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Neu-Ulm

17.04.2018

Petruskirche hat Kunstwerk abzugeben

So sah der Chorraum mit Wandteppich bis zur Renovierung aus.
Bild: Inge Pflüger

Warum die evangelische Kirchengemeinde derzeit Teppich verschenken will, der bis vor kurzem den Chorraum schmückte.

Unter dem Motto „Kunstwerk sucht Gemeinde“ wird der ehemalige große und schmale Wandbehang, der jahrelang den Chor der Petruskirche zierte, nun anderen Gemeinden angeboten. „Dem Teppich soll damit zu neuem Glanz verholfen werden“, begründet Gisela Altschäffl, Vertrauensfrau des evangelischen Kirchenvorstandes der Petrusgemeinde, die Aktion.

Der Wandbehang „Der Geist Gottes schwebt über den Wassern“ wurde von der koreanisch-christlichen Künstlerin Hei Young Ahn hergestellt. Das Kunstwerk wurde – wohl auf Betreiben des früheren Dekans Jürgen Mehl – gekauft und dann im Juli 1994 als Farbtupfer im Chor der Kirche aufgehängt. Das Werk samt Aufhängung habe damals rund 6000 Mark gekostet, schätzt Altschäffl. Im Zuge von Kirchenrestaurierung- und anbau 2015/2016 verschwand der farbenfrohe Teppich aus dem Chor. Offenbar fragen aber immer wieder Kirchgänger nach dem Stück.

Warum der Teppich verschwand? Laut Altschäffl hat die Kirchengemeinde in den 1990ern versäumt, beim Landeskirchenamtes in München die Aufhängung genehmigen zu lassen. Nach der Renovierung hat der für Neu-Ulm zuständige Kunstbeauftragte, Helmut Braun, die Wiederanbringung nicht mehr gestattet. Anscheinend passe der koreanische Wandschmuck nicht zum gotischen Stil des Chores, mutmaßt Vertrauensfrau Altschäffl.

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Doch der Teppich soll nicht im Lager verstauben. Die Kirchengemeinde sucht nach einem würdigen Platz, an dem das textile Kunstwerk in seiner ganzen Größe wieder aufgehängt werden und wieder richtig zur Geltung kommen kann. Altschäffl: „Wir möchten den Teppich als Dauerleihgabe, vielleicht auch als Geschenk, an eine Gemeinde vergeben, die sich für dieses besondere Kunstwerk begeistern und ihm ein neues Zuhause bieten kann.“

Der Wandbehang wird jetzt zunächst im Bayerischen Sonntagsblatt und gegebenenfalls noch an diversen anderen Stellen unter dem Motto „Kunstwerk sucht Gemeinde“ feilgeboten.

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