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Neu-Ulm

16.05.2018

Pläne für ehemaliges Kriegsspital: Das sagt der OB

Ein Investor möchte das ehemalige Neu-Ulmer Kriegsspital umbauen. Der Förderkreis Bundesfestung hat sich mit einem offenen Brief an die Stadt gewandt – und Oberbürgermeister Gerold Noerenberg hat jetzt geantwortet.
Bild: Alexander Kaya

Nach dem offenen und kritischen Brief des Förderkreises Bundesfestung betont Gerold Noerenberg: Das Projekt sei ein großer Gewinn.

Wenige Tage, nachdem der Förderkreis Bundesfestung sich mit einem offenen Brief an die Neu-Ulmer Stadtverwaltung gewandt und den geplanten Umbau des ehemaligen Kriegsspitals kritisiert hat, hat sich nun Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zu Wort gemeldet. Er hat ein Antwortschreiben verfasst – und betont darin: Aus denkmalfachlicher Sicht sei das Projekt positiv beurteilt worden.

Die ersten Planungen für die Instandsetzung und den Umbau des ehemaligen Kriegsspitals, das zwischen Bahntrog und Glacis-Park an der Memminger Straße liegt, reichen schon über zehn jahre zurück: So habe es 2006 bereit eine Begehung mit dem Landesamt für Denkmalpflege gegeben, so Noerenberg in seiner Antwort. Nach jahrelangen Gutachten und Untersuchungen wurde mit der Zeit ein „nachhaltiges Nutzungskonzept“ entwickelt, wobei eine gewerbliche Nutzung beibehalten werden soll.

Dieses Konzept wurde Mitte April im Fachausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorgestellt: Ein Privatinvestor will es umbauen und um zwei Stockwerke erhöhen, insgesamt 55 Wohnungen sollen darin entstehen (wir berichteten). Auf der Fläche des gegenüberliegenden Flachbaus, in dem derzeit ein Casino untergebracht ist, soll zudem ein gestaffeltes Gebäude mit fünf und acht Geschossen entstehen. Während diese Pläne bei der Neu-Ulmer Stadtverwaltung auf Einverständnis treffen, sind die Festungsschützer empört. Sie sprechen von einem massiven Eingriff in historische Substanz sowie einem „monströsen Vorhaben“ – und fordern die Stadt auf, „diese Maßnahme auf keinen Fall zuzulassen“.

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Doch Noerenberg macht in seinem Antwortschreiben nun recht deutlich, dass sich die Meinung der Stadt zu dem Projekt nicht geändert hat: „Generell wird das Gesamtprojekt Instandsetzung und Umbau mit Aufstockung des ehemaligen Kriegsspitals, sowie die Ergänzung des Ensembles mit einem Neubau auf dem Gelände der derzeitigen Spielhalle, als ein großer Gewinn für die Stadt und das Quartier beurteilt.“ So soll beispielsweise die Aufstockung mit zwei zusätzlichen Geschossen – auch das stieß beim Förderkreis auf heftige Kritik – das „historische Volumen von 1894 wiedergeben“, schreibt Noerenberg. Eingriffe in die historische Bausubstanz werden weiterhin auf das Notwendigste reduziert, die Treppenanlagen erhalten.

Der Neu-Ulmer Rathauschef fügte seinem Schreiben einen Auszug aus der Stellungnahme des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege bei, in der die Planungen ebenfalls positiv beurteilt werden. „Grundsätzlich wird aus denkmalfachlicher Sicht der Planansatz begrüßt.“ Auch der Oberbürgermeister schreibt: „Das Denkmal erfährt einen behutsamen Umgang mit der historischen Substanz und durch die Zuführung einer hochwertigen Nutzung eine neue Bedeutung und Wertung.“ Die Belange des Denkmalschutzes, der laut Noerenberg auch dem Bauherrn ein „wichtiges Anliegen“ sei, werden „vorbildlich“ berücksichtigt. Es sei eine „große Chance für das Denkmal“, sich der Öffentlichkeit „neu zu präsentieren“.

Noerenberg bedauere es, dass das Projekt nun in der Öffentlichkeit kritisiert wurde und bietet dem Förderkreis in seinem Antwortschreiben auch einen Gesprächstermin an.

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