Newsticker

EU sichert sich bis zu 160 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Neue Pläne für Kita „Schatzinsel“: Es kommen Container

Neu-Ulm

31.05.2019

Neue Pläne für Kita „Schatzinsel“: Es kommen Container

Bei der „Schatzinsel“ werden bald neue Raummodule aufgestellt.
Bild: Alexander Kaya

Die Pläne für die Erweiterung der Kita im Vorfeld mussten geändert werden – zum Unmut der Stadträte. Nach stundenlanger Diskussion stimmen sie dem Vorhaben zu.

Die Stimmung im Neu-Ulmer Stadtrat war alles andere als gut, als es um die Baumaßnahmen am Kindergarten „Schatzinsel“ im Vorfeld ging. Denn, so wurde vor Kurzem bekannt, die bislang vorgesehene Erweiterung kann so nicht umgesetzt werden. Und die neuen Pläne der Verwaltung gefielen den meisten Stadträten gar nicht. Am Ende – nach fast dreistündiger Diskussion – genehmigte der Stadtrat das Vorhaben wegen des großen Bedarfs an Kindergartenplätzen aber doch.

Wie berichtet, wurde im April kurzfristig klar, dass die Erweiterung bei der „Schatzinsel“ nicht bis September diesen Jahres fertig wird. Deshalb sollen nun Modullösungen in der Einrichtung im Vorfeld Abhilfe schaffen – also Container. Statt um drei Kindergartengruppen soll die Einrichtung zudem nun um lediglich zwei Gruppen erweitert werden, stellte Ralph Seiffert, Leiter des Fachbereichs Schulen, Kultur, Sport und Soziales bei der Stadt Neu-Ulm, nun die neuen Pläne vor.

Neu-Ulm braucht dringend mehr Kindergartenplätze

Die Modullösung muss her, weil eine Erweiterung im Bestandsgebäude zu viel Zeit in Anspruch nehme. Dann könnten die Gruppen erst im April oder Mai starten – und da bekomme man auch einfach kein Personal, da die Stellen typischerweise im September besetzt werden. Die modulare Lösung, die im Oktober diesen Jahres in Betrieb genommen werden könne, sei die einzige Möglichkeit, machte Seiffert deutlich: „Für mich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder so – oder wir lassen es ganz.“ Vor Letzterem warnte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg jedoch: „Im Herbst werden wir, wenn wir keine Lösung finden, die Eltern vor der Tür stehen haben.“

Katrin Albsteiger ( CSU) betonte, der plötzliche Vorschlag einer Container-Lösung sei „erst einmal ein Schlag in den Bauch“ gewesen. Zumal es laut Vorlage nur ein Provisorium sei – ein langfristiger Erhalt erscheint aus deren Sicht der Verwaltung nicht sinnvoll – und ein teures noch dazu: Die einmaligen Kosten allein für die Container belaufen sind auf rund 250.000 Euro, hinzu kommen Mietkosten, die für vier Jahre etwas mehr als 850.000 Euro betragen. Christa Wanke (FDP) bemerkte: „Solche Containerlösungen sind immer ein Signal, dass wir irgendwo zu spät planen.“

Oberbürgermeister Gerold Noerenberg: "Auch wenn es teuer ist, entscheiden Sie jetzt."

Antje Esser (Pro Neu-Ulm) bemängelte, die Sitzungsvorlage „wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet“. Und Rudolf Erne (SPD) kritisierte, dass den Räten nun „die Pistole auf die Brust“ gesetzt werde. Auch OB Noerenberg machte seinem Unmut gegenüber der Verwaltung Luft: „Das ist wirklich sehr ärgerlich. Das hätte man auch alles im Oktober sehen können.“ Gleichzeitig forderte er die Räte mehrmals auf, direkt konkrete Fragen zu stellen, um die Entscheidung voranzutreiben. „Jeder Tag, den wir verlieren, macht es schwieriger, die Maßnahmen bis September umzusetzen“, sagte er und betonte schließlich: „Ansonsten wäre meine Bitte: Auch wenn es teuer ist, entscheiden Sie jetzt.“

Stadtbaudirektor Markus Krämer sagte: „Wir schlagen ihnen eine schwer verdauliche Lösung vor, wir haben aber auch eine schwer verdauliche Ausgangssituation.“ Um den Mangel an Plätzen einzudämmen, wurde bereits beschlossen, jede städtische Kindergartengruppe um einen Platz zu erweitern. Statt 25 sind damit 26 Kinder in einer Gruppe. Teilweise haben sich laut Seiffert auch einige freie Träger zu dieser Maßnahme entschlossen. Aber: „Da hapert’s noch ein bisschen.“ In die Bredouille brachte die Stadt auch der Beschluss der bayerischen Staatsregierung, einen Einschulungskorridor einzuführen. Vereinfacht gesagt kann deshalb nun bei mehr Kindern als zuvor die Einschulung um ein Jahr zurückgestellt werden. In Neu-Ulm fielen 138 Kinder in diesen Einschulungskorridor – und bei 54 von ihnen wurde die Einschulung zurückgestellt, so Seiffert. Hier sagte auch OB Noerenberg: „Das ist absolut unvorhersehbar gewesen.“

Neu-Ulmer Verwaltung soll Standorte für neuen Kindergarten präsentieren

Die Lage sah Anfang April allerdings noch kritischer aus: Damals ging die Stadt davon aus, dass der Neubau der Friedenskirche im Wiley mit zwei Kindergartengruppen im Herbst 2020 den Betrieb nicht aufnehmen könne. Nur wenige Tage später stellte sich allerdings heraus: Das war wohl ein Missverständnis. Spatenstich für das Kinderhaus war mittlerweile schon, ab September kommenden Jahres sollen dort bis zu 70 Kinder einen Platz bekommen.

Dennoch: Der Druck nach mehr Betreuungsplätzen bleibt in Neu-Ulm weiterhin hoch. Deshalb beauftragten die Stadträte in der Sitzung die Verwaltung auch damit, so schnell wie möglich drei mögliche Standorte für den Neubau eines Kindergartens zu untersuchen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren