Newsticker

Donald Trump verkündet Ende der Zusammenarbeit mit der WHO
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Osttangente: So steht es um die Pläne

Senden

24.08.2019

Osttangente: So steht es um die Pläne

Liegt die Ausfahrt der B28 zu nah am Autobahndreieck Hittistetten, um dazwischen noch eine Auf- und Ausfahrt zur Osttangente unterzubringen? Fragen wie diese müssen geklärt werden.
Bild: Alexander Kaya

Im Herbst vergangenen Jahres hat der Stadtrat den Auftrag erteilt, die Gespräche für die Umgehung wieder aufzunehmen. Man arbeite daran, sagt Bürgermeister Raphael Bögge.

Die Osttangente bewegt nach wie vor die Gemüter in Senden – und das obwohl sie weder gebaut noch überhaupt in Planung ist. Doch genau dieser Umstand stört Gottfried Erne. Er agiert als Sprecher der damaligen „Gruppe Verkehr“ und möchte nun erneut das Thema auf den Tisch bringen. Bereits im Jahr 1997 sei die Gruppe mit Lösungsvorschlägen an den Stadtrat und den Bürgermeister herangetreten, nachdem sie in die damalige Diskussion eingebunden gewesen sei. Zuletzt hatte sich Erne im Herbst vergangenen Jahres zu dem Thema geäußert. Er fordert nach wie vor, den Bau einer Tangente, um den Verkehr aus der Stadt zu bekommen. Und er will, dass die Stadt jetzt handelt, damit die entlastende Straße wenigstens in zehn bis 15 Jahren Wirklichkeit sein kann. Erne sagt: „Es muss jedem klar sein, hätte man damals diesem Vorschlag Rechnung getragen, wäre diese Osttangente längst Wirklichkeit und die gegebene östliche Verkehrsverdichtung wäre nicht vorhanden.“

Räte sprechen wieder über die Osttangente in Senden

In der Tat ist die Möglichkeit, den Verkehr mithilfe einer Osttangente zu entzerren, in den vergangenen Monaten wieder aufgekommen. Im Herbst 2018 hatten die Räte das Thema auf dem Tisch. Und fassten einen Beschluss: Die Stadtverwaltung sollte demnach mit dem Staatlichen Bauamt in Krumbach genauere Pläne für die Umgehung erarbeiten. Ein generelles Verkehrskonzept hatte der Stadtrat in dieser Sitzung ebenso beschlossen. Dieses verfolgt das Ziel, den Verkehr im Stadtgebiet und auf anderen überlasteten Straßen zu reduzieren – unter anderem mithilfe der Osttangente.

Wo diese verlaufen könnte, ist noch völlig unklar, denn die Planungen müssen von vorne beginnen, wie Michael Preuß vom Ingenieurbüro Modus Consult in der Sitzung im Herbst sagte. Die Räte tendieren zu einer Trasse östlich von Wullenstetten bis zur B28, von einem Anschluss an die NU3 bei Aufheim waren sie wieder abgekommen. Die Entscheidung, wo und wie die Umgehung am Ende verläuft, steht jedoch wohl in weiter Ferne. Nach der Untersuchung, ob sie machbar ist, müssten zunächst Grundstücke gekauft werden. Solche Verhandlungen ziehen sich bekanntlich hin. In Vöhringen hat es 30 Jahre gedauert, bis die Umgehungsstraße zur A7 fertig war. Doch in den Haushalt wurden für die Jahre 2020 bis 2022 jeweils 50000 Euro eingestellt, um Lärmschutzuntersuchungen, Verkehrszählungen oder andere Vorgaben zu bezahlen, die vor einer konkreteren Planung notwendig sind.

Osttangente: So steht es um die Pläne

Bögge: Gespräche zur Osttangente laufen

Sendens Bürgermeister Raphael Bögge sagte selbst bei einem seiner neu initiierten Stadtteilgespräche, er erhoffe sich eine Entlastung für die geplagten Anwohner von der geplanten Osttangente, deren Umsetzung jedoch noch einige Jahre auf sich warten lasse – wenn sie überhaupt machbar sei.

Auf Nachfrage unserer Redaktion zum aktuellen Stand sagt Bögge, es habe zu diesem Thema seit November vergangenen Jahres verschiedene Abstimmungsgespräche gegeben, etwa mit dem Staatlichen Bauamt in Krumbach und Verkehrsplanern. Dadurch haben sich laut dem Bürgermeister weitere Prüfaufträge und zusätzliche Aufgaben zur Planung ergeben, die derzeit abgearbeitet werden.

Michael Wagner vom Staatlichen Bauamt Krumbach bestätigt, die Stadt Senden habe diesbezüglich einmal „vorgefühlt“. Danach sei jedoch nichts Konkretes mehr gekommen. Den Anstoß zu einer solchen Trasse müsse generell eine Kommune geben. Danach könne das Projekt in ein Investitionsprogramm aufgenommen werden. Bis gebaut werden kann, können jedoch mehrere Jahre vergehen, sagt der Fachmann.

Vor 15 Jahren war die Osttangente bereits Thema

Wagner kennt das Thema Osttangente gut. Bereits vor 15 Jahren, erinnert er sich, sei die Umgehung am Widerstand der Aufheimer gescheitert und dann irgendwann eingeschlafen. Die alten Skizzen und Untersuchungen seien nun veraltet und nicht mehr brauchbar.

Generell, so sagt Wagner, würde eine Osttangente Senden und Wullenstetten verkehrstechnisch erheblich entlasten. „Die Stadt wächst, das macht den Verkehr sicher nicht weniger“, sagt der Fachmann. Je nachdem wo die Trasse verlaufe, könne er sich auch eine Entlastung der NU3 bei Aufheim und des A7-Anschlusses bei Illerberg vorstellen, doch das müsse erst untersucht werden. Ebenso, wer die Osttangente finanziert. Dort reichten die Möglichkeiten von großzügigen Zuschüssen für die Stadt Senden bis zu einem Bau durch den Freistaat.

Doch zunächst wird vom Staatlichen Bauamt die Kreuzung Königsberger Straße/Berliner Straße umgebaut und erweitert. Eigentlich sollte dies 2020 passieren, doch die Stadt habe wegen der Umbauten am Bahnhof darum gebeten, das Vorhaben zu verschieben. Nun sei 2021 dafür vorgesehen.

Hier lesen Sie mehr aus der Region:

Baywa-Areal in Illertissen: Wie fängt man eine Zauneidechse?

Ausgrabungen in Vöhringen dauern an

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren