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24.11.2018

OB verteidigt umstrittene Sperrung

Ärger um Beschluss zur Friedrich-Ebert-Straße

In einem offenen Brief warnt der Betriebsrat von Galeria Kaufhof Ulm vor den Folgen einer zehnmonatigen Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße im nächsten Jahr. Die Arbeitnehmervertreter befürchten einen erneuten Imageschaden für den Standort Ulm mit der Folge von weiterem Personalabbau im Einzelhandel. Im Vorfeld der Entscheidung des Bauausschusses hatten bereits die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm sowie die Ulmer City Marketing erhebliche Bedenken gegenüber der Reduzierung auf eine Spur geäußert. Jetzt wandte sich Oberbürgermeister Gunter Czisch in einem offenen Brief an Claudia Bender, die Betriebsratsvorsitzende von Galeria Kaufhof.

„Ich darf Ihnen versichern, dass sich weder die Gemeinderäte des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung, Bau und Umwelt noch die Verwaltung die Entscheidung zur Friedrich-Ebert-Straße leicht gemacht haben“, schreibt Czisch darin. „Wir sehen die mit den Baustellen einhergehenden erheblichen Beeinträchtigungen sowohl für den Handel und die Kunden als auch für Pendler, Touristen etc.“ Nach Abwägung der Vor- und Nachteile komme die Stadt zu dem Ergebnis, dass gerade für den Einzelhandel diese Entscheidung die richtige sei. „Wir sind der Überzeugung, dass die sich Einschränkungen aus dem letzten Sommer in dieser Form nicht wiederholen werden“, so Czisch. „Die großen Staus in den Sommerferien waren im Wesentlichen nicht durch die einseitige Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße bedingt.“ Vielmehr seien sie durch die Baumaßnahmen an den Verkehrsknoten entlang der Neutorstraße verursacht worden.

„Ich möchte hiermit auch noch einmal deutlich betonen, dass es bei der Entscheidung nicht allein darum geht, eine Vertragsstrafe gegenüber einem privaten Investor abzuwenden“, schreibt der OB. „Es geht vor allem auch darum, die Gesamtbauzeit der Großbaustellen zu beschleunigen, öffentliche Räume früher fertigzustellen und somit die Belastungen möglichst zu reduzieren.“

Czisch verweist außerdem darauf, dass am Montag im Rathaus ein von den meisten Händlern der Bahnhofstraße unterzeichneter Aufruf eingegangen sei, eine sofortige Neugestaltung der Fußgängerzone umzusetzen. „Nach unserer Einschätzung dürften die damit verbundenen Beeinträchtigungen für die Händler und Passanten ungleich größer sein als die aktuelle Entscheidung“, schreibt Czisch. Er äußert sein Unverständnis darüber, dass diese Einschränkungen von den Geschäftsleuten als hinnehmbar eingeschätzt werden, die Teilsperrung der Friedrich-Ebert-Straße aber nicht. (az)

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