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Neu-Ulm

28.04.2015

Notfallplan kann in der Schublade bleiben

Durch Krisen in Syrien, Irak, Jemen, Eritrea oder dem Sudan: Das Thema Asylrecht beschäftigt die Behörden mehr als es ihnen lieb sein kann.
Bild: Alexander Kaya

Turnhallen im Kreis müssen vorerst nicht mit Flüchtlingen belegt werden, obwohl 25 Neuankömmlinge angekündigt sind. Der Landrat rechtfertigt sich für frühere Aussagen

Vorerst muss der Landkreis Neu-Ulm keine Asylsuchenden in Turnhallen unterbringen – der entsprechende Notfallplan kann also noch in der Schublade bleiben, obwohl die Regierung von Schwaben dem Landratsamt für diese Woche 25 weitere Flüchtlinge angekündigt hat. Das teilt Landrat Thorsten Freudenberger in einer Presseerklärung mit.

In dem Schreiben geht Freudenberger auch auf das Thema Römerstraße in Vöhringen ein. Dort hat das Landratsamt ein Haus angemietet, in dem Asylsuchende eine vorläufige Bleibe finden sollen. Dazu erklärt er, dass das Ober- und Dachgeschoss während der Umbauarbeiten am Illertalgymnasium vom Schul-Hausmeister und dessen Familie bewohnt werde. Dies sei den Römerstraßen-Anwohnern schriftlich mitgeteilt worden. Das Untergeschoss werde mit maximal neun Personen belegt. Die genaue Zahl hänge davon ab, welche Personen dem Kreis zugewiesen werden. Das erfahre das Landratsamt jedoch erst kurzfristig.

Der Landrat berichtet weiter von einem Gespräch der Anwohner mit Vöhringens Bürgermeister Karl Janson in der vergangenen Woche. Zudem sei das Ganze auch nach der jüngsten Sitzung des Kreistags Gegenstand eines Gesprächs des Landrats und seines Stellvertreters Roland Bürzle mit den Vöhringer Kreisräten (Franz-Clemens Brechtel, Luwig Daikeler, Gundula Gieraths, Johann Gutter, Karl Janson, Herbert Pressl und Herbert Walk) gewesen. Dabei sei betont worden, dass die Kreisbehörde stets um umfassende Information bemüht sei: Zum einen stünden die für Asyl zustänigen Landratsamtsmitarbeiter stets für Gespräche zur Verfügung – auch vor Ort, zum anderen auf der Internetseite des Amts (www.Landkreis.neu-ulm.de).

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Thorsten Freudenberger bezieht auch Stellung zu seinen teilweise emotional gefärbten Aussagen zum Thema Asylbewerber-Unterbringung am Ende der Kreistagssitzung am vergangenen Freitag (wir berichteten). „Dabei ging es mir um die Beschreibung der Gesamtproblematik. Zudem wollte ich auch wachrütteln, da es sich bei der Unterbringung und der Betreuung von Menschen auf der Flucht um eine humanitäre Herausforderung handelt, die sich gesamtgesellschaftlich stellt. Das Landratsamt ist dabei auf Unterstützung vieler Menschen, Kommunen und Stellen angewiesen. Vöhringen habe ich mit keinem Wort erwähnt, weil es um die Gesamtsituation im Landkreis ging.“

Er macht aber unmissverständlich klar: „Einzelne, die das Thema Asyl und Flüchtlinge mit der Verbreitung von inhaltlich falschen Pauschalaussagen oder der Verbreitung von Ressentiments begleiten, müssen sich aber sehr wohl nach den Motiven ihrer Aussagen fragen lassen. Ich spreche hier von Einzelnen. Es steht mir völlig fern, Bürgerinnen und Bürger pauschal eine latente Fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen.“ (kr)

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