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Neu-Ulm

15.06.2017

Outfit fürs Ooommm: Neu-Ulmer designt Yoga-Kleidung

Sandy Hauser will mit Kleidern, Leggings und Bustiers erfolgreich werden. Auf einer Reise ist sie auf Yoga aufmerksam geworden. Seither entwirft sie sich die Kleidung dafür selbst.
Bild: Judith Mintrop

Die Neu-Ulmerin Sandy Hauser hat ihren Job gekündigt, um eine Mode-Kollektion zu entwerfen. Sie will mit Yoga-Kleidung erfolgreich werden und reist daher um die Welt.

Die Wellen im See sind schwach, die Sonne scheint – perfekte Kulisse für das, was Sandy Hauser vor hat. Die große, blonde Frau schlüpft in eine Leggings und zieht sich Stiefel an. Das Kleid sitzt schon perfekt, nur noch die Jeansjacke zurechtzupfen. Blick Richtung Kamera – klick, klick, klick. Dann ein prüfender Blick auf das Kamera-Display, ein Grinsen. „So sieht es gut aus“, findet die Neu-Ulmerin. Sie ist gerade dabei, ihr eigenes Mode-Label aufzubauen. Mit den richtigen Fotos sollen die Leute sehen können, was sie entworfen hat, was sie mit zwei Schneiderinnen produziert hat. Hauser hat vor einigen Jahren ihr Leben in Deutschland hinter sich gelassen, um die Welt zu bereisen. Gerade macht sich sich in Chile Gedanken um ihre Zukunft: Die besteht aus Yoga, viel Stoff und einem eigenen Business.

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Denn die 31-Jährige hat vor einigen Monaten damit begonnen, Yoga-Kleidung zu entwerfen, die auch im Alltag tragbar ist. Im Angebot hat sie momentan Kleider in drei verschiedenen Schnitten. „Sie sind vielseitig kombinierbar. Man kann sie zum Yoga tragen, aber man kann sie auch mit Boots kombinieren oder einer Jeans-Hose“, sagt Hauser. Die Neu-Ulmerin ist noch nicht lange im Mode-Geschäft. Eigentlich ist sie gelernte Zahnarzthelferin. Doch dann stellte sie sich die Frage: Ist das der Alltag, den ich haben will? Mit 27 Jahren – im Januar 2013 – hielt sie es dann nicht mehr aus, sie wollte raus aus der Routine. Hauser reiste herum, lernte andere Kulturen, andere Menschen und auch sich selbst besser kennen – und sie fing an, Yoga zu machen. „Dabei habe ich ständig an meiner Kleidung gezupft, weil das Shirt hin- und hergerutscht ist. Und auch auf Reisen wusste man nie, was man mit ins Handgepäck nehmen sollte.“ Daraus entstand die Idee zu einem Kleid, das man zu verschiedenen Anlässen tragen kann. „Als ich nach zweieinhalb Jahren wieder zurück in Deutschland war, habe ich mich an die Arbeit gemacht. Mit einer Schneiderin habe ich dann den ersten Schnitt entworfen.“ Als sie diesen hatte, erinnerte sich Hauser an eine Schneiderin, die sie auf Bali kennen gelernt hatte. „Da ist mir eine Idee gekommen: Ich könnte zurück nach Bali gehen und mit ihr etwas produzieren.“ Ende 2015 flog sie wieder zurück auf die indonesische Insel und ließ eine Test-Kollektion anfertigen. Ende 2016 habe sie dann die erste Bali-Kollektion mit 56 Teilen von dieser Familie produzieren lassen. Dabei handelt es sich um das kurzärmlige Yoga-Kleid, Leggings und Bustiers. Doch bisher ist die Zusammenarbeit nicht regelmäßig – nur, wenn Hauser vor Ort ist, selbst Stoffe für die Kleider heraussuchen, und dann die fertigen Produkte wieder mit nach Deutschland nehmen kann, kann sie diese Familie beschäftigen. Gleichzeitig arbeitet die 31-Jährige mit einer Ulmer Schneiderin zusammen. Deshalb gibt es eine Bali- und eine Deutschland-Kollektion. „Beide sind handgemacht. Die Sachen aus Bali sind eher einfarbig, die Kleider aus der Deutschland-Kollektion farbenprächtig.“ Einige Teile sind im Neu-Ulmer Yoga-Studio „8sam-Leben“ zu haben. Außerdem baut Hauser gerade ihre Webseite um (www.hausersandy.de) und sucht noch nach einem Standort in Neu-Ulm oder der Umgebung, in der ihre Mode verkauft werden kann.

Durch die Bilder der Kollektion, die beim Shooting am Strand in Chile entstanden sind, will Hauser ihre Kleidung bekannt machen. Im südamerikanischen Land hat sie sich daher einen „Auslandsarbeitsplatz“ eingerichtet. „Natürlich habe ich oft an mir und an dem ganzen Projekt gezweifelt, doch zum Glück habe ich eine tolle Mutter und ein paar gute Freunde, die mich aus solchen Löchern wieder herausholen.“

Doch nicht nur ihre eigene Familie ermuntert sie immer wieder zum Weitermachen, sondern auch die in Bali. „Mein Wunsch ist es natürlich, erfolgreich zu sein“, sagt Hauser. „Doch ich möchte nicht nur meine Existenz sichern können. Ich hoffe, dass ich irgendwann der Familie in Bali ein sicheres, regelmäßiges Einkommen geben kann.“ Der nächste Aufenthalt auf der Insel und damit die nächste Produktion mit der Familie ist für Ende dieses Jahr geplant.

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