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Senden

18.06.2019

Neue Wählergruppierung nominiert Bögge als Bürgermeisterkandidat

Raphael Bögge lässt sich von einer neu gegründeten Wählergruppierung zum Bürgermeisterkandidaten nominieren.

In Senden hat eine Handvoll Bürger „Gemeinsam für Senden“ gegründet – und bereits den amtierenden Rathauschef zu ihrem Kandidaten gekürt.

In Senden gibt es eine neue Wählergruppierung mit dem Namen „Gemeinsam für Senden“. Eine „gute Handvoll Mitstreiter“ hat diese gegründet, sagt Carola Lo Cicero, die zur Vorsitzenden gewählt wurde. Doch die Wählergruppierung wurde nicht nur neu gegründet – sie hat auch schon ein prominentes Mitglied: Die Mitstreiter haben in einem ersten Schritt den amtierenden Sendener Bürgermeister Raphael Bögge als ihren Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 nominiert. Diese Entscheidung sei in einem gemeinsamen Gespräch gefallen, so Vorsitzende Lo Cicero. Man werde auch gemeinsam den Wahlkampf bestreiten.

Ob es bei der Wahl zudem eine Liste geben wird, auf der Personen sich im Namen der Wählergruppierung für den Stadtrat aufstellen lassen, sei noch offen. Zurzeit wolle sie dazu nichts sagen, so Lo Cicero auf Nachfrage unserer Redaktion. Sollte Raphael Bögge nächstes Jahr als Rathauschef wiedergewählt werden, hätte er es mit der Unterstützung einiger Mitstreiter im Gremium sicher einfacher. Denn wie berichtet, hat er dort zurzeit keine Unterstützer mehr: Keine der derzeit vertretenen Parteien und Interessengemeinschaften will Bögge mehr als Bürgermeister haben.

Bögge wollte bislang als eigenständiger Kandidat antreten

Bögge wollte bislang nach eigenen Angaben dennoch als eigenständiger Kandidat antreten. Vor einigen Wochen sagte er: „Ich werde keine Liste gründen und ich werde mich auch nicht von einer anderen Liste nominieren lassen.“ Auf Nachfrage unserer Redaktion, ob sich das nun geändert habe, hat der Bürgermeister nichts geantwortet. Er kann sein Wort auch halten, denn generell kann die Gruppierung auch nur einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen. Neben der Nominierung benötigt Bögge 190 Unterschriften von Sendener Bürgern, die seine Kandidatur unterstützen. Diese Zahl richtet sich nach den Einwohnern. Die Unterschriften darf er jedoch nicht sammeln, die Sendener müssen ins Rathaus kommen, sich dort ausweisen und die Unterschrift abgeben.

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Carola Lo Cicero sagt, die Handvoll Bürger habe die Gruppierung gegründet, da sie an einer Weiterentwicklung der Stadt interessiert sei. Die Bürger auf der Straße seien nicht politikmüde, sie habe den Eindruck, „die Leute wollen mitreden“. Deswegen sucht die Wählergruppierung weitere Mitstreiter. „Gemeinsam für Senden“ stehe für eine unabhängige, parteiübergreifende Initiative. „Wir sind offen für alle, die sich daran beteiligen möchten, Senden zu gestalten“, so Lo Cicero, die bis vor Kurzem noch im Vorstand der örtlichen CSU saß. Vielen sei Unabhängigkeit und Überparteilichkeit ein wichtiges Anliegen.

Bögge wird in der Mitteilung so zitiert: „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgern etwas zu bewegen.“ Jeder, der Interesse habe, könne seine Themen einbringen – für ein bestimmtes Projekt, „oder auch für ein Engagement in der Kommunalpolitik für Senden“, sagt Lo Cicero.

Die Fraktionen wollen auf Sachpolitik statt Wahlkampf setzen

Unter dem Slogan „Gemeinsam für Senden“, wie nun die Wählergruppierung heißt, hatten die beiden Parteien CSU und Grüne sowie die Gruppierung BiSS den Wahlkampf 2014 mit dem gemeinsamen Kandidaten Bögge geführt.

Die Sendener Stadtratsfraktionen überrascht die Nachricht, dass Bürgermeister Bögge an der Spitze einer neu gegründeten Wählergruppierung in den Kommunalwahlkampf zieht, eigenen Angaben nach nicht. „Schließlich hat er seit seiner Wahl 2014 das Vertrauen sämtlicher sechs im Stadtrat vertretenen Fraktionen verspielt und musste sich außerhalb des Gremiums Unterstützung suchen“, heißt es in einer Erklärung. Mit der Bekanntgabe beginne der Bürgermeister nun auch offiziell den Wahlkampf, „den er in den vergangenen Wochen bereits durch zahlreiche Aktionen und seine permanente Präsenz in den sozialen Medien vorbereitet hat“. Für die Stadtratsfraktionen werde in den nächsten Monaten aber weiterhin Sachpolitik zum Wohle der Stadt statt persönlicher Profilierung im Vordergrund stehen, heißt es.

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