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Mobilität

15.01.2015

Neuer Schulterschluss für die geplante Regio-S-Bahn

Ein Verein soll künftig das bedeutendste Zukunftsprojekt in Sachen Nahverkehr vorantreiben

Als großen Schritt hin zu einer „Regio-S-Bahn Donau-Iller“ bewertet der Regionalverband ein nun verabschiedetes Papier: Landräte und Oberbürgermeister der Region Donau-Iller sowie von Teilen Ostwürttembergs haben einen Grundsatzbeschluss zur Gründung eines Vereins „Regio-S-Bahn Donau-Iller“ verfasst.

Diesen Schritt wollen die Politiker als ein deutliches Zeichen verstanden wissen, dass die gesamte Region geschlossen hinter diesem Zukunftsprojekt steht und dies auch so schnell wie möglich umsetzen möchte. Die Adressaten sind klar: die Länder Baden-Württemberg und Bayern sowie die Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) – also beispielsweise die Bahn. Die „Regio-S-Bahn Donau-Iller“ gilt als das bedeutendste Zukunftsprojekt zur Verbesserung des SPNV in der Region. Die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Günzburg, Heidenheim, Neu-Ulm und Unterallgäu sowie die Städte Ulm, Neu-Ulm und Memmingen haben, wie bereits mehrfach berichtet, die Grundlage für einen verbesserten SPNV um die Oberzentren Ulm/Neu-Ulm und Memmingen mit der Unterstützung beider Länder entwickelt.

Die Regio-S-Bahn sieht eine Steigerung des Zugangebotes um insgesamt 20 Prozent vor. Das verdichtete Angebot, zusätzliche Halte und der Einsatz moderner Fahrzeuge werden laut einer Studie aus dem Jahr 2012 zu einer Steigerung der Fahrgastzahlen um 33 Prozent führen. Die für den Zielzustand der Regio-S-Bahn Donau-Iller erforderlichen Investitionen belaufen sich nach Angaben des Regionalverbands auf etwa 74 Millionen Euro. Ausgaben, die sich offenbar lohnen: Der volkswirtschaftliche Nutzen übersteige die Kosten um den 1,7-fachen Wert.

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Erste Bausteine, wie zum Beispiel die Wiederinbetriebnahme des Bahnhaltes Rottenacker oder die Reaktivierung der Bahnstrecke Senden – Weißenhorn, wurden bereits verwirklicht. Insbesondere Verantwortliche des Landkreises Neu-Ulm, wie Landrat Thorsten Freudenberger, betonen in diesem Zusammenhang immer wieder die Bedeutung des zweigleisigen Ausbaus der Illertalbahn zwischen Neu-Ulm und Senden. Mittelfristig wird von dem noch zu gründenden Verein wohl eine Elektrifizierung angestrebt werden. Erst ein zweiter Gleiskörper, wie er durch einen Ausbau entstehen würde, erlaubt eine kundenfreundlichere Taktung der Zugverbindungen.

Bevor der Verein gegründet werden kann, müssen noch die Gremien der jeweiligen Städte, Gemeinden und Kreise zustimmen. Seine Aufgabe wird darin liegen, Pläne in die Tat umzusetzen, deren Ursprung drei Jahrzehnte zurückliegt: Vor über 30 Jahren wurde erstmals eine Untersuchung über die Verkehrsentwicklung in der Ländergrenzen überschreitenden Region Donau-Iller erstellt. Schon früh war die Verknüpfung der beiden auf baden-württembergischem und bayerischem Gebiet liegenden Räume der Region von besonderer Bedeutung. Damals wie heute wohnen mehr als die Hälfte der etwa 966000 Einwohner der Region in Orten mit Bahnanschluss. Das Schienennetz ist das Rückgrat für die Erreichbarkeit. (heo)

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