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Weißenhorn

06.08.2020

Peri verkauft den ersten 3D-Betondrucker

Der Betondrucker BOD2 von Peri beim Betondruck auf der Messe Bautec in Berlin in Aktion.
Bild: Peri GmbH

Plus Peri in Weißenhorn beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der 3D-Betondrucktechnologie. In Laupheim werden künftig Fertigteile für den Bau gedruckt.

Für Laien klingt das immer noch nach Science Fiction: Doch eine erste Familie bezog vor zwei Jahren in Frankreich bereits ein komplett 3D-gedrucktes Haus. Der Bungalow ist 95 Quadratmeter groß und soll mit knapp 200.000 Euro 20 Prozent günstiger im Vergleich zu traditionellen Bauweisen gewesen sein.

Die Weißenhorner Firma, einer der weltweit führenden Anbieter für Schalungs- und Gerüstsysteme, beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der 3D-Betondrucktechnologie. Das Familienunternehmen hat sich, wie berichtet, bereits im Jahr 2018 am dänischen Technologieführer für 3D-Betondrucker Cobod beteiligt. Seitdem wurde bei Peri gemeinsam mit den Spezialisten von Cobod intensiv an der Weiterentwicklung der Technologie und der Markterschließung gearbeitet.

Entwicklungsarbeit der letzten Jahre zeigt Erfolge bei Peri in Weißenhorn

Nun zeigt die konsequente Entwicklungsarbeit der letzten Jahre Erfolge: Die Firma Röser hat für den Standort in Laupheim bei Peri einen 3D-Betondrucker zur Herstellung von Betonfertigteilen bestellt. Der Drucker des Typs BOD2 wird in den nächsten Tagen ausgeliefert und vor Ort von Peri Ingenieuren gemeinsam mit dem Röser-Team in Betrieb genommen. Der Preis für ein Basismodell eines solchen Druckers bewege sich in einem mittleren sechsstelligen Euro Bereich.

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Die Firma Röser wird mit dem Drucker am neuen Firmenstandort Laupheim unterschiedliche Betonfertigteile drucken. Für die Anfangsphase sind Betonbauteile mit freier Gestaltungsmöglichkeit im Bereich der Freiraumplanung, Sonderformen für den Straßen- und Tiefbau, gestalterische Bauteile im Hochbau oder auch stilvolle Einzelstücke aus Beton geplant. Durch die jahrelange Erfahrung der Firma Röser im konstruktiven Betonbau sei der neue 3D-Drucker eine langfristige innovative Investition für die Zukunft – mit dem Ziel, weniger planerische Grenzen für Bauteile aus Beton zu bieten und hier ein Vorreiter im Markt zu sein.

Der von Peri gelieferte BOD2 ist ein „Portaldrucker“, das heißt, der Druckkopf bewegt sich über drei Achsen auf einem fest installierten Metallrahmen. Der Vorteil: Der Drucker kann sich in seinem Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen. Häufiges Versetzen und wiederkehrendes Kalibrieren ist so nicht nötig.

So wird der neue Betondrucker von Peri bedient

Bedient wird der Drucker von lediglich zwei Personen. Druckkopf und Druckergebnisse werden per Kamera überwacht. Mit einer Druck-Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde sei der BOD2 aktuell der schnellste 3D-Betondrucker auf dem Markt. Für einen Quadratmeter doppelschalige Wand benötigt das Ding rund fünf Minuten.

„Wir bei Peri sind vom Potenzial von 3D-Betondruck überzeugt“, so Thomas Imbacher, Geschäftsführer Innovation und Marketing bei Peri. „Aktuell arbeiten viele Hochschulen und Unternehmen daran, diese Technologie für unterschiedliche Markt-Segmente, wie zum Beispiel den Wohnungsbau, zu erschließen und zu industrialisieren. Bei Peri arbeitet das Betondruck-Team mit Hochdruck an diesem Thema und wir sind sicher, dass wir hier bald weitere Erfolge melden können.“

Der Verkauf des ersten 3D-Betondruckers sei ein erster wichtiger Schritt. Maximilian Röser, der geschäftsführende Gesellschafter bei Röser, sieht für die Betonfertigteilindustrie langfristig enormes Potenzial. (az/heo)

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