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Neu-Ulm

17.05.2019

Noerenbergs angekündigter Abgang

Gerold Noerenberg tritt nicht mehr als OB-Kandidat in Neu-Ulm an. Er will sich komplett aus der Politik zurückziehen.
Bild: Alexander Kaya

Dass der Neu-Ulmer Oberbürgermeister gerade jetzt seinen Rückzug aus dem Rathaus ankündigt, kann kein Zufall sein

Manche waren schon ein wenig unruhig geworden: Ringsumher hatten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bereits verkündet, ob sie weitermachen wollen oder bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten. Allein Neu-Ulms Gerold Noerenberg schwieg – bis zum Donnerstag. Da kam sein angekündigter Rückzug dann doch etwas überraschend, denn es durfte als nicht ganz unwahrscheinlich gelten, dass er die Nuxit-Entscheidung der Staatsregierung abwartet. Bei einer Kreisfreiheit Neu-Ulms wäre er wohl noch einmal angetreten, um einerseits die Früchte einer solchen historischen Entscheidung zu genießen und andererseits dafür zu sorgen, dass der schwierige Übergang vernünftig über die Bühne geht. Schließlich ist Noerenberg ein verantwortungsvoller Mensch und nicht so ein Polit-Hallodri wie Nigel Farage, der die Briten in den Brexit getrieben hat und anderen die Beseitigung der Trümmer überlässt, damit er in Ruhe im Pub Bier trinken kann.

Lesen Sie dazu: CSU bereitet die Zeit nach Noerenberg vor

In seiner am Freitag verbreiteten Erklärung zum Kandidaturverzicht schreibt Noerenberg so manches, doch das Wort Kreisfreiheit kommt darin nicht vor. Dennoch dürfte es kein Zufall sein, wenn er gerade jetzt erklärt, sich nach der Kommunalwahl aus der Politik zurückzuziehen. Zuletzt mehrten sich die Anzeichen aus München, dass der von Noerenberg so vehement verfochtene Nuxit ein Wunschtraum von diversen Neu-Ulmer Kommunalpolitikern bleiben könnte. Weiß er etwa schon, dass die Sache für die Kreisfreiheitskämpfer schlecht ausgeht? Das würde auf jeden Fall sein Handeln erklären. Amtsmüdigkeit kann es nicht sein, sonst hätte er sich nicht noch am Ende seines politischen Weges in ein derart heikles und aufreibendes Thema verrannt.

Noerenbergs angekündigter Abgang

Noerenberg wollte keine Getriebener sein

Dass er zu diesem Zeitpunkt für Klarheit gesorgt hat, ist klug gewählt. Hätte er das erst getan, wenn ein Nuxit-Nein aus München gekommen wäre, hätte es erzwungen gewirkt. Noerenberg wäre ein Getriebener gewesen. Denn eines dürfte klar sein: Nach einer solchen Niederlage hätte er nicht mehr anzutreten brauchen. So konnte er frank, frei und erhobenen Hauptes verkünden, mit 62 Jahren sei es dann auch mal genug an Politik.

Folgt eine Frau auf Noerenberg?

Bleibt die Frage, wer ihm nachfolgt. Es müsste auf jeden Fall eine Person sein, die zerschlagenes Porzellan wieder kitten und Gräben zuschütten kann – nicht nur in der Stadt, sondern vor allem im Landkreis, egal, ob der Nuxit kommt oder nicht.

Es könnte vielleicht eine junge Frau sein...


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