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Neu-Ulm

26.02.2018

Neue Messe bietet Genuss für den Gaumen

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Bei der Genussmesse „Brobiera“ in Neu-Ulm wurden viele regionale Produkte, vor allem Lebensmittel und Getränke von Herstellern oder Händlern aus der Region angeboten. Hier bietet ein Händler aus Ulm portugiesische Weine an.
Bild: Stefan Kümmritz

Auf der ersten „Brobiera“ präsentieren Erzeuger und Händler aus der Region viele kulinarische Köstlichkeiten. Das stößt vor allem bei Jüngeren auf großes Interesse.

Zuerst, als er noch vor dem Eingang zum Werk III in der Neu-Ulmer Baumgartenstraße steht, wo bis vor Kurzem die Firma Passigatti modische Schals und Tücher fertigte, hört der Besucher von drinnen fetzige Rockmusik. Nachdem er die Tür geöffnet hat, schlägt ihm an diesem eisigen Wintertag wohlige Wärme entgegen. Und dann steigen ihm die ersten, höchst angenehmen Gerüche in die Nase. Es duftet nach frisch zubereiteten Speisen, wobei durchaus auch ein Hauch von südländischem Flair durch die Halle dringt. Und so sollte es ja auch sein, obwohl bei der ersten „Brobiera“-Genussmesse eigentlich nur Erzeuger und Händler aus der Region ihre Produkte zeigen, die Gäste zum Probieren einladen und die Waren zum Kauf anbieten.

„Die Brobiera ist keine reine Verkaufsmesse“, betonte Frank Steinle von der Château Steinle Manufaktur und Hersteller von diversen Gin-Sorten. Er hatte zusammen mit den Inhabern von mehreren anderen kleinen Manufakturen, mit denen er früher schon kleine Hausmessen veranstaltet hatte, die Idee, einmal eine größere Veranstaltung auf die Beine zu stellen – und hat sie schließlich organisiert. 25 Aussteller kamen zusammen, die am Wochenende ihre Produkte insbesondere aus vielen lukullischen, aber auch sonstigen Bereichen präsentierten. Und sie stießen bei den Fans kulinarischer Köstlichkeiten, die auch ihren sicher wohl verdienten Preis haben, auf reges Interesse. Die Stände waren meist gut umlagert, wobei auffiel, wie viele jüngere Leute, die ja finanziell meist noch nicht so gut betucht sind, unter den Liebhabern exquisiter Genussartikel waren.

Das bemerkte auch Frank Steinle: „Es ist klar zu erkennen, dass auch die Jungen keinen Bock mehr auf Industrieprodukte haben. Die Produkte, die hier angeboten werden, sind per Hand und mit Liebe gemacht. Natürlich hat das auch seinen Preis. Allerdings ist bei den Deutschen leider immer noch die Geiz-ist-geil-Manier vorhanden.“ Trotzdem war der Messe-Chef mit dem Besucherstrom zufrieden.

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Ziemlich zentral in der bewusst nicht mit Ständen voll gestellten Halle lockte gleich ein gut sichtbares Schild den Besucher an. Da wurde die „Wilde Hilde“ aus dem wilden Süden feilgeboten, eine von Christian Hübner aus Burgrieden immer in recht kleinen Mengen hergestellte Curry-Würzsoße ohne Konservierungsstoffe und mit wenig Kohlehydraten, wie der Produzent beteuert. Ein paar Meter weiter machte die „Kult-Bohne“ neugierig. An diesem Stand gab es Kaffee-Spezialitäten und einen Spruch von Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord, einem französischen Staatsmann während der Französischen Revolution, der Napoleonischen Kriege und beim Wiener Kongress: „Der Kaffee muss schwarz sein wie der Teufel, heiß wie die Hölle, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe.“

Auf der anderen Seite der Halle fand auch das Speiseeis aus Altheim (Alb) trotz der Kälte draußen durchaus Abnehmer, und das Craft-Beer junger Brauer aus Senden nebenan traf den Geschmack vieler Durstiger. In der schönen, lichten Halle wurden auch spezielle Lebensmittel präsentiert wie zum Beispiel Limonaden-Essenzen oder besondere kretische Köstlichkeiten. Es wurden Weine angeboten, zum Beispiel auch aus Portugal, Schnäpse und Liköre offeriert, Spezialitäten aus Schokolade, aber auch hausgemachte Suppen und Burger. Wer Letzteres nicht mochte, konnte sich an Pasta oder asiatischen Speisen satt essen. Aufgelockert wurde die Runde durch Anbieter aus anderen Bereichen: Zwei Neu-Ulmer Fotografen hatten ebenso einen Stand wie ein Blausteiner, der den Frauen sein eigenes Make-up näher brachte, schließlich gab es sogar eine Beratungsstelle für die Trinkwasserversorgung.

Garniert wurde alles, was den Besuchern, von denen viele Ambiente, Angebot und räumliche Großzügigkeit lobten, schmackhaft gemacht werden sollte, mit musikalischen und tänzerischen Darbietungen auf oder vor der kleinen Bühne. Und so war wirklich wahr, was Steinle zu Beginn versichert hatte: „Das hier ist nicht einfach eine Fressorgie.“

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