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Senden

04.10.2019

Neue Pläne für Kindergarten irritieren Stadtrat in Senden

Der Kindergarten in Senden-Ay soll erweitert werden.
Bild: Angela Häusler

Die Erweiterung in Senden-Ay könnte viel größer werden als zunächst gedacht – und fast eine Million Euro teurer.

Dass der Erweiterungsbau am Ayer Kindergarten 400000 Euro mehr kosten soll als gedacht, kam beim Sendener Stadtrat schon im August schlecht an. Jetzt gewinnt die Diskussion weiter an Fahrt: Im Gespräch sind jetzt gleich zwei neue Gruppenräume statt bisher nur einer. Kostenpunkt wären dann rund 1,65 Millionen Euro. Entschieden ist aber noch nichts.

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Eigentlich hatte Architekt Jörg Mangold laut der Tagesordnung in der Sitzung des Stadtrats am Dienstagabend nur Details zu den erwarteten Mehrkosten präsentieren sollen. Doch dann wurde einstimmig beschlossen: Die Verwaltung erwägt eine Erweiterung mit zwei zusätzlichen Gruppenräumen und stimmt sich mit der Regierung von Schwaben ab. Vorausgegangen war eine lebhafte Debatte über Wünsche und Notwendigkeiten bezüglich der Baupläne.

Die Stadt Senden braucht mehr Betreuungsplätze

Klar ist: Senden hat dringenden Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen, den deckt auch der geplante Neubau auf dem Webereiareal nicht komplett ab. Der Kindergarten Ay wiederum ist, wie berichtet, arg beengt. Während der Planungen für den Anbau einer zusätzlichen Gruppe hatte sich nach Angaben der Planer gezeigt, dass Personalräume und Sanitäranlagen für den Betrieb nicht mehr ausreichen. Der Architekt disponierte um, plante mehr Toilettenräume für Kinder, Betreuungsteam und Eltern sowie zusätzliche Flure, ein Büro sowie eine veränderte Bauform und stellte die Variation im August dem Ferienausschuss vor. Der kritisierte die Verteuerung, die laut Verwaltung hauptsächlich an drei Faktoren liegt: der flächenmäßigen Vergrößerung des Erweiterungsbaus, notwendigen Baumaßnahmen in Bestand und Anbau sowie höheren Technik- und Brandschutzkosten.

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Im Verhältnis wäre, so der Architekt, der Bau mehrerer Gruppenräume wirtschaftlicher. Die Idee wolle er als Anregung einbringen. Mit zwei Gruppen schätze er die Baukosten auf 1,65 Millionen Euro. Damit käme der Anbau fast eine Million Euro teurer als die Anfangs-Lösung vom Januar 2019, wo sich die Schätzung für eine simplere Ausführung auf 630000 Euro belief.

Der CSU fehlen wichtige Informationen

Die Idee zweier Gruppen sorgte bei den Räten für Überraschung. Das sei womöglich eine gute Idee, meinte etwa Claudia Schäfer-Rudolf (CSU), doch so spontan gebe es keine Möglichkeit, zu reagieren, dazu fehlten zu viele Informationen. Auch Fraktionskollege Michael Hanser sah Chancen, es brauche aber Angaben dazu, ob auch bei den zuvor diskutierten, günstigeren Anbau-Varianten Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Mangolds Vorschlag sei ein Ansatz, den man weiter diskutieren müsste, sagte Bürgermeister Raphael Bögge. Möglicherweise ergäben sich dadurch Synergieeffekte, „ich halte das für hilfreich“.

Er habe sich Vorschläge zur Kostenreduktion erhofft, bemängelte hingegen Heinz-Peter Ehrenberg (Grüne). Es sei ihm nach wie vor nicht klar, „warum so massiv umgeplant werden musste“. Auch gebe es keine Klarheit darüber, was für den Umbau notwendig und was nur wünschenswert sei. Möglicherweise gehe es doch billiger. „Wir kriegen das hier scheibchenweise kredenzt“, ärgerte sich Hans-Manfred Allgaier (FWG/FWG), die Planung sei „nicht aus einem Guss“.

Die Container-Lösung kam bei Eltern und Erziehern nicht gut an

Zu Wort kam auch Kindergartenleiterin Henriette Werner: Von der anfangs diskutierten, günstigen Container-Lösung seien Eltern und Erzieher wenig begeistert gewesen, erklärte sie. Definitiv seien die jetzigen Personalräume für die 22 Teammitglieder zu klein, für Sitzungen weiche man daher in die Turnhalle aus. Zusätzliche Kinder-Toiletten seien für den Betrieb ebenfalls von Vorteil. Dass weiterhin Bedarf sowohl für Krippen- als auch für Kindergartenplätze besteht, betonte Walter Gentner von der Stadtverwaltung.

Auf Vorschlag von Schäfer-Rudolf wird die Verwaltung nun genauere Informationen zur Zwei-Gruppen-Lösung zusammentragen. Sie soll außerdem klären, wie bei dieser Variante die Zuschussmöglichkeiten aussehen und darlegen, wie die Stadt ohne die zweite Gruppe vorginge, um weitere Kiga-Plätze zu schaffen. Die Sache wird also erneut beraten.

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