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06.03.2009

Peri rüstet sich gegen die Krise

Weißenhorn Die weltweite Wirtschaftskrise hinterlässt auch beim Weißenhorner Schalungs- und Gerüsthersteller Peri tiefe Spuren: Mit aller Macht und im Schulterschluss mit dem Betriebsrat stemmt sich das weltweit operierende Unternehmen mit Stammsitz in Weißenhorn gegen die Krise und hofft, dass die schwächelnde Konjunktur rechtzeitig wieder anzieht. Die Peri-Gruppe erwartet einen Rückgang des Außenumsatzes zwischen 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den vergangenen Jahren waren rund 400 zusätzliche Stammarbeitsplätze in Weißenhorn geschaffen.

Die weltweit rund 5400 Peri-Mitarbeiter - rund 1440 am Stammsitz in Weißenhorn - tragen ihren Teil zur Krisenbewältigung bei und werden in den kommenden Monaten deutlich weniger arbeiten als bislang. Um 20 Prozent wird die Wochenarbeitszeit im Schnitt reduziert, doch vorerst will das Unternehmen noch ohne Kurzarbeit auskommen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat wurde jetzt ein flexibles Arbeitszeitmodell entwickelt, um die Einbrüche bei der Produktion abfangen zu können.

Eine bittere Pille mussten jedoch die rund 200 Mitarbeiter schlucken, die in den vergangenen "Boom"-Jahren lediglich über Zeitarbeitsfirmen bei Peri beschäftigt waren: Ihre Verträge konnten nicht verlängert werden, bedauert Geschäftsführer Dieter Eismar und seine Kollegen, Alexander und Christian Schwörer.

Eismar und seine Kollegen in der Peri-Geschäftsführung sind optimistisch, dass mit diesen Maßnahmen die Konjunkturdelle überstanden werden kann. In "zwei bis drei Monaten", so Eismar, hoffe er auf einen Silberstreif am Konjunktur-Horizont. Falls dieser jedoch ausbleibe, müssten auch bei Peri die Karten neu gemischt und über weitere Maßnahmen nachgedacht werden. Die Beantragung von Kurzarbeit ist zurzeit nicht geplant, weil abgewartet werden muss, wie sich die Auftragslage nach Beendigung des außergewöhnlich langen Winters entwickelt.

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Die Peri-Verantwortlichen wappnen sich für eine schwieriger werdende Baukonjunktur, sehen jedoch auch positive Indizien, die auf eine Stabilisierung in der Baubranche hoffen lassen, so Eismar. Während in manchen Ländern wie Spanien die Baubranche eingebrochen ist, entwickle sich das Geschäft in Deutschland und in Übersee positiver. Insbesondere die Vermietung der Spezial-Schalungen und Gerüst-Elemente laufe nach wie vor stabil und so können die Schwierigkeiten im Verkauf einigermaßen abgefedert werden. Da sich der Peri Umsatz aus Verkaufs- und Vermietumsatz zusammensetzt, geht die Gruppengeschäftsführung von einem Rückgang beim Verkaufsgeschäft und einem weniger rückläufigen Mietgeschäft aus.

Da der Mietpark nicht weiter ausgebaut werden müsse und die Verkaufsumsätze zurückgehen, sei der Materialbedarf in der Produktion um mehr als 40 Prozent gesunken, so Eismar zur NUZ.

Eismar und seine Kollegen sind froh, dass alle Peri-Mitarbeiter auch in dieser schwierigen Zeit eng zusammenrücken und den Schulterschluss suchen: "Und gemeinsam schaffen wir auch den Weg aus der Krise", sind die Peri-Geschäftsführer überzeugt.

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