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Chorkonzert

08.02.2017

Neue, schöne Horizonte

Hervorragend: das Junge Vokalensemble in der Petruskirche.
Bild: Florian L. Arnold

Das Junge Vokalensemble Ulm zeigt in der Petruskirche, wie anregend und sinnlich die Musik der Gegenwart sein kann

Wer sich nicht vor neuen musikalischen Horizonten fürchtet, den belohnte der Besuch des Vokalkonzerts „Magnificat“ des Jungen Vokalensemble Ulm reichlich. Denn neben Vokalwerken der Vergangenheit hat es sich das seit 2011 existierende Ensemble, unter Leitung von Stefan Glasbrenner, zum Markenzeichen gemacht, melodische zeitgenössische Vokalkunst zum Klingen zu bringen.

Und so stand beim diesjährigen Frühjahrskonzert das titelgebende „Magnificat“ des Dänen Fredrik Sixten auf dem Konzertprogramm. Ein in Melodien und Hymnen schwelgendes, knapp 15-minütiges Werk, bei dessen Umsetzung die Sänger durch Organist Andreas Weil und das Blechblasensemble „Blechimpuls“ verstärkt wurde. Drei Sätze ließen sich ausmachen: Ein überschwänglich-feierlicher Einstieg mit heiteren Blechbläsereinsätzen, jubilierender Orgel und geradezu vom Swing angehauchten Passagen für die Sänger. Ein eher zurückhaltender Mittelteil eröffnete mit einer schlanken Bläserfanfare, in die sich zuerst die Frauenstimmen, dann der ganze Chor einfügte. Den Abschluss bildete die Reprise des Eingangsthemas, im Tempo noch ein wenig forcierter, pointiert auf das abschließende „Amen“ zugespitzt. Ein höchst anregendes und fantasievolles Stück, das eindrucksvoll demonstriert, dass zeitgenössische Musik keinesfalls eine schwer verdauliche Angelegenheit ist.

Ein weiteres glanzvolles Werk der Gegenwart: das hinreißende und klangschöne „Gloria“ des Schweden Jan Sandström. Zwischen Anleihen bei der Gregorianik und lichten Melodien, in die das Wort „Gloria“ von einem Solo-Sopran eingewoben wird, bestimmten frohe Harmonien dieses Stück. Da hielt es das Publikum nicht auf den Rängen: Begeisterter Applaus brandete auf. Wenn man sich auch, um den Ablauf nicht zu stören, den Applaus bis zum Ende sparen sollte – einmal noch platzte die Begeisterung aus den Zuhörern heraus.

Andreas Weil improvisierte zwischen den Chorstücken an der Orgel. Man darf sagen: Selten hört man Improvisation auf einem so unterhaltsamen und dabei qualitativ hohen Level. Mit zarten Klängen begann Weil, entwickelte Melodien und tänzerische Motive, verband seine Einfälle zu konzisen dramatisch aufgebauten Klangerlebnissen. Das begeisterte. Nach einem Ausflug in die Vergangenheit mit dem schönen „Lauda, Jerusalem“ von Claudio Monteverdi kredenzte das Junge Vokalensemble, neben vielen anderen Kostbarkeiten, das „Nemo te condemnavit“ von James MacMillan. Ein Komponist, der auch hierzulande bekannter sein sollte. Sein Werk, komplex und dabei unvergesslich klar und berührend, baut sich aus vier Textzeilen zu einem weiten Klangraum auf. Hier wie im ganzen Konzert konnten die jungen Sänger ihre Qualität zeigen: sensible Klangkultur, herausragende Details und emotionell packendes Repertoire. Begeisterter Applaus in der Petruskirche. (flx)

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