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Ulm

16.04.2015

Ötzi und Löwenmensch machen gemeinsame Sache

Der Löwenmensch wurde aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt und steht heute im Ulmer Museum.
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Der Löwenmensch wurde aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt und steht heute im Ulmer Museum.
Bild: Alexander Kaya

Die Städte Ulm und Bozen wollen gemeinsam mehr Touristen über die Alpen locken. Dabei sollen ihnen die Mumie Ötzi und der Löwenmensch helfen.

Zwischen Ulm und Bozen gibt es so manche Verbindung. Bergsteigerlegende Luis Trenker hat beispielsweise vor fast 80 Jahren mal im Schiefen Haus gedreht. Und der eine oder andere oberschwäbische Baumeister hat in Südtirol seine Spuren hinterlassen. Sowohl in Ulm als auch in Bozen gibt es außerdem „alte Stars“ aus der Steinzeit, die in jüngster Zeit groß herausgekommen sind, und aus denen die Ulm/ Neu-Ulm Touristik (UNT), das Verkehrsamt der Stadt Bozen und die Bahn nun gemeinsam touristisch Kapital schlagen wollen: Ötzi und den Löwenmenschen.

Zugegeben, die Gletschermumie Ötzi aus der Jungsteinzeit, die 1991 in den Ötztaler Alpen entdeckt wurde, ist mit etwa 5200 Jahren deutlich jünger als der Löwenmensch. Die Skulptur aus Mammutelfenbein, die aus mehreren Hundert Einzelteilen zusammengesetzt und erst vor zwei Jahren weiter ergänzt wurde, hat fast 40000 Jahre auf dem Buckel. Was sie verbindet, ist aber, dass sie beide aus der Steinzeit stammen und eine hohe Anziehungskraft haben, wenn auch der Löwenmensch aus dem Lonetal noch nicht so weltberühmt ist wie der „Mann aus dem Eis“. „Ötzi hat den Tourismus in Bozen verändert“, sagt Roberta Agosti, die geschäftsführende Direktorin des Verkehrsamtes der Südtiroler Landeshauptstadt. Auch der Löwenmensch soll irgendwann einmal einen neuen, seiner Bedeutung angemessenen Platz bekommen, doch dazu muss das Ulmer Museum erst umgebaut werden. Ein Besuchermagnet ist er jetzt schon, und das soll er auch zunehmend für Gäste aus Südtirol werden.

Das haben sich die Tourismusexperten zusammen mit der Bahn ausgedacht: Jeder Gast, der mit dem Zug anreist und mindestens einmal in Bozen übernachtet, bekommt einen kleinen Geschenkkorb mit Spezialitäten und einer Eintrittskarte für das Südtiroler Archäologiemuseum, in dem Ötzi zu sehen ist. Umgekehrt bekommen Gäste aus Südtirol, die mit dem Zug nach Ulm fahren, ein Präsent der Tourist-Info mit Ulm-Card und freiem Eintritt ins Ulmer Museum, um sich den Löwenmenschen anzuschauen. So wollen die Städte den Tourismus gegenseitig etwas ankurbeln, wobei bislang deutlich mehr Ulmer nach Bozen fahren als umgekehrt, wie UNT-Geschäftsführer Wolfgang Dieterich einräumt.

Doch auch Ulm und Neu-Ulm locken zunehmend Besucher über den Brenner: Im vergangenen Jahr kamen fast 10000 Gäste aus Italien, ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Gäste kommen aus Norditalien. Viele machen einen Abstecher auf den Ulmer Weihnachtsmarkt, aber auch im Frühling und Sommer wird auf dem Münsterplatz häufig Italienisch gesprochen. Umgekehrt ist Südtirol das beliebteste Reiseziel für Bahnfahrer nacht Italien. Von Ulm fährt fünf Mal täglich ein Zug nach Bozen. Mit Umstieg in München dauert die Fahrt etwa fünf Stunden und 20 Minuten. Wer früh aufsteht, kann schon um 11.30 Uhr in Südtirol sein.

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