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15.06.2009

Pfarrer Praetorius verlässt Offenhausen

Neu-Ulm/Nersingen | pfl | Der evangelische Pfarrer Tobias Praetorius wird ab September Kirchengemeinde Steinheim/Nersingen betreuen. Im Ulmer Winkler ist der Seelsorger gut bekannt - seit 2001 ist er Pfarrer der Erlöserkirche in Offenhausen mit rund 1900 Protestanten.

"Eigentlich wollte ich nicht wechseln", sagt der 42-Jährige. Denn Usus sei es, sich erst nach zehn Jahren nach einer anderen Pfarrstelle umzusehen. Jetzt habe er sich früher dafür entschieden, denn er ist überzeugt, dass ihn eine "attraktive Pfarrstelle" erwartet. Dies habe er von der Pfarrersfamilie Christian Fait immer wieder gehört, die Anfang des Jahres Steinheim/ Nersingen verlassen hat.

Im Einvernehmen mit seiner Familie hat Tobias Praetorius die Chance beim Schopf gepackt. Zum einen aus der Überlegung heraus, dass verkehrstechnisch alles passte, zumal Frau Susanne als Optikerin in Ulm arbeitet, zum Zweiten wisse man nicht, was sich nach zehn Jahren anbiete und zum Dritten spricht der Pfarrer von einem "sehr netten Pfarrkapitel in dem sehr angenehmen Neu-Ulmer Dekanat". Hier könne er nun wie bisher arbeiten. Nicht zuletzt gehöre Steinheim auch zur Gesamtkirche "hier in Neu-Ulm".

Tobias Praetorius ist sich sehr wohl bewusst, dass die neue Stelle auch mehr Arbeit mit sich bringt. Denn neben Steinheim und Nersingen gilt es auch die Protestanten in Neuhausen, Holzheim, Remmeltshofen, Kadeltshofen, Straß, Leibi sowie Ober- und Unterfahlheim zu betreuen, insgesamt etwa 2500. Aber der Pfarrer steht nicht ganz allein auf weiter Flur.

Pfarrer Praetorius verlässt Offenhausen

Wie in der Vergangenheit mit Pfarrer Fait, wird auch künftig Pfarrerin Brigitte Funke Tobias Praetorius zur Seite stehen. Und - darüber freut er sich ganz besonders - seine Vikarin, Anna Barth, die seit 1. März in Offenhausen ist, wird ebenfalls mit nach Steinheim wechseln.

Der Abschied fällt dem Pfarrer trotz allem nicht leicht, hat er doch in der Erlöserkirche in guter Zusammenarbeit mit den Gemeindegliedern vieles bewältigt in den vergangenen Jahren. Und ein Amtskollege lobt denn auch, Tobias Praetorius hinterlasse in Offenhausen "ein sehr gut bestelltes Feld":

So wurde unter seiner Regie etwa ein ökumenischer Seniorenkreis gegründet. Die große Kindergartensanierung ist erfolgreich in den Jahren 2005/2006 bewältigt worden. Das Gotteshaus erhielt 2008/2009 einen neuen Außenputz und der Gemeindesaal wurde umgebaut. Praetorius war zudem Mitinitiator zur Gründung einer Interessengemeinschaft Offenhausen, die jährlich u. a. zum Herbstfest einlädt und mit zur Stadtteilbelebung beiträgt. Auch der Ökumene steht der Geistliche aufgeschlossen gegenüber. So kennt er bereits den katholischen Pfarrer Georg-Leonhard Bühler in Nersingen, auf den er sich "schon freut".

Was hat er sich vorgenommen? "Erst mal die 100 Tage abwarten", schmunzelt Pfarrer Praetorius, denn immerhin übernehme er eine ländliche Gemeinde mit anderen Strukturen. Zunächst gelte es, die Menschen näher kennenzulernen.

Tobias Praetorius ist 1967 in Augsburg geboren. Dort ist er auch aufgewachsen. Studiert hat er in Tübingen und München. 1994 trat er sein Vikariat in Sonthofen an. Dort wirkte er bis zu seinem Wechsel am 1. April 2004 nach Offenhausen. Seine Frau Susanne heiratete der Pfarrer in zweiter Ehe im Jahr 2006, sie brachte ihre beiden Töchter Ann-Cathrin (20) und Theresa (18) mit in die Ehe. Mit dabei hat der Pfarrer - wenn es geht - immer seine Gitarre.

In seinen künftigen neuen Wirkungskreis wird Pfarrer Tobias Praetorius sein neues Modell in der Konfirmanden-Arbeit mitbringen, das der Theologe bereits erfolgreich in seinen früheren Gemeinden Sonthofen und Offenhausen praktiziert hat. Danach findet statt wöchentlich jeweils eine Stunde Konfirmandenunterricht künftig alle drei Wochen eine längere Einheit am Freitagabend oder Samstagvormittag für alle Konfirmanden der Gemeinde statt.

Weitere Neuheit: Es gibt zwei Konfirmandenfreizeiten auf der "Kahlrückenalpe", Themen werden die "Taufe" und das "Abendmahl".

Verabschiedet wird Tobias Praetorius in Offenhausen am Sonntag, 12. Juli, um 16 Uhr mit einem Gottesdienst in der Erlöserkirche. Sein Nachfolger steht noch nicht fest. Einziehen wird die Familie ins Nersinger Pfarrhaus, das zunächst saniert werden muss. Die Einsetzung findet am 27. September um 16 Uhr in der Nikolauskirche in Steinheim statt.

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