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Ulm

02.01.2018

Neujahrsempfang in Ulm: Viele Pläne und ein Schnaps

Die Oberbürgermeister Gunter Czisch und Gerold Noerenberg blicken im Ulmer Rathaus auf Vergangenes und Zukünftiges. Aus besonderem Anlass gibt es Hochprozentiges.

Von Müdigkeit fehlte bei den Gästen im Ulmer Rathaus jede Spur: Zahlreiche Bürger und Politiker waren gestern Vormittag dorthin gekommen, um zu sehen, wie die Oberbürgermeister beim Neujahrsempfang der beiden Städte das neue Jahr begrüßten. Nach ihren Ansprachen gab es für Gunter Czisch und Gerold Noerenberg aus besonderem Anlass Hochprozentiges.

Beim Festakt, der von Dieter Kraus und Uwe Lange musikalisch mit entspanntem Jazz begleitet wurde, warf der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch zunächst einen Blick auf die anstehenden Herausforderungen. Er verwies auf die vielen laufenden Bauarbeiten in der Stadt – wie am Hauptbahnhof und an der neuen Straßenbahnlinie – und merkte aus Spaß an: „Man lernt die Stadt neu kennen, man muss jeden Tag anders fahren.“ Er fügte hinzu, dass man aber in den „nächsten paar Monaten“ das Schlimmste hinter sich habe. Wichtig sei es zudem, die Bürger in ihren Stadtteilen zusammenzubringen und ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen.

Sorge bereitet laut Czisch derzeit der Blick nach Europa, denn dessen Zustand sei wichtig für den Frieden und die Freiheit – „auch in unserer Stadt“. Im Hinblick auf „nationale Kleingeister und Protektionisten“ betonte er: „Es ist ein großes und wichtiges Ziel, jeden Tag für dieses europäische Projekt einzutreten – auch, wenn es nicht immer einfach ist.“ Man müsse immer wachsam sein und alle Bürger im Blick haben. So habe Ulm mit vielen Mitbürgern türkischer Herkunft intensive Gespräche darüber geführt, dass „politische Verwerfungen im Heimatland nicht dazu führen, dass wir uns hier in Ulm auseinanderdividieren lassen“, sagte Czisch. In diesem Zusammenhang brachte der OB auch seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Ulmer Journalistin Mesale Tolu mittlerweile aus dem Gefängnis entlassen wurde. „Wir hoffen, dass in den nächsten Monaten der endgültige Freispruch kommt.“

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Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg ging bei seiner Ansprache vor allem auf die Stimmung in der Gesellschaft ein. Er fragte: „Ist es wirklich schlecht bestellt um die politische Situation und die bürgerliche Gesellschaft?“ Seine Beobachtung in der Region sei eine andere. Er betonte: „Demokratie lebt von Konsens und Kompromiss – und sie ist immer ein Lernprozess!“ Eine Stadt sei einer ständigen Weiterentwicklung unterworfen – wie sie auch Neu-Ulm im vergangenen Jahr erfahren habe. Doch auch in Zukunft warteten „gewaltige Herausforderungen“ – allen voran die „Revolution der Digitalisierung“.

Der Neu-Ulmer Rathauschef bedankte sich wie sein Ulmer Kollege bei den vielen Ehrenamtlichen. „Wir verdanken Ihnen ein Klima der Menschlichkeit in unserer Stadt.“ Zudem lobte Noerenberg die Zusammenarbeit mit Ulm: „Es entstand ein starkes Räderwerk, das beiden Städten dient, hervorragend läuft und sich bewährt.“

Am Ende durften sich die beiden Rathauschefs ein Gläschen Schnaps genehmigen – der gemeinsame Neujahrsempfang der beiden Städte fand gestern nämlich zum 33. Mal statt. Passend zur Donauregion stammte das hochprozentige Getränk aus Serbien, getrunken wurde aus Wassergläsern. „Das ist ein schönes, kleines Symbol“, so Czisch.

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