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Pfaffenhofen/Holzheim

07.05.2018

Pfaffenhofen und Holzheim feiern gemeinsam

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Vetterleswirtschaft schon im Mittelalter: Johann Riggenmann (links) und Georg Birkle verhandeln über den Verkauf der „Grafschaft Holzheim“ an die Habsburger.
Bild: Willi Baur

Vor 40 Jahren gründeten Pfaffenhofen und Holzheim ihre Verwaltungsgemeinschaft. Beim Festakt feiern sie ihre gute Zusammenarbeit mit vielseitigen Programm.

Mit einem Festakt in der rappelvollen Aula der Hermann-Köhl-Schule feierte die Verwaltungsgemeinschaft am Samstag ihr 40-jähriges Gründungsjubiläum. Ihr Vorsitzender, Pfaffenhofens Bürgermeister Josef Walz, ist überzeugt: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Man spüre direkt „den Ruck, der durch unsere Gemeinden geht“, sagte der Rathauschef und sieht damit „den Markt Pfaffenhofen und die Gemeinde Holzheim auf das Beste für die Zukunft gewappnet“. Seine Stellvertreterin, Holzheims Bürgermeisterin Ursula Brauchle, bezeichnete die VG-Gründung als „guten Deal für beide Seiten“. Wichtig für sie: „Es gibt kein Prioritätengerangel, wir waren und sind Partner auf Augenhöhe.“ Auch für den Festakt selbst zog Brauchle eine positive Bilanz: „Das haben wir doch toll hinbekommen.“ In der Tat feierte sich die VG mit einem ebenso vielseitigen wie kurzweiligen Programm, einem zeitlich überschaubaren dazu: Gerade mal zwei Stunden dauerte es vom Böllerschießen zum Auftakt bis zur „Bayern-Hymne“.

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Womit viel Zeit blieb für den Plausch danach, auch mit und zwischen den zahlreichen Ehrengästen. „Zusammenwachsen braucht seine Zeit“, hatte Regierungsvizepräsident Josef Gediga (Augsburg) zuvor festgestellt. Dass die Verwaltungsreform die Identifikation mit dem eigenen Ort nicht verändert habe, sei unbezahlbar. Gediga verknüpfte den Anlass mit zwei weiteren heuer anstehenden Jubiläen – 100 Jahre Freistaat und 200 Jahre Verfassungsstaat Bayern – und befand: „Ganz für sich betrachtet steht jedes für einschneidende Veränderungen und gute Entwicklungen.“

Basis dafür sei vor Ort stets das „gute menschliche Miteinander“ gewesen, sagte Landrat Thorsten Freudenberger, und räumte indes ein: „Natürlich kenne ich die Gründungszeit der VG nur aus Büchern und Erzählungen.“ Es sei „wohl zunächst eine Zweckehe gewesen“, mutmaßte er, aber zwischenzeitlich akzeptiere man sich. Und, was unschwer zu beobachten sei, „man mag sich sogar“. Freudenberger wollte bei dieser Gelegenheit zudem „eine Lanze für die Verwaltung brechen“. Denn die Menschen, die hier arbeiten, „sorgen für Sicherheit und geordnete Verhältnisse“.

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Nicht nur Gastgeber Josef Walz sprach er damit aus der Seele. Zum Festakt eingefunden hatten sich schließlich nicht wenige Repräsentanten der „kommunalen Familie“ (Freudenberger), darunter auch Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und mehrere Bürgermeister-Kollegen aus der Region. Einige ehemalige dazu, wie Karl-Heinz Brunner, inzwischen SPD-Abgeordneter im Bundestag.

Paffenhofens Rathauschef Walz hatte eingangs auch an die „freiwillige Eingemeindungsphase“ im Vorfeld der Verwaltungsreform erinnert, ebenso an deren Abschluss mit der Bildung der Einheitsgemeinde in ihrer heutigen Form. „Viel ist zusammengewachsen in dieser Zeit“, freute sich Walz, dennoch hatten sich die einzelnen Dörfer gewisse Eigenständigkeiten bewahrt. Ausdruck dessen sei „insbesondere ein blühendes Vereinsleben“.

Zudem haben sich Walz zufolge zwischen Pfaffenhofen und Holzheim viele Gemeinsamkeiten entwickelt – mittlerweile auch auf Vereinsebene. Wie bei der Jugendkapelle Eintracht 98 etwa, die den Festakt musikalisch umrahmte. Das taten ferner der Kinderchor und der gemischte Chor der Chorgemeinschaft Roth-Berg sowie die Männerchöre des MGV Holzheim und des Liederkranzes Pfaffenhofen.

Das musikalische Kontrastprogramm dazu steuerten die Street-Dance-Mädchen des TSV Holzheim mit ihrem Auftritt bei. Und einen Sprung in die Historie gab es auch: Den übernahmen Georg Birkle alias Graf Ulrich Berg zu Schelklingen und Johann Riggenmann in der Rolle des Herzogs Friedrich von Österreich mit ihrem Sketch über den Verkauf der „Grafschaft Holzheim“ anno 1490 an die Habsburger. So oder ähnlich hätte es gewesen sein können, vermittelten die Darsteller, unterstützt von Mitautor Nikolaus Maucher, ihrem Auditorium, einige zeitgemäße Anspielungen inklusive.

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