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Weißenhorn

02.12.2019

Open-Air im Stadtpark: Das steckt hinter dem Sido-Coup

Sido wird im Juni 2020 beim zweiten Open-Air-Festival im Weißenhorner Stadtpark auftreten. Der frühere Skandalrapper steht mittlerweile ohne Maske auf der Bühne – auch seine Songtexte sind heute familientauglich.
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Sido wird im Juni 2020 beim zweiten Open-Air-Festival im Weißenhorner Stadtpark auftreten. Der frühere Skandalrapper steht mittlerweile ohne Maske auf der Bühne – auch seine Songtexte sind heute familientauglich.
Bild: Patrick Kwincz

Plus Sido und Gravestone kommen zum Open-Air nach Weißenhorn. Der Organisator verrät Hintergründe: Auf seiner Wunschliste war ein deutsches Pop-Sternchen.

Das Programm für das Open-Air-Festival 2020 in Weißenhorn hat in den vergangenen Tagen für viel Gesprächsstoff gesorgt. Der Berliner Rapper Sido und die Illertaler Heavy-Metal-Band Gravestone kommen wie berichtet im Juni kommenden Jahres in den Stadtpark. Volker Drastik, Kulturbeauftragter der Stadt und Organisator des Festivals, hat nun im Gespräch mit unserer Redaktion viele Details zu den Auftritten verraten.

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„Ich denke, wir haben ein ziemlich gutes Programm auf die Beine gestellt, wir sind zufrieden“, sagt Drastik. Die Suche nach entsprechend bekannten Künstlern sei diesmal allerdings etwas schwieriger als noch bei der Premiere im Sommer 2019 gewesen, so der Organisator: „Es hat lange Zeit nicht gut ausgesehen.“ Er habe bei mehreren potenziellen Kandidaten angefragt. Die hätten sich aber allesamt lange sehr bedeckt gehalten. Dass es ein zweites Open Air geben wird, sei dabei allerdings nie zur Debatte gestanden. „Die Premiere lief erfolgreich, es war nett und unkompliziert“, sagt Drastik. Umso größer war die Erleichterung, als überraschend der Manager von Sido für einen Auftritt am 27. Juni in Weißenhorn zusagte. „Wir hatten noch vier, fünf andere Möglichkeiten, aber Sido war insgesamt die beste und lukrativste Variante“, betont der Kulturbeauftragte. Auch wenn die Stadt diesmal vorab vermutlich tief in den Geldbeutel greifen muss. Denn, wie der Organisator verrät, läuft die Bezahlung des Berliner Rappers etwas anders ab, als gewöhnlich.

Sido in Weißenhorn: Der Organisator erwartet rund 4500 verkaufte Karten

Generell erhalten die Künstler nämlich nach ihrem Auftritt meist einen vorher abgesprochenen Anteil der Einnahmen des Konzerts, berichtet Drastik. So sei das etwa bei Culcha Candela und Schmidbauer, Pollina und Kälberer im Sommer gewesen. „Mit Sido haben wir stattdessen einen Festpreis vereinbart“, erzählt der Organisator. Und weiter: „Das ist natürlich erst mal teuer. Aber wenn das Ding rappelvoll ist, dann sieht es finanziell ganz gut aus.“ Genaue Zahlen will und darf er jedoch nicht verraten – nur so viel: „Das sind schon Summen, die einen zum Nachdenken bringen.“

Open-Air im Stadtpark: Das steckt hinter dem Sido-Coup

Ziel der Veranstaltung sei es aber ohnehin nicht, Gewinn zu machen. „Wir sind in der glücklichen Lage, das ausschließlich für die Bespaßung der Menschen in der Gegend anzubieten“, sagt Drastik. Dennoch wünscht sich der Organisator, dass es auch bei der zweiten Auflage im Stadtpark voll wird: „Bei Sido sollten wir da schon an unsere Grenzen stoßen. 4500 verkaufte Karten sollten schon drin sein.“ Auf das Gelände passen rund 4900 Menschen.

Im Großen und Ganzen bleibe das Konzept des Open Airs auch diesmal gleich. Die Technik- und Sicherheitsfirmen werden dieselben sein und auch bei den Eingängen wird sich dem Organisator zufolge nichts ändern. Lediglich beim Auftritt von Sido könnte es vielleicht die ein oder andere Schleuse mehr geben. Eng könnte es dann auch bei den Parkplätzen werden, sagt Drastik: „Aber wir sind zuversichtlich, dass das alles klappen wird.“ Neuerungen gibt es hingegen beim Essen und Trinken. Da haben sich im Sommer zu den Hauptzeiten teils lange Schlangen gebildet. „Das sollte keinesfalls wieder vorkommen. Wir werden eventuell aufstocken“, sagt Drastik. Aber das liege wieder in den Händen eines Cateringunternehmens. Gespräche werden Anfang kommenden Jahres geführt.

Sarah Connor hätte zum Open-Air im Stadtpark kommen können

Sicher ist hingegen: Am Tag vor Sidos Auftritt kommen Gravestone nach Weißenhorn. Hier rechnet Drastik mit knapp 1500 Besuchern, vielleicht auch ein paar mehr. Anders als der Berliner Rapper bekomme die Illertaler Heavy-Metal-Band ihre Gage wie auch die Musiker bei der Premiere anteilig von den Einnahmen. „Das lief sehr unkompliziert, die haben ja ohnehin nach einem Gelände für genau so einen Auftritt gesucht“, sagt Drastik und fügt hinzu: „Und da gibt’s kein besseres als bei uns, mit der Bahn und dem schönen großen Platz.“

Ausschlaggebend für die Auswahl sei der deutliche Kontrast zwischen Sido und Gravestone gewesen. „Die beiden passen wegen ihrer Unterschiede sensationell zusammen“, sagt Drastik. Schmidbauer, Pollina und Kälberer hätten im Sommer noch ein eher betagteres Publikum angesprochen, Gravestone ziehe diesmal eine ganz andere Zielgruppe an. Genau wie Sido. Der habe sich übrigens gegen Ulm entschieden, sagt Drastik und verrät, wer statt des Berliner Rappers nach Weißenhorn hätte kommen können: „Sarah Connor hätte uns auch gut gestanden, aber da waren wir zu langsam.“ Die 39-Jährige tritt statt im Stadtpark nun im Kloster Wiblingen auf.

Karten Tickets für Sido (49 Euro) und Gravestone (25 Euro) gibt es unter anderem bei der Blende 22 in Neu-Ulm, im Weißenhorner Rathaus sowie bei den üblichen Vorverkaufsstellen im Internet.

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