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Neu-Ulm

15.09.2018

Neue Kunst in der Neu-Ulmer Putte

Elizabeth Wurst stellt in der Putte aus.
Bild: Marcus Golling

Elizabeth Wurst stellt im Kunstraum Putte aus. Es geht um Feminismus und Joghurtbecher.

Scheu ist die Künstlerin Elizabeth Wurst ganz sicher nicht. Als sie die Videoarbeit zeigt, die für ihre Ausstellung in der Putte gedreht hat, fängt sie an zu beatboxen – und zu singen. Schließlich ist das Video Teil einer Performance, die sie zur Kulturnacht in dem Neu-Ulmer Kunst-Projektraum zeigen wird. Wurst, die 1985 in Peru geboren wurde und zum Kunststudium in Braunschweig nach Deutschland kam, hat keine Angst aufzufallen oder anzuecken. Für ihre Performances, die man auf ihrer Website betrachten kann, lief sie auch schon pathetische Popsongs schmetternd durch die Fußgängerzone.

Selbstdarstellung ist allerdings nicht ihre Motivation. „Mich interessiert, einen Hybrid aus Musikvideo und Performance zu machen“, sagt Wurst, die in Würzburg lebt. Zwei Beispiele sind in der Putte zu sehen: In dem einen führt sie einen Breakdance mit leeren Verpackungen und Joghurtbechern auf, im anderen versteckt sie sich, verkleidet als Blume, im Botanischen Garten und ahmt die Geräusche aus Flora und Fauna nach – sie werden zu einem Beat.

Wenn Wäsche im Fenster hängt, denkt Wurst über den Besitzer nach

In der für die Putte entstandenen Arbeit „Übergestülpt“, die bei der Vernissage am Samstag live vertont wird, kommt Wurst selbst nicht vor. Sie zeigt, wie Ulmer und Neu-Ulmer ihre Bettwäsche zum Fenster hinaus hängen, wobei die Menschen (fast) unsichtbar bleiben. Es gehe um Haushalt und Heimat, sagt die Künstlerin. Wenn sie aufgehängte Wäsche an Fenstern sehe, frage sie sich: Wer ist dieser Mensch? Wie wohnt er, wie riecht es bei ihm? Natürlich spielt auch der deutschen Ordnungssinns eine Rolle.

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Eine Triebfeder in Wursts Werk ist der Feminismus. Ihm begegnen die Besucher der Putte schon im Fenster des Galerieraums. Dort hängt ein Foto, das die Künstlerin, in regenbogenbunter Kleidung und mit kämpferisch erhobenen Arm zeigt – auf dem Rücken eines steinernen Einhorns. Wurst nennt das „Mumicorn“ ein Denkmal für die Künstlerinnen, die – wie sie selbst – Mütter sind. Und für alle, „die einen Beruf haben, mit dem man eigentlich kein Geld verdient“.

Ausstellung: „Übergestülpt“ wird am Samstag, 15. September, bei der Kulturnacht eröffnet. Um 19.30 Uhr zeigt Elizabeth Wurst ihre Performance, um 20 Uhr gibt es ein Künstlerinnengespräch. Die Putte hat von 19 bis 23 Uhr geöffnet. Die Ausstellung läuft danach bis 7. Oktober. Mehr unter die-putte.de.

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