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Pfaffenhofen

11.11.2017

Ortsdurchfahrt Kadeltshofen: Die Zeichen stehen auf Umbau

Das Staatliche Bauamt will die Kadeltshofer Ortsdurchfahrt erneuern und hat dafür in Aussicht gestellt, dass der Freistaat Bayern die Fahrbahn bezahlt. Den neuen Gehweg müssten allerdings der Markt und die Anlieger finanzieren.
Bild: Alexander Kaya

Trotz einiger kritischer Nachfragen akzeptieren die Kadeltshofer bei der Bürgerversammlung die neuen Pläne für die Straße. Nur eine Stelle ist noch strittig.

Eines haben die Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts in Krumbach in diesem Jahr gelernt: Mit Pfaffenhofen ist es nicht so einfach. Nachdem der Marktgemeinderat die Pläne für eine Ortsumfahrung von Kadeltshofen nach vielen Diskussionen schließlich doch abgelehnt hatte, stellte die Behörde neue Pläne vor, die lediglich den Umbau der Kadeltshofer Ortsdurchfahrt vorsehen. Dieses Projekt wird allerdings nur angegangen, wenn es einen eindeutigen Beschluss des Marktgemeinderates dafür gibt. Damit sich das Gremium eine klare Meinung bilden kann, hat der Pfaffenhofer Bürgermeister Josef Walz am Donnerstagabend die etwa 70 Kadeltshofer direkt gefragt, ob sie den Umbau wollen oder nicht.

Das erwünschte Stimmungsbild bekam Walz auch, nachdem er bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Fischer die Pläne noch einmal vorgestellt hatte. Sie sehen vor, den Abschnitt der Staatsstraße zwischen dem nördlichen und dem südlichen Ortseingang zu erneuern. Auch der Entwässerkanal soll ersetzt und die Gehwege auf der Westseite neu gebaut werden. Die Fahrbahnbreite bleibe bei 6,50 Metern, sagte Walz, der Grünstreifen auf der Ostseite werde beibehalten. „Die Kosten für die Fahrbahn trägt der Freistaat Bayern“, ergänzte Walz, „die Kosten für den Bau der Gehwege trägt die Marktgemeinde.“ Wobei die Anlieger Ausbaubeiträge in Höhe von 40 Prozent zu zahlen hätten. Den Kostenschätzungen zufolge wären das insgesamt gut 48000 Euro, die restlichen 71000 Euro kämen auf die Kommune zu. Für neue Straßenlaternen liegt der Verwaltung noch kein Angebot vor.

Noch ist unklar, ob die Bushaltestelle im Süden des Ortes ihre Busbuchten behält oder nicht. Darüber wurde jüngst im Marktrat schon intensiv diskutiert. Das Bauamt schlägt für mehr Sicherheit eine Mittelinsel auf Höhe der Haltestelle vor, die Fahrbahn müsste dann über die bisherigen Buchten geführt werden (wir berichteten). „Das Bauamt schaut aber noch, ob es eine Möglichkeit gibt, die Busbuchten beizubehalten“, sagte Walz. Doch dann sei Grunderwerb nötig.

Nach seinem Vortrag bekam der Bürgermeister einige kritische Anmerkungen zu hören. „Ich sehe nur Nachteile durch den Umbau“, sagte eine Frau. „Die Autos brettern dann noch mehr durch den Ort.“ Ein Bürger zweifelte an der Notwendigkeit eines neues Gehwegs: „Der ist doch gut so, wie er ist.“ Mehrere Anlieger kritisierten, dass sie für den Umbau zur Kasse gebeten werden und stellten die Straßenausbaubeiträge grundsätzlich in Frage.

Zweifel an den Umbauplänen für die Bushaltestelle und an der Sinnhaftigkeit der Mittelinsel wurden ebenfalls laut. „So viele Leute laufen da auch nicht drüber“, sagte eine Frau. Dem entgegnete Walz: „20 bis 30 Kinder steigen da schon pro Tag in den Bus ein.“ Einige Bürger wünschten sich stattdessen einen Überweg in der Franz-Fischer-Straße. Und ein Mann schimpfte: „Das gibt ein Chaos zur Hauptverkehrszeit, wenn der Bus auf der Fahrbahn hält.“ Es gab aber auch Befürworter für die Idee, so den Verkehr zu bremsen. „Ich bin zehn Jahre lang täglich an der Bushaltestelle eingestiegen“, sagte ein Zuhörer. „Die Autos schießen mit Tempo 80 in den Ort, da muss man was machen.“

Nach vielen Argumenten für und gegendie Pläne fragte der Bürgermeister schließlich in die Runde: „Sollen wir den Ausbau voranbringen?“. Einen klaren Widerspruch äußerten die Kadeltshofer nicht. Das wird Walz nun an den Marktgemeinderat weitergeben, der demnächst einen Beschluss treffen soll.

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