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Handel

06.07.2012

Obi packt das Werkzeug ein – Nachfolger klopft an

Der Obi-Baumarkt im Neu-Ulmer Starkfeld schließt.
Bild: Alexander Kaya

Baumarkt zieht sich zurück. Stadt berichtet, dass ein möglicher neuer Mieter in den Startlöchern steht

Neu-Ulm Der Obi-Baumarkt im Neu-Ulmer Starkfeld schließt, doch offenbar plant ein anderes Handelsunternehmen bereits, in die Hallen einzuziehen.

Elena Ottaviano, Sprecherin der Deutschland-Zentrale der Heimwerkerkette Obi im nordrhein-westfälischen Wermelskirchen, bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Filiale an der Kreuzung Starkfeld/Reuttier Straße ihren Betrieb einstellen wird. Wann dies der Fall sein wird und wie viele Mitarbeiter dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren werden, dazu machte die Sprecherin keine Angaben. Dem Vernehmen nach könnte Anfang 2013 Schluss sein, bestätigen wollte Ottaviano dies nicht. „Wir werden den auslaufenden Mietvertrag nicht verlängern“, sagte Ottaviano weiter, über die Modalitäten werde derzeit mit den Eigentümern der Immobilie noch verhandelt. Grund für den Rückzug von Obi aus Neu-Ulm ist nach Angaben Ottavianos die „hohe Wettbewerbsdichte in dieser Region“. Will heißen: Es gibt zu viele Baumärkte für zu wenige Kunden. Weitere Märkte will die Kette, die in 13 Ländern 580 Filialen – davon 345 in Deutschland – mit mehr als 43100 Mitarbeitern betreibt, nach eigenen Angaben nicht schließen. Ein neuer Standort in Neu-Ulm sei nicht im Gespräch, auch für einen Umzug nach Senden, wo es im Einkaufszentrum Nord bereits früher jahrelang einen Obi-Markt gegeben hatte, gebe es keine Pläne. Ottaviano: „Das sind alles Gerüchte.“ Der Druck der Konkurrenz in der Region Ulm/Neu-Ulm sei schlichtweg zu hoch. In der Branche der Bau- und Heimwerkermärkte tobt Experten zufolge ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb. Jüngst war der Obi-Konkurrent Praktiker in die Krise geraten, konnte aber eine drohende Insolvenz in letzter Sekunde abwenden.

Für Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg kommt das Aus für die Obi-Filiale „nicht überraschend“. Er wisse aber von „konkreten Verhandlungen“ über eine Nachnutzung der Immobilie, „es geht wieder um ein Unternehmen aus dem Bereich Handel“. Nach seiner Kenntnis wollen die weiteren Mieter in dem Fachmarktzentrum bleiben. Neben Obi haben sich dort etwa der Tiernahrungshändler Fressnapf, die Sparda-Bank und der Büromarkt Staples angesiedelt.

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Glacis-Galerie: Bald sollen die Bagger anrollen

Noerenberg sagt weiter, dass Neu-Ulm trotz des „bedauerlichen“ Obi-Rückzugs in Sachen Handel gut dastehe. Das Interesse an Neu-Ulm als Standort habe sich in den vergangenen beiden Jahren „etwa verdoppelt“. Was die beim Neu-Ulmer Bahnhof geplante „Glacis-Galerie“ betrifft, gehe er weiter davon aus, dass die Bauarbeiten noch im Sommer beginnen. Investor Procom in Hamburg bestätigt dies auf Anfrage.

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