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Ulm/Neu-Ulm

19.02.2018

Orange Campus: Am Dienstag geht‘s zur Sache

So groß wie etwa zweieinhalb Fußballplätze ist das Gelände für den Orange Campus auf dem Gebiet des alten Donaubads.

Hinter verschlossenen Türen berät ein Arbeitskreis über die Zukunft des geplanten Sportzentrums.

Die Stunde der Entscheidung für den Orange Campus naht: Heute wird sich der Arbeitskreis aus neun Gemeinderäten beraten und nach Informationen unserer Zeitung über den von Oberbürgermeister Gunter Czisch ins Spiel gebrachten Kompromiss diskutieren:

Das Stadtoberhaupt schlug wie berichtet vor, ein eigenes Erbbaurecht für den geförderten Teil, den die Städte durch Zuschuss und Darlehen maßgeblich unterstützen, zu geben. Ein zweites Erbbaurecht könnte für den gewerblichen Teil gelten, für dessen Finanzierung die Geschäftspartner zu sorgen haben.

Große Teile des Gemeinderats haben die Sorge, dass die gemeinnützigen Teile des Bauprojekts mit den wirtschaftlichen Interessen des BBU ‘01 und deren Geschäftspartnern vermischt werden. Nach Angaben von BBU’01 kostet der kommerzielle Teil, also Fitnesszentrum, Gastronomie und Büros, 10,6 Millionen Euro. Der „ideelle Teil“, also der Bereich in dem Sport getrieben wird, 12,2 Millionen Euro.

Czisch merkte an, dass in den verschiedenen Gesellschaften, die im komplexen Modell der Orange Campus-Organisation enthalten sind, im Wesentlichen lediglich eine Handvoll Personen als Geschäftspartner agiere.

Die „Orin Group GmbH“ fungiert mit den beiden Gesellschaftern Thomas Stoll und Andreas Oettel als übergeordnete Holding von fünf Tochtergesellschaften. In einer Veröffentlichung bezeichnet der Verein dieses Konstrukt als eine „absolut logische und sinnvolle Firmenstruktur, bei der wir uns bis heute fragen, warum diese öffentlich so heftig hinterfragt wird.“ Wirtschaftsexperten würden diese Struktur als unumgänglich bezeichnen, heißt es.

Ob sich Stoll und Oettel in Sachen Erbbaurecht bewegen, ist offen. In einer schriftlichen Reaktion auf den Bedingungskatalog des Gemeinderats wird betont, wie erfolgreich das Projekt werden könnte. Herangezogen wird ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer, nachdem der Verein jährliche Überschüsse von 200000 bis 250000 Euro generieren könne. Es erscheine demnach durchaus möglich, dass der Verein bereits vor Ablauf der 30 Jahre den Orange Campus komplett abgezahlt haben könne, und danach ein finanziell gesunder Verein eine eigene Vereinsimmobilie ohne weitere Darlehensverpflichtungen nutzen könne. Und die dann immer noch vorhandenen jährlichen Überschüsse könnten demnach für die weitere Entwicklung des Vereins genutzt werden, ohne jegliche weitere Zuschüsse seitens der Städte.

„Kein Kommentar“, sagte Stoll auf Anfrage um gleich die regionalen Medien zu schelten, weil das Projekt seiner Meinung nach in diesen zu schlecht wegkomme. Auch die Stadträte halten sich mit Wasserstandsmeldungen zurück. Hinter vorgehaltener Hand heißt es nur, dass sich die Verantwortlichen des Vereins BBU’01 in den Schmollwinkel zurück gezogen hätten. Dass das Thema diese Woche noch im Gemeinderat auf der Tagesordnung landet, gilt als ausgeschlossen. Vermutlich werde in der ersten März-Sitzung über das Thema diskutiert.

„Das Orange Campus muss solide finanziert sein“, postet die Fraktion der Grünen auf Facebook. Und wörtlich zitiert wird Sigrid Räkel-rehner: „Ich hoffe, dass es gemeinsam mit allen Beteiligten gelingt und noch offene Fragen geklärt werden können.“

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