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Ulm

02.10.2020

Neuer Ulmer Hauptbahnhof: "Vorschläge der Bahn reichen nicht aus"

Die Empfangshalle am Hauptbahnhof soll saniert satt neu gebaut werden.
Bild: Alexander Kaya

Nach einem Gespräch mit der Bahn herrscht Ernüchterung bei Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch.

Die Stadt Ulm fordert einen Neubau für den Hauptbahnhof, die Deutsche Bahn zögert. Am Donnerstag haben sich Oberbürgermeister Gunter Czisch, Baubürgermeister Tim von Winning und Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, und Regionalvertretern der Bahn getroffen. Czischs zieht ein ernüchtertes Fazit nach dem zweistündigen Gespräch.

„Die bisherigen Vorschläge der Deutschen Bahn reichen bei Weitem nicht aus, um den Ulmer Hauptbahnhof wirklich zukunftsfähig zu machen“, so der Oberbürgermeister. Im Gespräch ging es um die künftige Funktion des Hauptbahnhofs als Mobilitätsdrehscheibe für überregionale, regionale und lokale Verkehrsbeziehungen.

Ulmer Hauptbahnhof: Deutsche Bahn lehnt Neubau bisher ab

Gemeinderäte und Stadtspitze plädierten für eine grundlegende Modernisierung des Hauptbahnhofs, die Bahn lehnt bisher einen Neubau des Bahnhofsgebäudes ab und plant stattdessen punktuelle Verbesserungen. Aus Sicht der Stadt werden die Fahrgastzahlen mit der Eröffnung der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm Ende 2022 deutlich ansteigen, damit werde auch die Bedeutung des Ulmer Hauptbahnhofs weiter zunehmen.

In diesem Punkt stimmt die Bahn nach Angaben einer Stadtsprecherin zu. Auch die Regio-S-Bahn und der Ausbau des Nahverkehrs würden den Hauptbahnhof Ulm als zentralen Verteiler und Knotenpunkt in der Region noch stärker in den Fokus rücken. „Dafür brauchen wir einen Hauptbahnhof, der dies alles auch leisten kann“, betonte Czisch.

Gunter Czisch sieht Bahn als Eigentümer des Ulmer Hbf in der Pflicht

Nicht nur die Bahn als Eigentümerin des Bahnhofs sei in der Pflicht. Czisch sagte: „Wenn Bund und Land es ernst meinen mit der Mobilitätswende, dann muss am Ulmer Hauptbahnhof investiert werden. Was nützt es, mehr Züge fahren zu lassen, wenn der Ulmer Bahnhof auf dem Stand der 50er-Jahre bleibt?“

Die Stadt sei in den letzten Jahren mit vielen Infrastrukturmaßnahmen im Bahnhofsbereich deutlich in Vorleistung gegangen, betonte Czisch und zählte die Verlegung der Kleinen Blau, den Kauf des Intercity-Hotels, den Bau des Fußgängerstegs über die Gleise zur Schillerstraße sowie die unterirdische Passage und das Parkhaus auf. Rund 120 Millionen Euro habe die Stadt investiert.

In den kommenden zwei Jahren werde die Stadt weitere 30 Millionen Euro für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und die Straßenbahn samt Haltestellen ausgeben. Die Bahn dürfe sich nicht auf Schönheitsreparaturen am Bahnhofsgebäude beschränken, ein Neubau sei zwingend nötig. Stadtspitze und Fraktionen wollen nach eigenen Angaben im konstruktiven Gespräch mit der Bahn bleiben. (az)

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