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Ulm

12.11.2015

Neue Tram in Ulm: Sie helfen, wenn die Baustelle nervt

Die beiden Bauingenieure Hans Hengartner und Werner Reichert sind ab sofort die neuen Baustellenbeauftragten für die Straßenbahnlinie 2 in Ulm.
Bild: Alexander Kaya

Hans Hengartner und Werner Reichert sind ab sofort die Bürgerbeauftragten für die neue Straßenbahnlinie 2. Wie sie Anwohnern bei Problemen helfen wollen.

Mit dem Baubeginn der Straßenbahnlinie 2 in Ulm wachsen bei den Bürgern die Fragen: Wie erreiche ich mein Grundstück und meinen Parkplatz? Wie komme ich als älterer Anwohner mit dem Rollator zu meinem Haus oder meiner Wohnung? Was ist, wenn ich in dieser Zeit umziehe, wo kann mein Umzugswagen halten? Für diese und andere Fragen gibt es jetzt zwei eigene Ansprechpartner für Bürger: Hans Hengartner und Werner Reichert, die Baustellenbeauftragten der Linie 2. Bei früheren Bauprojekten haben die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) Fragen der Bürger beantwortet. Da aber viele Anfragen zum Bau der Linie 2 erwartet werden, wurde diese Aufgabe aus Mangel an Kapazitäten ausgelagert.

„Momentan müssen wir uns in das Projekt einarbeiten und fragen uns bei Anfragen dann durch. Das funktioniert ganz gut“, erzählt Reichert. Um ein erstes Problem haben sie sich bereits gekümmert: Das Schulzentrum in der Römerstraße hatte angefragt, ob die Baufirma angesichts des Lärms Rücksicht auf die derzeitigen Prüfungszeiten nehmen könne. Die Baustellenbeauftragten gaben die Anfrage weiter und die Firma willigte ein, in diesen Zeiten Arbeiten mit geringem Lärmpegel durchzuführen.

Die beiden Baustellenbeauftragten betonen aber, dass sich nicht immer eine für den Anwohner positive Lösung finden lassen werde, ihre Aufgabe liege auch nicht in der grundsätzlichen Lösung von Problemen. „Aber wenigstens weiß derjenige dann Bescheid und bekommt schnell eine ehrliche Antwort“, sagt Reichert. Die beiden Bauingenieure vom Ingenieurbüro r+h sind eigentlich im technischen Bereich tätig. „Aber wir glauben, dass wir aufgrund unserer Lebenserfahrung die notwendige Ruhe und Gelassenheit mitbringen, das hektische Tagesgeschäft erledigen zu können“, so Reichert weiter. In das operative Geschäft am Bau sind sie nicht involviert. „Wir sind nur für die Sorgen und Nöte der Bürger zuständig“, sagt Hengartner. Das sieht auch Reichert so: „Wir sehen das so wie Anwälte: Man kann nur eine Seite vertreten.“

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Derzeit sind die Baustellenbeauftragten in einem Container beim Spielplatz in der Warndtstraße zu finden. Laut Ralf Gummersbach, Projektleiter der Linie 2 der SWU, soll aber mittelfristig ein „Infomobil“ her, das mehrere Standorte entlang der Strecke abdeckt. Bei der Festlegung der persönlichen Sprechzeiten habe man vor allem an Arbeitnehmer gedacht, erläuterte Gummersbach.

Die Einführung der beiden neuen Baustellenbeauftragten sei notwendig, erklärt Gummersbach: „Vom Aufwand her ist das von uns nicht machbar. Es bringt ja nichts, wenn Bürger eine Anfrage stellen und die wochenlang nicht beantwortet wird“, erläutert er. Zudem werde von der SWU während der Bauarbeiten eine hohe Präsenz vor Ort erwartet. Großprojekte hätten oft viele Federn wegen mangelnder öffentlicher Kommunikation verloren. „Das wollen wir von vornherein vermeiden“, betont Gummersbach.

Hengartner betont, sie gingen mit sehr viel Optimismus an die Arbeit. Laut Reichert ist der Aufwand aber noch nicht abschätzbar: „Manchmal ist eine Antwort ja nur drei Sätze lang, aber bis man die Informationen dafür zusammen hat, dauert es manchmal lange.“ Er fügt hinzu: „Außerdem ergibt sich ja oft mit der Antwort die nächste Frage.“ Gummersbach rechnet im kommenden Jahr mit einer „großen Welle“ von Anfragen. Denn: „Spätestens bis April wird die gesamte Strecke eine Baustelle sein.“ Angesichts der Baustellenbeauftragten und der Informationsveranstaltung sehe man den Baubeginn aber gelassen: „Mehr können wir im Moment eigentlich nicht tun“, so Gummersbach.

Hier gibt es Hilfe für Bürger:

Informationsveranstaltungen Gleich an drei Abenden gibt es Informationen für Bürger: Am Dienstag, 17. November, gibt es im Ulmer Kornhaus eine grundlegende Veranstaltung. Beginn ist um 19 Uhr, zwischen 16.30 Uhr und 18.30 Uhr stehen zudem im Kornhaus-Foyer Ansprechpartner für persönliche Einzelgespräche zur Verfügung. Für den Stadtteil Kuhberg gibt es am Dienstag, 1. Dezember, ab 19 Uhr eine Informationsveranstaltung im Weststadthaus in der Moltkestraße, für den Stadtteil Eselsberg findet sie am Dienstag, 15. Dezember, ab 19 Uhr im Bürgerzentrum Eselsberg statt.

Persönliches Gespräch  Die beiden neuen Baustellenbeauftragten Hans Hengartner und Werner Reichert sind derzeit in einem Container der AG West beim Spielplatz in der Warndtstraße zu finden. Ihre Sprechzeiten sind: Dienstag von 17 Uhr bis 19 Uhr sowie Freitag von 7 Uhr bis 9 Uhr.

Infotelefon Die Telefonhotline der Baustellenbeauftragten der Linie 2 ist unter 0731/166-4466 zu erreichen. Persönlich besetzt ist das Telefon immer montags von 11 Uhr bis 13 Uhr, mittwochs von 7 Uhr bis 9 Uhr sowie donnerstags von 17 Uhr bis 19 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet, bei dem der Bürger sein Anlieger hinterlassen kann und kurzfristig Rückmeldung bekommt.

E-Mail  Die Mailadresse für Fragen lautet info@linie2-ulm.de.

Infozeitschrift In einer Informationszeitschrift wird alles Wichtige rund um die Bauarbeiten erklärt. Sie soll per Post an alle Ulmer Haushalte verteilt werden und an öffentlichen Stellen sowie bei den Infoveranstaltungen ausliegen. (aat-)

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