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Landkreis Neu-Ulm

20.05.2019

Partnerschaft: Was Europa ausmacht

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Zünftig: Volkstanzgruppe und Schuhplattler aus Prad. Der Landkreis Neu-Ulm feiert mit seiner Partnergemeinde Prad aus Südtirol das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft.
Bild: Angel Häusler

Der Landkreis Neu-Ulm feiert mit seiner Partnergemeinde Prad in Südtirol das 50-jährige Bestehen einer Verbindung, die aktuell ist denn je.

Schuhplattler, knallende Peitschen und feierliche Reden, so feierten Landkreisvertreter und rund 130 Gäste aus Prad in Südtirol am Samstag die 50-jährige Partnerschaft. Nach dem Festakt folgten am Sonntag in Roggenburg Festgottesdienst sowie Bürgerempfang.

„Eine Riesenfreude“ nannte der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger die Feierstunde in Senden, zu der rund 300 geladene Gäste, darunter 130 Besucher aus Südtirol, gekommen waren. Letztere schlugen zum Einstieg in die Feierlichkeiten bereits draußen auf dem Marktplatz ordentlich Krach und gewährten dabei launigen Einblick in die Prader Vereinslandschaft: Da knallten etwa die „Goaßlschnöller von Prad“ mit ihren Peitschen lautstark im Takt. Musikkapelle, Schuhplattler und Volkstanzgruppe aus Prad zeigten ebenfalls gekonnt die Traditionen aus der Gemeinde im Vinschgau, die sich in den 50 Jahren seit dem Beginn der Partnerschaft weitreichend verändert hat.

Am Anfang gab der Landkreis Finanzspritzen

Darauf wiesen die Festredner mehrfach hin, schließlich zählte Prad am Stilfser Joch im Jahr 1969 noch zu den ärmsten Gemeinden Südtirols, sodass das Angebot einer Patenschaft mit dem Kreis Neu-Ulm dankbar angenommen wurde.

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Während die Schwaben anfangs mit Finanzspritzen etwa den Bau eines Kindergartens oder der Sanierung der örtlichen Kapelle bezuschussten, entwickelte sich Prad später auch dank des aufblühenden Tourismus „zu einer Vorzeigegemeinde“, wie Freudenberger sagte.

Eine vitale Partnerschaft mit Prad

Die Verbindung von Landkreis und Marktgemeinde blieb vital „und wandelte sich zu einer lebendigen Partnerschaft“, so Freudenberger. Diese Freundschaft verdeutliche, „dass wir im Kleinen leben, was Europa ausmacht“, ergänzte er. Schließlich heißt es schon in der Gründungsurkunde aus dem Jahr 1970, Schwaben und die Südtiroler bauten „in brüderlicher Weise und über alle Grenzen hinweg mit an einem geeinten Europa“.

Solche Worte seien besonders wertvoll in Zeiten, in denen offenbar viele glaubten, dass vor allem der Separatismus die Welt positiv verändere, sagte der Prader Bürgermeister Karl Bernhart.

Die Gemeinde Prad sei vor 50 Jahren „sehr dankbar für die Hilfe“ aus Neu-Ulm gewesen und fühle bis heute große Verbundenheit zu den Partnern. Nicht nur die damals politisch Verantwortlichen, darunter die früheren Prader Bürgermeister Georg Stillebacher, Herbert Gapp und Hubert Pinggera und die ehemaligen Neu-Ulmer Landräte Max Rauth, Franz Josef Schick und Erich Josef Geßner, hätten sich da verdient gemacht. Das gelte ebenso für „viele in der sogenannten zweiten Reihe“, sagte Bernhart. Vor allem die Bevölkerung trage zur Lebendigkeit der Freundschaft bei.

Der Währungstausch gehört der Vergangenheit an

Dass Staus an den Grenzen und der Währungstausch beim Reisen nach Prad der Vergangenheit angehören, zeige, wie stark Europa mittlerweile zusammengewachsen sei, erklärte Europaparlamentarier Markus Ferber in seinem Grußwort. Ein Jubiläum wie dieses stimme ihn auch für die Zukunft optimistisch. „Es war keine Arbeit, sondern immer eine Freude, mit der Partnerschaft zu tun zu haben“, berichtete der stellvertretende Landrat Franz-Clemens Brechtel über die Begegnungen mit den Südtirolern, die Entwicklung der Marktgemeinde sei beeindruckend.

Auch Kreisjugendpflegerin Katharina Casado war hellauf begeistert von ihrer jüngsten Fahrt mit Jugendlichen nach Prad und Amtskollege Gerald Burger kündigte an: „Wir werden die Freundschaft fortsetzen, auch in den Vereinen, die die Stützen dieser Partnerschaft sind.“ Zukunftsweisend sei auch, dass in Prad derzeit an einem neuen Übernachtungsheim für Jugendliche gebaut wird.

Landkreis und Marktgemeinde besiegelten zum Jubiläum ihre Freundschaft übrigens erneut - mit einer Ergänzung zur Gründungsurkunde: „Das enge Band, das uns miteinander verbindet, möchten wir auch weiterhin festhalten und unsere Partnerschaft aktiv gestalten“, heißt es in dem Dokument, das Bernhart und Landrat Freudenberger unterzeichneten.

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