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Bellenberg

06.01.2020

Neujahrsempfang 2020: Anstoßen auf künftige Veränderungen

Dritter Bürgermeister Norbert Frank, Pfarrer Martin Straub, Zweiter Bürgermeister Wolfgang Schrapp und Alois Renz als Sprecher der Bellenberger Vereine (von links) stoßen auf das neue Jahr an.
Bild: Regina Langhans

In Bellenberg soll neuer Wohnraum entstehen, außerdem soll die Infrastruktur modernisiert werden.

In der Gemeinde Bellenberg stehen einige Veränderungen bevor. Das wurde beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Kommune und Kirche deutlich, der diesmal im Foyer der sanierten Lindenschule stattfand. Die Gemeinde als diesjähriger Ausrichter hat das gemeinsame Anstoßen mit Vertretern aller Institutionen in ihr jüngst fertiggestelltes Vorzeigeprojekt verlegt. Die Redner hatten, wenngleich aus verschiedenen Blickwinkeln, in ihren Ansprachen eine gemeinsame Einsicht: Ein „weiter so“ werde es in vielen Bereichen der Gesellschaft nicht geben.

Der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Schrapp griff Beispiele aus der Vergangenheit auf, um daran die spätere Bedeutung nun anstehender Entscheidungen zu zeigen. „Zukunft braucht Courage, was heißt, sich etwas zu trauen und sich Herausforderungen zu stellen“, sagte er. So seien die Gemeinderäte 2015 ihrer humanitären Verantwortung nachgekommen, indem sie ein ehemaliges Firmenanwesen in der Hammerschmiede kauften, um darin asylsuchende Menschen unterzubringen. Schrapp: „Nun geht dieses Projekt für die Gemeinde zu Ende.“ Vielfach befürchtete Schreckensszenarien oder ein finanzielles Desaster seien nicht eingetreten.

Die Bellenberger Gemeinderäte haben Mut bewiesen

Die bewiesene Courage der Gemeinderäte wünscht sich Schrapp auch für bevorstehende Projekte. Es gelte, das derzeit entstehende Wohngebiet in der Hammerschmiede an das Ortsinnere anzuschließen, etwa mit dem geplanten Fuß- und Radweg. Sodann müsse der Hochbehälter gebaut und das Quartier „Kirchplatz“ saniert werden. Die neuesten Planungen beträfen das Gebiet Poppenbühl, wo sich neuer Wohnraum bauen lasse. Leere Flächen innerorts sollen Schrapp zufolge ebenfalls für den dringend notwendigen Wohnungsbau genutzt werden. Bellenbergs Bevölkerung habe den höchsten Altersdurchschnitt im Landkreis, ergänzte der Zweite Bürgermeister. Um Bellenberg weiterhin attraktiv zu halten, gelte es, die Infrastruktur zu modernisieren.

Neujahrsempfang 2020: Anstoßen auf künftige Veränderungen

Pfarrer Martin Straub von der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen stellte Betrachtungen an zu dem auch ins Blickfeld der Politik geratenen Kreuz. Es lasse sich genauso viel oder wenig von der Politik missbrauchen wie die gesellschaftlichen Ziele, sagte Straub. „Die Politiker vereinnahmen die Themen für sich und stellen sie in den Dienst ihrer Ideologie.“ Das Kreuz sei Zeichen für einen auf Gewaltlosigkeit basierenden Glauben, betonte der Pfarrer. Auf die gleichen Grundsätze stütze sich das freiheitlich-demokratische Verständnis der westlichen Welt. Straub ermunterte dazu, sich in diesem Sinne zu engagieren und für die Demokratie einzutreten.

Neue Formen der Zusammenarbeit beim Dorffest

Traditionell kommen beim Bellenberger Neujahrsempfang, den ein Bläserensemble der Musikschule Dreiklang mitgestaltete, auch die Vereine zu Wort. Kommissarisch übernahm dies Alois Renz für den erkrankten Vereinssprecher Wolfgang Riesenberg. Renz griff die von Schrapp angedeuteten gesellschaftlichen Veränderungen auf. Er wolle die Vereine für mehr Zusammenarbeit gewinnen. „Es darf nicht mehr passieren, dass über Jahrzehnte gewachsene Gruppen aufhören müssen.“ Er will Möglichkeiten suchen, inwieweit sich zeitraubender Verwaltungsaufwand mit Unterabteilungen oder Zusammenlegungen reduzieren lässt. In Bellenberg bieten 21 Vereine und fünf Gruppierungen einen dicht mit Veranstaltungen bestückten Jahreskalender. Beim nächsten Dorffest im Sommer sollen bereits neue Formen der Zusammenarbeit getestet werden, sagte Renz.

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