz an der A8

Wie eine Zange klammern die beiden Autobahnen im Nordosten von Elchingen die Ortschaft ein. Um die stetige Geräuschkulisse zu verringern, hoffen die Anwohner aus den Ausbau und den damit verbundnen neuen Lärmschutz. Eine halbseitige Einhausung wurde als Vorschlag eingebracht.
Bild: Andreas Brücken

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner bringt eine halbseitige Einhausung für die Autobahn ins Spiel. Bürgermeister Eisenkolb ist jedoch skeptisch.

Ein neuer Vorschlag für besseren Lärmschutz für Elchingen ist vom Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner ( SPD) gekommen: Der Politiker hat sich jüngst gemeinsam mit Elchinger Bürgern ein Bild von der Situation vor Ort – und dabei eine halbseitige Einhausung der Autobahn als Alternativvorschlag zu Wall oder Wand eingebracht. „Diese Lösung lässt sich auch über notwendige Brücken nahtlos führen und bei Bedarf an der A7 in Richtung Süden fortsetzen.“ Effektiver Lärmschutz, geringer Flächenverbrauch und vertretbare Kosten könnten sich so vereinen lassen, so Brunner weiter.

Dass die Grenzwerte für Lärm an der Autobahn derzeit nicht nur rechnerisch, sondern auch praktisch erreicht sind, erlebten die Teilnehmer beim Ortstermin hautnah, als die Argumente fast im stetigen Fahrzeuglärm untergingen. Für den von der Autobahndirektion geplanten Lärmschutzwall wollte sich Brunner nicht begeistern lassen. Der Wall könne die Grenzwerte theoretisch auch nach Fertigstellung nicht einhalten, weshalb für einige Häuser Lärmschutzfester erforderlich seien. Zudem müsste der Lärmschutzwall wegen der erforderlichen Straßenquerungen unterbrochen und durch Wände ergänzt werden.

Mit Blick in die Zukunft merkte Brunner an, dass bei einer Verbreiterung der A7 in Richtung Kempten die Fortführung des Walls planerisch noch nicht erfasst sei. Durch den beabsichtigten Wall werde die Gemeinde Elchingen neben des Lärms einen großen Flächenverbrauch hinnehmen müssen, der zusätzlich noch durch zwei geplante Großparkplätze erhöht werde, erklärte Brunner weiter.

Wie eine Zange umklammern die A7 und die A8 die Gemeinde Elchingen, während die Lärmprognosen für die Zukunft nichts Gutes verheißen: Bis zu 93000 Fahrzeuge sind vom Lärmgutachter Alfons Schmalzbauer für das Jahr 2030 errechnet – und diese sollen die ohnehin jetzt schon unerträgliche Geräuschkulisse noch steigern. Als „Lärm-Hotspot“ bezeichnet der Fachmann den Ortsteil Oberelchingen. „Nur noch am Mittleren Ring in München ist es lauter“, erklärte Schmalzbauer im vergangenen Jahr bei einem Bürgerinformationsabend der Gemeinde. Hoffnung auf Besserung setzen die lärmgeplagten Oberelchinger derweil auf den geplanten sechsspurigen Ausbau der A8. Im Zuge der Erweiterung soll auch der damit verbundene Lärmschutz erfolgen.

Doch bereits die Entwürfe der Autobahndirektion treiben den Bürgern die Zornesröte ins Gesicht: Ein gewaltiger Wall von bis zu 20 Metern Höhe ist auf dem Planungspapier verzeichnet. Damit würde der Erdhaufen den ehrwürdigen Kirchturm der Pfarrkirche St. Michael um nur elf Meter unterbieten. Hinter vorgehaltener Hand spotten Bürger auch schon darüber, dass im Winter Skipisten am „Mount Autobahn“ planiert werden könnten. Abgesehen von der monströsen Erhebung im Nordosten der Ortschaft befürchten Anwohner neben dem Flächenverbrauch auch tausende Lastwagen, die über mehrere Jahre die benötigten Erdmassen heranfahren würden.

Wand statt Wall lautet deshalb die Forderung aus Oberelchingen, die über Parteigrenzen hinweg ausgesprochen wird. Auch eine Bürgerinitiative hat sich deshalb gegründet – und es wurden zahlreiche Einwendungen, unter anderem auch aus dem Rathaus, gegen die Planfeststellung erhoben. Die Gemeinde bezieht sich dabei, ebenso wie die Bürgerinitiative, weitgehend auf ein Gutachten, das den beabsichtigten Lärmschutz weder für langfristig ausreichend noch für baulich zweckmäßig ansieht.

Den Vorschlag des Bundestagsabgeordneten Brunner bezeichnet Elchingens Bürgermeister Joachim Eisenkolb als „technisch perfekteste Lösung“. Doch rechnet sich der Rathauschef dafür nur geringe Chance aus, wie er sagt: „Die Einhausung der Autobahn ist die teuerste der drei Varianten.“ Stattdessen setzt Eisenkolb auf Gespräche mit der Autobahndirektion – auch wenn die Planungsunterlagen und die damit verbundene Zuständigkeit von dort an die Regierung von Schwaben in Augsburg weitergegeben wurde.

In der vergangenen Woche setzte sich der Bürgermeister dort noch einmal für Wall und Wand ein: „Wenn wir auf die Mauer noch einen Meter drauf bekommen, haben wir in sechs Jahren Verhandlungen schon sehr viel erreicht.“ Zudem soll der Wall möglichst nahe an die Fahrbahn gelegt werden, um die Brechungskante des Schalls effektiver zu machen.

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