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Pfaffenhofen/Weißenhorn

19.12.2016

Pfaffenhofen flirtet mit Weißenhorn

Alfred Haas
Bild: Baur

Wohnungsbaugesellschaft der Fuggerstadt ist im Fokus der Markträte.

Eine Beteiligung des Markts Pfaffenhofen an der Wohnungsgesellschaft Weißenhorn (WGW) rückt näher. Jedenfalls hat der Marktgemeinderat am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen, konkrete Möglichkeiten dazu auszuloten und auf dieser Basis ein Beteiligungsmodell zu entwickeln. Die alternative Beteiligung an einer Wohnungsbaugesellschaft auf Kreisebene („Nuwog-Land“) will der Markt vorerst wohl nicht weiter verfolgen.

Kein Flirt mehr also mit der vor allem im nördlichen Kreisgebiet favorisierten Lösung, lieber eine Art Verlobung mit der Tochter der südlichen Nachbar-Kommune. Wobei Bürgermeister Josef Walz den Charme einer möglichen Kreisbaugesellschaft durchaus registriert hat: „Hinter ihr stünde ja die Nuwog der Stadt.“ Nur: „Die Land-Gesellschaft gibt es noch nicht, sie muss erst noch gegründet werden“, sagte Walz. Und offenbar brauche man dazu noch einige Interessenten.

„Mir wäre insofern die Nähe zu Weißenhorn sympathisch“, machte der Bürgermeister kein Hehl aus seiner Vorliebe. Auch der vielfältigen Zusammenarbeit mit der Fuggerstadt in anderen Bereichen wegen. Rein finanztechnisch gesehen wären die Konditionen Walz zufolge in etwa vergleichbar.

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Die hatte eingangs für die WGW deren Interims-Geschäftsführer Alfred Haas sozusagen als Brautwerber dargelegt. Nicht ohne Vorstellung der schon 1947 gegründeten Gesellschaft versteht sich und auch nicht ohne den Hinweis auf eine attraktive Mitgift: Einen respektablen Wohnungsbestand, gesunde Finanzen und viel Erfahrung im Bau wie in der Verwaltung von Wohnungen unter anderem. Dass die WGW nicht ganz selbstlos expandieren wolle, räumte Haas freimütig ein: Die zu 97 Prozent von der Stadt getragene Gesellschaft, die restlichen Anteile hält die VR-Bank Neu-Ulm, soll künftig von einem hauptamtlichen Geschäftsführer geleitet werden, was nach seinen Worten ein erweitertes Tätigkeitsgebiet erfordert.

Allerdings in Grenzen, wie Haas ebenso deutlich machte: „Zwei bis drei Partner wären in Ordnung, aber mehr wollen wir uns nicht zutrauen.“ Schließlich müssten unter Umständen verschiedene Interessen gebündelt und Konflikte unter den Gesellschaftern möglichst vermieden werden. Zu denen in absehbarer Zeit auch der Markt Pfaffenhofen gehören könnte. Einen möglichen Einstieg zumindest hatte der Geschäftsführer dem Gremium ebenfalls skizziert. Denkbar sei demnach eine Einlage in Höhe von 20000 Euro, verbunden mit einem Sitz im Aufsichtsrat. Bei konkreten Bauvorhaben müsste der Markt jeweils ein Viertel der gesamten Investitionssumme als Eigenkapital einbringen, in Form von Geld- oder Sachleistungen wie durch Bereitstellung des Grundstücks etwa.

„Aus meiner Sicht ein interessantes Modell dafür, wie wir zusätzlichen Wohnraum schaffen können“, befand Bürgermeister Walz. Bezahlbaren Wohnraum insbesondere, dessen Bereitstellung „eine Pflicht der Kommunen“ sei. Pfaffenhofen habe hier zwar schon viel geleistet, so Walz, „aber das wird nicht reichen“. Überdies könne der Markt von einer Übertragung bereits vorhandener Objekte an die WGW samt Betreuung der Mieter zusätzlich profitieren. Durch eine merkliche Entlastung der Verwaltung nämlich. „Bisher haben wir da zwar keine Probleme“, sagte der Bürgermeister, doch bei weiteren Wohnungen seien sie nicht auszuschließen. Die WGW dagegen verfüge über erfahrene Kräfte, nicht zuletzt für die Abrechnung von Nebenkosten.

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