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Weißenhorn

12.05.2017

Ortsdurchfahrt Bubenhausen: Tiefe Löcher und offene Fragen

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Die Bubenhauser Ortsdurchfahrt weist zahlreiche Schlaglöcher und Unebenheiten auf. Sie soll deshalb saniert werden.
Bild: Archivfoto Andreas Brücken

Bubenhauser diskutieren über die Planungen des Staatlichen Bauamts. Die Verwaltung erhofft sich außerdem noch mehr Zuspruch für ein Nahwärmenetz.

Eine zentrale Erkenntnis hat Bürgermeister Wolfgang Fendt am Mittwochabend gewonnen: Bei der nächsten Bürgerversammlung in Bubenhausen brauchen die Redner ein Mikrofon, um von allen Besuchern verstanden zu werden. Denn das Interesse an der jüngsten Veranstaltung war groß, mehr als 100 Bürger sind in den Gasthof Kast gekommen, um sich über den Aufbau eines Nahwärmenetzes, die Erneuerung der Ortsdurchfahrt und den Umbau des Kindergartens zu informieren. Auch zu diesen Themen konnte Fendt am Ende einige Anregungen und Kritikpunkte mitnehmen.

Die Stadtverwaltung nutzte die Gelegenheit, um noch einmal das Interesse der Bubenhauser an einem Nahwärmenetz zu wecken. Das Fernwärmenetz, das derzeit in Weißenhorn aufgebaut wird, könne die Abwärme des Müllkraftwerks nicht bis in die Ortsteile leiten, sagte Fendt. Dafür seien riesige Rohre notwendig. Pläne für ein Nahwärmenetz in Bubenhausen, das die Häuser entlang der Babenhauser Straße mit Energie aus Biomasse versorgen könnte, gibt es bereits. Doch die Begeisterung der Bürger hält sich offenbar in Grenzen.

Katharina Zeiser vom Institut für Systemische Energieberatung in Landshut hat eine Machbarkeitsstudie und Modellrechnungen erstellt. Um den Bedarf zu prüfen, ist sie allerdings auf Angaben der Hauseigentümer angewiesen. So verschickte die Stadt Fragebögen, doch die Rücklaufquote war sehr gering. Nur 27 Prozent der potenziellen Nutzer erklärten sich nach Angaben von Zeiser dazu bereit, ihr Haus ans Netz anzuschließen. „Wir brauchen aber eine Quote von 70 bis 80 Prozent, damit sich das lohnt“, sagte Zeiser. Doch bevor die Verwaltung das Vorhaben endgültig zu den Akten legt, startet sie einen letzten Versuch: Noch bis 24. Mai können die Bürger den dreiseitigen Fragebogen – erhältlich im Rathaus oder zum Download auf der Internetseite der Stadt – ausfüllen und einreichen.

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Groß ist der Wunsch hingegen nach einer Sanierung der Ortsdurchfahrt. „Die Straße ist in beschämendem Zustand“, sagte Fendt. Für den geplanten Umbau der Bushaltestelle am nördlichen Ortseingang samt Errichtung einer Verkehrsinsel in der Fahrbahnmitte ist allerdings mehr Platz nötig. Die Stadt verhandelt dafür noch mit zwei Grundstückseigentümern. Ein Anwohner kritisierte, dass er für die vorgesehene Verbreiterung des Gehwegs fünf Zentimeter seines Grundstücks hergeben müsse: „Das kommt nicht in Frage.“ Alexander Fischer vom Staatlichen Bauamt Krumbach zeigte sich erstaunt. „Wegen fünf Zentimetern machen wir eigentlich keinen Grunderwerb.“ Fendt sagte dem Anwohner zu, sich das vor Ort anzuschauen.

Einigen Widerspruch bekam Fischer zu hören, als er die Planungen für einen Umbau der Verkehrsinsel an der Brühlstraße vorstellte. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sollen Fahrzeuge demnach künftig nicht mehr rechts und links an der Insel vorbeifahren dürfen. Einige Bürger waren der Ansicht, dass dasAbbiegen mit Lastwagen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen dadurch erschwert wird.

Für die geplante Verkehrsinsel am südlichen Ortseingang sprachen sich vor allem Anwohner der Babenhauser Straße aus. Schließlich könne der Verkehr dadurch etwas gebremst werden. Ein spontanes Stimmungsbild ergab zudem, dass sich viele Bubenhauser eine Ampel oder einen Zebrastreifen auf Höhe der St.-Michael-Straße wünschen.

Fraglich ist, ob der Umbau 2018 kommt. „Wir müssen erst einmal den Plan bei der Regierung von Schwaben einreichen“, sagte Fischer. Der Grunderwerb ist ein Faktor, von dem der Baubeginn abhängt. Eine andere Frage ist, ob der Freistaat sofort Geld für das Projekt bereitstellt. Weil die Ortsdurchfahrt Teil einer Staatsstraße ist, werden Anwohner übrigens nur an den Kosten für neue Gehwege beteiligt – laut Fendt wohl in Höhe von 60 Prozent.

Der 2,1 Millionen Euro teure Umbau des Kindergartens indes soll schon im August starten. Übergangsweise werden die Kinder wohl im Pfarrheim untergebracht. „Es sieht gut aus, dass wir mit der Kirche eine Regelung finden“, sagte Fendt. Das Landratsamt müsse auch noch zustimmen. Am neuen Spielplatz, ergänzte er, werde dann wahrscheinlich ein Sonnensegel angebracht, damit die Kinder nicht in der prallen Sonne sitzen.

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